พร้อมสำหรับเกาะ – Phr̂xm s̄ảh̄rạb keāa – Reif für die Insel

Ein weiterer Tag meiner Reise neigt sich dem Ende zu, ich hoffte heute morgen, dass der Tag anders verläuft als der gestern Abend, an dem ich quasi über Taxi-Gebühren mehr als die Übernachtung bezahlt habe und ich darüber immer noch ein wenig verärgert war.

Wieder erwachte ich relativ zeitig – ich kann hier irgendwie nicht so wirklich gut schlafen, um 6:30 Uhr ist meistens Schluss. Da ich da sowieso aufstehen wollte – der Taxi-Fahrer wollte zwischen 7:30 und 8:00 Uhr kommen, ging ich duschen. Leider konnte ich meinen „Traum“ von Baden in der Eckbadewanne nun doch nicht erfüllen, einfach aus dem Grund, weil der Stöpsel fehlte. Toll!

Naja, so blieb es beim Duschen, nachdem ich dann geduscht hatte, packte ich noch meine Sachen zusammen und stand dann so ziemlich genau 7:30 Uhr am „Empfang“. Spannenderweise gab es dann sogar Kaffee und Marmeladentoast, obwohl ich dachte, dass da gar kein Frühstück dabei gewesen war. Auch gut. Bis der Taxifahrer kam, habe ich mich noch kurz mit der Besitzerin unterhalten, sie erzählte mir u.a. von einer Deutschen, die ein Jahr lang quer durch Asien nur mit dem Fahrrad unterwegs war und von einem, der immer nur gewandert und niemals Auto gefahren ist.

War echt nett sich mit ihr zu unterhalten. Punkt 8:00 Uhr kam dann das Taxi, brachte mich zu dem Hinterhof-Reisebüro, in dem ich gestern meine Überfahrt nach Koh Samui gebucht hatte und setzte mich erst einmal ab. Dann hieß es warten. Auf dem „Hof“ des Reisebüros, war ein Trubel – überall führen Minivans und Tuk-Tuks herum, echt ein wildes Treiben.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde – so kurz vor 9 wurde ich dann endlich eingeladen und ich wurde mit dem Mini-Van nach Donsak zur Fähre gefahren. Hm, konnte ich es mir doch denken, erst dachte ich ja, für 590 mit der Speed-Fähre zu fahren, am Ende war es doch etwas die langsamere, die eigentlich nur 140 Baht kostete, so dass mich die Mini-Van-Fahrt dann ganze 450 Baht kostete. Eigentlich viel zu teuer, aber was solls, ändern kann man das sowieso nicht.

Nach knapp einer Stunde Fahrt, war dann Ankunft. Ich musste meinen Bus-Fahrer noch überreden, mir das Ticket zu kaufen, da ich das ja mit bezahlt hatte – nach etwas Murren tat er das dann auch.

Dann ging ich zur Fähre, die kurze Zeit später auch losfuhr. In der Fähre erblickte ich relativ schnell ein Plakat, auf dem für 150 Baht ein Transfer von der Fähre in jedes beliebige Hotel angeboten wurde. Das nahm ich gleich an, kaufte im Laden quasi einen Aufkleber und bekam dann noch einen Zettel in die Hand gedrückt.

Die Fahrt ging etwas mehr als eine Stunde, zwischendrin machte ich einige Fotos, leider war es aber so diesig, dass diese nicht so wirklich gut wurden.

Auf dem Boot fuhr auch ein älterer Mönch mit, der hatte schon einen Stock dabei. Ich beobachtete ihn eine Weile – manchmal kamen Leute vorbei und beschenkten ihn mit diversen Dingen wie Wasser oder etwas zu Essen. Am erstauntesten war ich jedoch als eine ziemlich europäisch aussehende Frau, dem Mönch eine Packung mit Sandwiches brachte, dabei die „Regeln“ einhielt, d.h. mit gesenktem Kopf und gefalteten Händen zu ihm ging. Das hat mich echt erstaunt, anscheinend war Sie wohl auch Buddhistin.

Irgendwie war ich ziemlich müde, in der Nacht hatte mal wieder der / ein Hund gebellt, richtig gut schlafen konnte ich auch nicht.So nickte ich immer mal wieder auf der Bank ein.
Dann endlich angekommen, wurde ich herausgewunken – um mit dem Transporter ins Hotel gebracht zu werden – perfekt.

Nach ca. 10 min war etwas Stau, weil es einen Unfall gegeben hatte, eine Roller-Fahrerin lag auf dem Boden, der Roller ziemlich kaputt, daneben ein Auto, auch ziemlich kaputt. Ich hab ja schon viel gehört, dass Koh Samui für Rollerfahrer relativ gefährlich ist, das direkt mit anzusehen, war jetzt nicht unbedingt, was ich wollte.

Kurz nach 12 bin ich dann im Hotel angekommen, erst dachte ich ja, dass ich noch warten müsste, normalerweise sind die Zimmer erst ab 14 Uhr frei, aber ich hatte Glück und wurde gleich zu meinem Zimmer geleitet.
Diesmal hatte ich ein 4-Sterne-Hotel gemietet, nach den ganzen Strapazen und relativ einfachen Verhältnissen in Ayutthaya, Sukhothai, Chiang Mai und Pai wollte ich es mir mal richtig gut gehen lassen.

Die Anlage ist absolut der Oberknaller – das Zimmer ist riesig, es ist zwar ein Bungalow mit „Außen-Klo“, aber die Ausstattung und Gestaltung der Zimmer der absolute Hammer. Hier bekommt man alles, was man braucht oder auch nicht braucht – eigene Seiden-Bademäntel, verschiedene Handtücher, eine Strandtasche gepackt für Strand- oder Pool-Besuch, eigene Hausschuhe, Taschenlampe, Regenschirm, Zahnbürste, verschiedene Utensilien, wie z.B. Q-Tipps, usw. usw.

Das ist ein echter Luxus hier. Die Anlage besteht aus 2 Teilen. Der Bungalow-Teil, in dem ich untergekommen bin, ist im ruhigeren Teil der Anlage, hier gibt es einen Ruhe-Pool, einen schönen Garten und das Restaurant. Auf der anderen Seite der Straße dann eher die „Party-Meile“ mit extralangem Pool, der scheinbar ins Meer läuft, eine Poolbar und der Zugang zum Strand. Echt kolossal.

Begrüsst wurde man mit einem lustigen Drink – wohl einem Kokos-Saft mit viel Eis, in dem ein Spritze mit blauer Flüssigkeit – wohl irgendeinem Beeren-Saft steckte. Sah echt lustig aus und schmeckte eigentlich gar nicht mal so schlecht.

Nach kurzer Erkundung ging ich dann noch kurz ins Seven Eleven, da mein Guthaben aufgebraucht war und ich somit von unterwegs keine Nachrichten mehr schreiben oder in Maps nach dem Weg schauen konnte. Irgendwie verstanden mich die Leute im Seven Eleven nicht so wirklich, ich bekam zwar ein Zettel mit einem Code aufgedruckt in die Hand, aber irgendwie funktioniert der nicht. Komisch. Außerdem holte ich mir noch einmal Hustenbonbons, durch den laufenden Wechsel von warmen ins kalte und umgekehrt, habe ich mich doch etwas erkältet. Naja, vielleicht kommt es auch vom „im Regen tanzen“ oder durch den Regen laufen – jetzt ist das halt so, man kann da ja sowieso nichts dran ändern, halt lindern mit Hustenpastillen.

Danach ging ich noch kurz etwas zum Mittagessen – grünes Curry, zwar ohne Reis, aber doch ziemlich lecker und dann zog ich mich in mein Zimmer zurück, weil ich einfach so müde war, dass ich erst einmal etwas Schlaf brauchte.

Gegen 16:30 Uhr schnappte ich mir dann die gepackte Strand-/Pool-Tasche, zog mir kurz noch etwas bequemeres und eine Badehose an und ging dann zum „lauten Pool“, in dem ich mir ein Plätzchen suchte und am Beckenrand etwas auf das Meer blickte. So wunderschön.

Im Pool machte ich mich noch mit Aaron bekannt, einem Iren, der die letzten Tage etwas „Insel-Hopping“ gemacht hatte, u.a. auch in Koh Tao war, man quatschte halt etwas miteinander, irgendwann ging er dann zu seiner Freundin / Frau, tat ganz gut mit ihm zu reden.

Irgendwann ging auch ich zu meinem Bungalow zurück – im Nachbar-Bungalow war auch gerade eine jüngere Frau dabei ihren zu betreten, sie fragte kurz, woher ich komme – auf Englisch – from Germany – ach ich auch.
Wir unterhielten uns wirklich super kurz, dann kam auch eine andere Frau von schräg gegenüber zu uns, da sie hörte, dass wir auch Deutsche sind. So setzten wir uns zu dritt auf die Terasse meiner Nachbarin – ich holte schnell noch einen Stuhl von mir, damit alle Platz haben, und wir unterhielten uns prächtig. Irgendwann, es wurde langsam dunkel, dann beschlossen wir, gemeinsam etwas essen zu gehen. B. hatte heute den letzten Abend auf Koh Samui und wollte zum Abschied mal richtig gut Fisch essen. Hier gibt es ein Viertel, dass Fishermans Village heißt, da sollte es richtig guten Fisch geben. Nach einer Weile brachen wir dann dahin auf – teilten uns ein Taxi – 250 Baht für 3 Personen ist dann einigermaßen OK, und gingen dann auf die Suche nach einem Fisch-Restaurant. Wir fanden dann auch eines, in dem es ein Menü – eigentlich für 2 Personen gibt, mit Hummer, Krabben, Tintenfisch, Tigergarnelen, Red Snaper, Muscheln und Austern. Dazu gab es gebratenen Reis und für jeden ein Bier oder Softdrink.

Wir überredeten den Kellner, uns statt zwei dann drei Krabben zu bringen. Preis gesamt: 1950 Baht, was jetzt zwar relativ viel klingt, aber dafür, dass Hummer, Krabben und Austern dabei waren, ein relativ kleiner Preis, wenn man ihn durch drei teilt.

Und so aß ich das erste Mal in meinem Leben echten Hummer, echte Krabben und auch Austern. Insgesamt war es ein wirklich toller Abend, man unterhielt sich über dies und das, wir machten dann noch ein Abschluss-Foto und addeten uns über Facebook.

Heute bin ich wieder rundum zufrieden und glücklich.

ระหว่างทางไปทางทิศใต้ – Rah̄ẁāng thāng pị thāng thiṣ̄ tı̂ – Auf dem Weg in den Süden

Heute ging es auf den Weg in den Süden, um nach Koh Samui zu kommen. Da ich nicht in aller Herrgottsfrühe losfliegen wollte, sondern eigentlich der Weg das Ziel ist, habe ich erst den späteren Flug genommen, der erst um 17:05 in Surrathani angekommen ist, wo aber alle Fähren nach Koh Samui bereits weg sind.
Ein Zimmer hatte ich vorher über Booking.com bereits gebucht, zu einem relativ günstigen Preis von 450 Baht, was noch nicht mal 12 Euro entspricht.

Nach dem Aufstehen, diesmal habe ich einen Tick länger geschlafen, habe ich erst einmal alles zusammengepackt, bin dann zwei Kaffee trinken gegangen, auf richtiges Frühstück hatte ich keine Lust. Beim Frühstück habe ich mit zugeschaut, wie der Hostel-Besitzer gerade drei Mädels verschiedene Touren angeboten hatte, was wohl nicht gerade leicht für ihn war, da sie irgendwie eher sehr misstrauisch ihm gegenüber waren, und sich nicht zwischen verschiedenen Thai-Kochkursen, die sie machen wollten entscheiden konnten. Irgendwie sahen die auch eher schlecht gelaunt aus – vielleicht hatten Sie ja im Nacht-Express von Bangkok nach Chiang Mai nicht allzu gut geschlafen.

Nachdem der Kochkurs super kurzfristig gebucht wurde, wurden die Mädels keine 5 min später abgeholt – Respekt für die so flexible Buchung. Ich bin dann wieder aufs Zimmer, irgendwie hat der Kaffee aber nicht so wirklich geholfen, also legte ich mich noch etwas hin und habe etwas gedöst.

Zwischendrin kamen immer mal wieder Whatsapps von Andrea, dem Italiener, der endlich ein Visum nach Myan Mar bekommen hat und daher heute auch Chiang Mai verlässt. Cool, ich freue mich für ihn.

Nach dem Dösen, das dann doch etwas kürzer dauerte – der Whatsapps wegen, habe ich dann gegen 11:00 Uhr mein Zimmer geräumt, meine Sachen in den Store Room gepackt um die letzten 1,5 h die Gegend zu erkunden, bevor es dann zum Flughafen ging. Dabei ging ich an der alten Stadtmauer vorbei, davor saß eine etwas ältere Frau, die mich kurz ansprach und zu der ich mich dann hinsetzte. Sie hieß (abgekürzt) Nit, war 50 Jahre alt und erst seit kurzem in Chiang Mai. Später erfuhr ich ihre tragische Geschichte, ihre Familie lebte in einem Außenbezirk von Chiang Mai, sie wurde dann eines Tages von ihrer Familie einfach rausgeschmissen und ist seitdem obdachlos, biedert sich bei Europäern an, denen Sie dann eine Massage gibt oder Thailändisch-Unterricht gibt, um im Endeffekt irgendwie über die Runden zu kommen.

Sie fragte mich, ob ich sie nicht einladen könnte, mit ihr etwas Essen zu gehen, was ich auch tat, so konnte Sie sich mal richtig satt essen – wir bestellten dann 4 Gerichte, allesamt super lecker und preislich ok, am Ende habe ich knapp 12 Euro für 4 Essen und 3 Getränke bezahlt, was soweit ok ist, es tut mir ja nicht weh. Zumal ich z.B. beim Inder einen ähnlichen Preis bezahlt habe, da aber nur ein Gericht und ein Getränk dabei hatte.

Am Ende war mir Nit sehr dankbar, bei der Frage, warum Sie nicht zurück nach Hause geht, war sie den Tränen nahe, erklärte mir, dass das nicht mehr geht, dass ihre Tochter und ihre Schwester sie nicht mehr im Haus haben wollen.

Das ist die Schattenseite von Thailand, wenn  man hier einmal das Gesicht verliert (z.B. weil man etwas unanständiges oder dummes gemacht hat), hat man möglicherweise keinen mehr, der einem weiterhilft, da sich dann auch die Familie abwendet. Das ist echt sehr traurig, ich bin aber froh, dass ich ihr zumindest mit einem kleinen Festmahl für Sie aushelfen konnte.

Nach dem Essen, verabschiedeten wir uns, ich ließ sie wieder bei der Bank zurück, auf der Sie gesessen hatte, sie bedankte sich noch vielmals.

Es tat gut zu helfen.

Dann bin ich wieder ins Hostel zurück, habe meine Sachen nun endgültig geschnappt, ein Tuk Tuk genommen und bin zum Flughafen gefahren.

Dort dann eingecheckt – wobei das (Hand-)Gepäck und man selbst auch komischerweise doppelt geprüft wird – einmal beim Betreten des Flughafens selbst und noch einmal dann nach dem Checkin – echt merkwürdig.

Ich hatte dann relativ viel Zeit, war ich doch über 2 Stunden zeitiger da, die ich mir dann mit Vorbereitung auf einen Gefühls-Blog-Post verbrachte.

Irgendwann wurde unser Gate geändert, was ich glücklicherweise noch rechtzeitig mitbekommen habe, fand das erst einmal nicht und musste fragen. Man musste da eine Treppe hinuntergehen, die hinter einer Baustellen-Absperrung war – nicht besonders einfach zu finden, nach dem Fragen einer Angestellten, habe ich es dann aber sehen können.

Im Flughafen habe ich dann ein wenig ein Gespräch mitbekommen von zwei Deutschen Mädels, die nur am Rumzicken waren – äh, Bali war ja so Scheiße, der Typ da ja auch ganz nett, aber nee, auf Dauer ist der nichts, in einem fort.
Solche verwöhnten Gören auch wieder – typisch Deutsch halt, sich auf nix einlassen und an allem was zu nörgeln haben.

Ich bin echt froh, nicht mehr so zu sein – inzwischen das meiste zumindest positiv zu betrachten und auch mal aus Sachen zu lernen, anstatt sich nur zu beschweren.

Irgendwann ging der Flug los, war halt ein typischer Billig-Flieger, wo man normalerweise das Essen und Getränke zahlen muss. Auch wenn man mehr als Handgepäck mitnehmen möchte, muss man normalerweise dafür zahlen, und das nicht zu knapp, ich glaube 75 Baht / kg. Allerdings kann man für ca. 420 Baht ein Paket dazubuchen, bei dem man 32kg Gepäck und sogar ein Mittagessen bekommt und sich auch noch seinen Platz aussuchen kann. Das ist am Ende bedeutend günstiger gewesen, als nur für das Gepäck zu zahlen.

Obwohl ich Mittags soviel gegessen hatte, zwängte ich mir dann zumindest einen Teil des Flugzeugessens rein, döste einen Teil des Fluges noch und landete dann in Suratthani.

Die Gepäckabfertigung war ein Traum, nach dem Aussteigen und kurz auf Toilette gehen, kam schon das Gepäck – also vielleicht so 5 – 7 min nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug. So eine schnelle Gepäckabfertigung habe ich noch nirgends erlebt. Naja, man muss aber auch sagen, dass Suratthani ein Provinzflughafen ist, echt winzig, irgendwie hat er mich an den Friedrichshafener Flughafen erinnert – vom Flugzeug ohne Gangway in die Abfertigungshalle zu gehen, das war wie ein Deja vú.

Dann raus, wo mich erst einmal ein paar Taxi-/Busfahrer ansprachen, wo ich denn hinwolle. Ich zeigte ihnen die Stelle, machte mich da irgendso ein Engländer oder Ami übelst von der Seite an, weil ich auf Anhieb nicht die Stelle herausfinden konnte, wo mein Guesthouse steht. „You speak english?“ – in einem herablassenden Ton – echt ein komischer, schräger Typ – vollkommen unrelaxt und genervt.
Scheint heute so der Tag zu sein dafür.
Als die Taxi-/Busfahrer nicht wussten, wo / wie man da hinkommt und dann einen Preis von 500 Baht für die Fahrt dahin veranschlagten, schwante mir schon übles.
Ich war mir extrem unsicher, auf der einen Seite, hätte ich das Zimmer noch bis 17:59 kostenfrei stornieren können, auf der anderen Seite – soviel konnte das doch dann auch nicht kosten, dahin zu kommen?

Mir wurde erst einmal geraten, in den Bus einzusteigen und für 100 Baht ins Zentrum zu fahren, dann könne ich mir ein Tuk Tuk nehmen, dass mich dahin bringt.

Gesagt, getan, ca. 1 h sind wir durch die Gegend gegondelt, bis wir dann endlich an der Endstation angekommen sind. Dann ins Tuk Tuk eingestiegen, wollte ich erst einmal den Preis wissen – der Tuk-Tuk-Fahrer meinte nur, dass er mal kurz um die Ecke fährt – dort wartete dann ein Typ mit einem Mini-Reisebüro, der mir dann ein Ticket nach Koh Samui verkaufte. Transport zum Guest House – 300 Baht – WAS????? Zur Abholung für die Koh Samui-Tour dann nach etwas verhandeln Sonderpreis: 210 Baht.

Boah, am Ende zahlte ich 610 Baht, fast 16 Euro nur für den Transport zu und der Abholung aus meinem Guesthouse. Das ist mehr, als ich überhaupt für die Übernachtung bezahle. Ich hab schon überlegt, das dann sausen zu lassen und mir für diesen Preis einfach ein anderes Hotel zu nehmen, aber am Ende bin ich dann doch hierher gefahren, wurde ziemlich freundlich von einer etwas älteren und etwas jüngeren Dame begrüßt, mal unterhielt sich kurz, sie wollten gar nicht glauben, dass ich 300 Baht hierher bezahlt hatte.  Das Zimmer macht am Ende den ganzen Ärger mehr als wett – wirklich im Vergleich zu den Zimmern in Ayutthaya, Sukhothai und Chiang Mai ein Traum.  Wenn das doch nur nicht so weit ab vom Schuss wäre.

Aber ein Zimmer mit Eckbadewanne ist doch schon was feines, oder? Werde ich dann gleich mal ausprobieren.

Immerhin, wieder mal was gelernt – in Thailand nicht nur nach Bewertung und Preis gehen, sondern auch mal nach der Lage schauen. Vor allem in Großstädten lohnt es sich, vorher mal nachzuschauen, wo die Unterkunft liegt, liegt die wie hier zuweit ab vom Schuss, kann es halt passieren, dass der Transport dann mehr kostet, als die Unterkunft selbst. Oder eben den Gastgeber anrufen und eine Abholung vereinbaren. Tja, so ist das Leben – etwas ärgerlich war es schon, aber inzwischen bin ich aufgrund des schönen Zimmers und meiner grundlegend positiven Einstellung schon darüber hinweg.

Morgen geht es dann endlich nach Koh Samui – ich freue mich echt darauf, mich ans Meer zu setzen meine Füße in den Sand zu packen und einfach zu relaxen und dem Meer beim Rauschen zuzuschauen. Dann endlich auch wieder ein luxeriöseres Erwachsenen-Hotel – ich bin mal gespannt, ob / wieviele neue Bekanntschaften ich mache.

ที่ด้านบนของต้นไม้ – Thī̀ d̂ān bn k̄hxng t̂nmị̂ – In den Baumwipfeln

Wie bereits gestern geschrieben, war heute das Ziplining-Abenteuer. Da ich das noch nie gemacht habe, war ich echt gespannt. Ca 1-2 Monate vor meiner Reise kam mal im Fernsehen ein ziemlich schlechter Action-Film mit einer Wrestlerin als Hauptdarstellerin, bei dem ihr Freund in der Dom. Republik beim Ziplining abstürzt und dann schwer verletzt entführt wird. An den Film zurück denkend hatte ich dann ein etwas mulmiges Gefühl im Bauch – aber das gehört glaube ich dazu, wenn man Dinge das erste Mal tut.

Während der relativ langen Fahrt von ca. 1 h zum Ziplining dachte ich ein wenig nach und erkannte, dass das eine neue Erfahrung wird, die meine Grenzen erweitert und sprengt.

Irgendwann angekommen, deponierten wir dann unser ganzes Zeug in Spinde – ich Hornochse hatte nahezu nichts, außer einer Flasche Wasser, lächerlichen 10 Baht, meinem Bangkok-Basecap und meiner Sonnenbrille mitgenommen – kein Handy, keine Kamera, so dass ich auch keine Fotos oder Filme von den Dingen machen konnte. Schade, war das doch ein echtes Erlebnis. Irgendwie bin ich heute früh dann wohl doch überstürzt los – was für ein Pech auch.

Nach den Spinden gab es dann erst mal eine hübsche Duschhaube für jeden – aus hygienischen Gründen – und dann ging es auch schon in die Ausrüstung – im Endeffekt eine Ausrüstung, wie es auch die Bergsteiger tragen. Dann ein Stückchen laufen und schon standen wir vor der ersten Line – einem Drahtseil, in das man eine Doppelrolle, die an der Montur befestigt ist, einhängt, dann „setzt“ man sich, also hängt sich in das Geschirr und los geht es bis zum nächsten Baumwipfel. Ich war der erste, fasste den Mut zusammen, ließ mich hängen und rutschte sozusagen bis zum nächsten Baum.

Unter einem ca. 10 m Luft und darunter dann verschiedene Bäume – der Hammer. Zwischendrin immer mal noch der Ausblick über die fantastische Landschaft.

Die Crew war echt fantastisch, hat immer mal Späße gemacht und einem gute Tipps gegeben.

Richtig krass war die 1000 m Zipline, bei der man eine gefühlte Ewigkeit hoch über den anderen Baumwipfeln dahinflog und einen extrem guten Blick auf die umgebenden Landschaften hat. Absolut atemberaubend. Ich war echt komplett geflasht von diesem Erlebnis, hatte so eine Freude daran, dass ich mir echt mehrfach die Freudentränen unterdrücken bzw. wegwischen musste, weil es ein so befreiendes, einzigartiges Erlebnis war.

Immer weiter und weiter ging es die Wipfel entlang, zwischendrin gab es mal wieder die eine oder andere Wasserpause und kürzere Wanderung. Kurz vor Schluss dann die „Rollercoaster“ eine krasse Zipline. Die unterschied sich kompett von den anderen Ziplines, war diese doch kein einfaches Drahtseil, sondern war im Endeffekt eine Schiene, ähnlich einer Achterbahnschiene auf die ein Griff geschoben wurde, an dem man eingehängt wird. Richtig krass war, dass diese „Zipline“ eben nicht nur gerade von Punkt A zu Punkt B geht, sondern jede Menge Kurven enthält, so dass es einen bei jeder Kurve so die Beine weghaut, dass man aufpassen muss, damit nicht irgendwo gegen einen Baum zu knallen.

Aber ein fantastisches Erlebnis – echt eine aufregende, adrenalingeladene Fahrt. Nach dem Rollercoaster hatten wir dann noch 8 Ziplines zu überwinden, bis wir an eine Plattform kamen, wo alle Ziplines endeten. Einzig und allein zwei Seile hingen da in der Gegend herum. An denen wir dann heruntergelassen wurden, bestimmt 15 oder 20m herunter. Absolut genial, wenn auch am Anfang etwas gruselig, vor allem, wenn man heruntergeguckt hat.

Nachdem dann alle heruntergelassen wurden und einer unserer Guides sich kopfüber abgeseilt hatte, gab es dann noch ein relativ schlichtes Mittag und ein cooles T-Shirt kostenlos dazu. Also ich muss sagen, Preis-Leistung sind bei den Jungs echt kolossal, zumal diese die einzigen mit so etwas wir der Rollercoaster sind.

Ziplining ist echt eine absolut geniale Erfahrung, die eigentlich mal jeder machen sollte, außer wenn man Höhenangst hat, macht das riesig Spaß.

Was mich etwas störte, war mein rechter Knöchel. Dort hatte ich mir in Pai, auf dem Weg vom Auto zum Wasserfall die Haut aufgeschürft, was dann anfing zu bluten, ich jedoch kein Desinfektionsspray mit hatte, um die Wunde zu säubern. Das Desinfektionsmittel ist mir dummerweise während der 3-Tage-Trekking-Tour im Rucksack aufgegangen und dann quasi direkt verdunstet. Ein neues habe ich mir leider auch nicht geholt, so dass die Wunde nun wohl leicht eitrig ist und bei Druck weh tut. Beim Wandern hat dann mein Pflaster und mein Schuh immer auf die Wunde gedrückt, so dass es schwierig war zu laufen.

Als zweites hat das 2x im Regen tanzen und anschließend während des Regens ins „Hotel laufen“ nun auch sein Tribut gefordert, ich habe nun leichten Husten und Halskratzen, mir aber noch einmal Hustenbonbons im 7 eleven geholt, die eigentlich ganz gut schmecken und auch relativ gut helfen.

Nach der Ziplining-Tour ging ich erst mal in mein Zimmer und ruhte mich relativ lange aus – schlief ein bisschen, um danach erst mal meine Wäsche zu holen, die ich gestern in die Reinigung gebracht hatte. Die Dame von der Wäscherei sagte mir gleich dass eine Socke fehle, ja das hatte ich heute morgen bemerkt, als ich Socken für meine Trekking-Schuhe anziehen wollte und partout nur eine fand – die andere hatte ich dann wohl in die Wäsche gegeben. So musste ich dann ohne Socken in die Wanderschuhe schlüpfen, was eben speziell für die Wunde nicht so gut war.

Da das mein letzter Abend in Chiang Mai ist, beschloss ich, noch ein letztes Mal auf den Nachtmarkt und zur Live-Bühne zu gehen. Zwischendrin schoss ich noch einige Fotos von Chiang Mai, einfach als Erinnerung daran. Ich werde Chiang Mai wohl vermissen, da sich damit einige schöne Erinnerungen verbinden lassen – der Start der 3 Tage-Trekking-Tour, die Party-Nacht im Spice, die 2 Stunden Technobeat-Tanzen im Zoe in Yellow, das Tanzen im Regen gestern Abend mit vielen anderen zusammen auf dem Night-Bazar vor der Live-Bühne, aber auch das Schlendern über den Night-Bazar wird mir echt fehlen.

Da das gleich um die Ecke war, ging ich als erstes zur Stadtmauer, auf den Platz, wo hunderte Tauben darauf warten, irgendwie gefüttert zu werden:

und das trotz des expliziten Verbots-Schildes:

Und wie man sieht, sind die Tauben so zutraulich, dass sie auf den Leuten überall landen, auf dem Kopf, den Armen, teilweise im Gesicht. Nee, das wäre nichts für mich – ich füttere doch nicht diese Flug-Ratten.

  

Irgendwann dann kurz vor dem Night-Bazar steht dann dieser Tempel hier:

Ich schlenderte mal wieder etwas über den Night-Basar, traf mal wieder den einen Schneider, der mir nicht wie die anderen laufend einen neuen Anzug andrehen will, sondern mit dem man sich einfach mal so unterhalten kann. So erzählte ich ihm, dass ich die letzte Nacht heute hier bin und dann in den Süden fliege, er hat mir viel Glück gewünscht, man hat sich mit Handschlag verarbschiedet – ich denke, wenn es mehr solche Leute, wie ihn geben würde, würde ich es mir nicht 2x überlegen, doch noch etwas von ihm zu kaufen.

Auf dem Night-Market, mit der Bühne holte ich mir dann erst einmal einen Burrito für 150 Baht eigentlich ziemlich teuer, aber extrem lecker – schmeckt wie original und anschließend ein großes Singha-Bier, dass ich dann genussvoll trank, während ich auf die Live-Musik wartete.

Eigentlich eine hübsche Location, bitte fragt mich nicht, warum die Eimer da hängen – es sind keine Laternen, sondern einfach stinknormale Eimerchen.

Irgendwann startete die Live-Musik, diesmal wurde eher der Schnulzen-Kram gespielt – also eher langsamere Stücke. Die Tanzfläche wurde dabei komplett von Kindern beherrscht, die wild durch die Gegend tobten – ein Bild für die Götter. Wie sehr ich doch meine Kinder vermisse !!!

Zwischendrin kam sogar wieder die „durchgeknallte Tänzerin“ (ist nicht böse gemeint) von gestern, sah mich, grinste, und umarmte mich gleich mit den Worten – „hey my dance buddy is here again“ oder so ähnlich. Ein echt tolles Gefühl, einfach mal so umarmt zu werden.

Eigentlich wollte ich mich zu ihr und ihren anderen „Buddys“ setzen, allerdings fand ich Sie leider nicht mehr, so dass ich dann beschloss wieder in Richtung Hostel zu gehen.

Irgendwie blieb ich dann doch noch im Night-Bazar hängen und schaute noch einmal nach ein paar Geschenken als Souvenir, immerhin zwei Sachen habe ich bekommen, eins für S. ich hoffe mal, dass ihr das gefällt, zumindest in Deutschland habe ich so etwas bisher noch nicht gesehen und eins für mich, eine Kette mit einem Yin-Yang-Symbol. Ich hoffe mal, es sorgt in Zukunft dafür, dass ich mich daran erinnere, wie ausgeglichen und entspannt ich doch in Thailand war.
Für die Kinder fand ich leider nicht wirklich etwas. Wenn ich etwas in der Richtung gefunden habe, war es in der Regel entweder irgendetwas, was man in jedem zweiten Laden überall auf der Welt kaufen kann, oder aber nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Naja, zur Not schaue ich dann noch einmal in Bangkok oder auf Koh Samui oder Koh Phangan nach ein paar Souvenirs, vielleicht finde ich ja dort etwas.

Nach ca. 1 1/2 h herumlaufen hatte ich dann irgendwann die Nase voll und ging dann wirklich ins Hostel, auch wenn das wiederum ein Spießrutenlauf ist, weil man an jeder Ecke: „Dou you want a massage“ oder „Do you like a suit“ oder „Hello, come in“ hört. Das wird mir an Chiang Mai wahrscheinlich nicht fehlen.

Nun sitze ich hier, schreibe den Blog und es ist inzwischen Mitternacht. Zeit ins Bett zu gehen.

Morgen fliege ich dann gegen Nachmittag nach Suratthani, der Stadt, aus der die Fähren und Boote zu den Inseln fahren. Da ich leider zu spät für die letzte Fähre ankomme, werde ich dort erst einmal übernachten, um dann am Donnerstag nach Koh Samui überzusetzen. Flug und beide Hotels sind gebucht, nun geht der Trip in die nächste Runde. Ich bin echt wieder gespannt.

Machts mal gut, habt eine schöne Zeit. Bis morgen dann.

 

เต้นรำในสายฝน – Tênrả nı s̄āy f̄n – Im Regen tanzen

Hallo Welt da draußen. Nach den Blog-Schreiben von gestern beschloss ich noch etwas essen zu gehen, da ich wieder mal Appetit auf Pizza hatte, suchte ich mir dann entsprechend eine Pizzeria aus. An der ersten ging ich vorbei, ich weiß nicht wieso, irgendetwas – die Vorsehung vielleicht – trieb mich weiter.

Bei der zweiten Pizzeria kehrte ich ein. Dort waren nur zwei Tische belegt, ein Vierertisch mit 4 Personen, bestehend aus 2 Damen und 2 Herren, ein größerer Tisch nur mit einem älteren Herren. Ich beschloss, mich neben die 4 Personen zu setzen – man muss sich ja nicht so distanzieren. Der Tisch nebenan hatte ziemlich komische Speisen auf dem Tisch stehen – einen kompletten Fisch, der nahezu aufgegessen war, jede Menge Mini-Muscheln, Würste am Spieß und auch …. Insekten – ganz schwarze.

Kurz nachdem ich gekommen war, sprach mich der Nachbartisch an, woher ich denn komme, ob ich das erste Mal in Thailand bin, so das übliche halt und boten mir an, eine der Muscheln mal zu probieren. Das tat ich auch – schmeckte eigentlich gar nicht so schlecht, mit etwas Chilli-Sauce. Dann fragte ich, ob sie denn wirklich Insekten essen würden, was die eine Dame bejahte und ich fragte, ob ich mal probieren kann, was sie auch bejahte.

Komisch – ich hätte mir vor dem Thailand-Urlaub nie vorgestellt, mal wirklich Insekten zu essen, zumal mich richtig tiefschwarze Insekten bisher immer ziemlich angeekelt haben. Nachdem es mir nun wirklich gut geht und mein inneres Gleichgewicht hergestellt ist, ekeln mich Insekten nun nicht mehr an, sondern sind eher faszinierend.

Erst mal fragte ich, unwissend, da noch nie gegessen, ob man da irgendwie den Panzer abmachen muss – nein, einfach in den Mund, kauen und gut ist.
Ich überwund mich und biss in den Käfer – das schmeckte noch nicht mal schlecht – irgendwie wie salziges Popcorn. Krass. Hier mal ein Bild davon:

Und nein, das ist keine Retusche oder nur gestellt, das Vieh habe ich dann wirklich gegessen. Irgendwann kam eine Pizza, die ich mir gut schmecken ließ.
Kurze Zeit später ging dann der einzelne Gast und auch einer der 4er Gruppe – ein Mann verließ dann den Tisch – er war / ist wohl Besitzer eines gerade entstehenden Ladens gegenüber – kurze Zeit später ging auch der andere Mann – ein Koreaner, der anscheinend zum Urlaub da war.

Nachdem die beiden dann so allein waren, fragte ich, ob ich mich zu ihnen setzen durfte – selbstverständlich, gleich darauf kam noch ein junger blonder Herr angehumpelt, er ist wohl betrunken Roller gefahren, hat mit dem Roller anscheinend irgendein Hindernis getroffen und ist dann dadurch quasi während der Fahrt des Scooters / Rollers abgesprungen, hat sich dabei am Bein verletzt.

Es stellte sich heraus, dass der Mann Engländer war, schon mehrere Male Thailand und auch Pai besucht hatte und er auch relativ lange bleibt.

Die beiden Damen und der junge Herr kannten sich wohl schon länger, unternahm regelmäßig irgendetwas. Er zeigte uns einen ziemlich schlechten Kartentrick, auch ich steuerte meine besten Kartentricks bei.

Anschließend spielten wir so etwas ähnliches wie Blackjack, nur, dass die 10’er quasi nicht zählen und man maximal 3 Karten aufnehmen kann. Irgendwann wollte Na – so der Name der Restaurantbesitzerin das Restaurant zu machen und wir beschlossen noch in eine Bar in der Nähe zu gehen, ins Hakuna Matata, wo man dann entsprechend weiter trinken und etwas tanzen und Spaß haben konnte. Man kam so oberflächlich mit verschiedenen Gästen ins Gespräch – nichts jetzt aber, woran ich mich allzu sehr erinnere.

Als dann auch diese Bar zu machte, liefen wir noch in die Don’t cry-Bar, die noch länger als die anderen geöffnet hatte. Dort lief ganz gute Musik, irgendwann fing es an zu regnen und dann entschloss ich mich im Regen zu tanzen. Es ging mir einfach so gut dabei, ich fühlte mich überglücklich.

Einige tanzten mit, es war wirklich ein richtig toller Abend. Irgendwann später, als es aufgehört hatte mit regnen, ging ich dann zurück zum Guesthouse und schlief eigentlich mal ganz gut, auch wenn ich am nächsten Morgen mit einem ziemlichen Kater aufwachte. Ich traf mich gegen 11:00 Uhr dann mit Andrea, dem italienischen Studenten, der eigentlich gerade in China studiert, wir redeten etwas darüber, was ich den Tag zuvor gesehen habe, da er erst einen Tag später nach Pai gekommen ist.

Eigentlich hatte er das meiste trotzdem gesehen, er war sogar an den echten heißen Quellen und nicht in diesem Resort. Er erzählte mir noch, wohin er überall noch will – eher muss, damit er alles von Pai gesehen hat.

Ich fand das etwas übertrieben, aber naja, jedem das seine. Mit ihm bin ich dann noch einmal in die Pizzeria gegangen, um Na und Jenny noch einmal persönlich auf Wiedersehen zu sagen, dabei entstand dieses schöne Bild.

Dann ging es leider wieder zurück nach Chiang Mai – Jenny hätte mich am liebsten noch da behalten.
Die Busfahrt nach Chiang Mai war recht ereignislos, wieder mal tausende von Serpentinen, 3 Stunden Fahrt – ziemlich nervig.

Angekommen in Chiang Mai hielt dann der Busfahrer ca. 100m von meiner neuen Bleibe – dem Born Guesthouse, in denen Felix und Ruben bis vor kurzem noch untergekommen sind. Eingecheckt, habe ich gleich mal die Ziplining-Tour gebucht, auch wenn ich da ein etwas mulmiges Gefühl habe, so mehrere Meter über dem Boden an einem Seil durch die Luft zu rutschen.

Dann noch die Wäsche zum Waschen abgegeben, Sachen gecheckt – verdammt, irgendwie habe ich meine Kopfhörer irgendwo liegen lassen – aber inzwischen habe ich so eine innere Ruhe und Kraft in mir, dass mir das ziemlich egal ist, die sind ersetzbar, die Erfahrungen hier in Thailand, die verschiedenen Situationen auf alle Fälle nicht. Werde mir wohl noch mal neue kaufen müssen, entweder hier oder wieder in Deutschland, naja, mal schauen.

Nach etwas Ausruhen, bin ich dann wieder mal zum Nacht-Basar gegangen. Ich wollte mir, da ich ein Shirt im B.M.P.-Hostel gelassen hatte – es war einfach total versaut – mit ein T-Shirt holen mit Bruce Lee als DJ drauf – das hatte ich am ersten Abend, als ich in Chiang Mai war, an einem der Stände gesehen. Leider wusste ich aber nicht mehr, wo der Stand genau war, ich habe relativ lange gebraucht, um endlich die Halle zu finden, in der ich das erste Mal war.

Irgendwann taten mir die Füße weh und ich beschloss mal wieder zur Live-Bühne zu gehen, bei der ich bereits mit Felix, Ruben und John gewesen bin. Dort holte ich mir einige Frühlingsrollen – eigentlich ganz lecker, aber irgendwie viel zuviel Kraut drin, während ich aß, wurden auf der Nebenbühne einige traditionelle Tänze aufgeführt.

Irgendwann war das auch zu Ende und die Band fing an zu spielen. Die Bands hier, sind echt ziemlich gut, können irgendwie alles querbeet spielen, klingt trotzdem echt Spitze.

Es kam, wie es kommen musste – es fing an zu regnen. Da meine Hose von gestern immer noch nass ist und ich meine letzte (kurze) Hose nicht auch noch nass machen wollte, ging ich unter ein Zeltdach, unter dem auch eine Gruppe von mehreren Mädels / Frauen am Tisch saßen. Eine der Frauen, war irgendwie ziemlich verrückt, tanzte immer mal wie ein Derwisch im Regen herum, strahlte so eine verrückte, positive Energie aus, das das einen wirklich mitnehmen musste.

Als der Regen nach ein paar Minuten aufhörte und die Musik einfach so gut war – sie spielten Bob Marley – fingen ich und auch einige der Mädels an zu tanzen und es blieb dabei, auch als es dann doch wieder anfing zu regnen. Zu den Mädels und mir gesellten sich dann noch ein paar Jungs / Männer, viele drum herum schauten gespannt zu, irgendwann fingen auch sie an zu tanzen. Es war so ein schönes Erlebnis, so viele Leute irgendwann tanzen zu sehen, obwohl es regnete. Irgendwann war auch das letzte Lied zu Ende, das ziemlich verrückte Mädel umarmte dann alle, die mitgetanzt hatten, einfach, weil es ihr so viel Spaß gemacht hatte. Ein tolles Erlebnis – zwei Tage hintereinander im Regen zu tanzen.

Ich bin echt unheimlich glücklich. Vielleicht gehe ich ja morgen noch einmal auf den Night-Basar um wieder im Regen oder auch nicht Regen zu tanzen, anscheinend ist die Band nämlich wieder da und spielt.

Vorher gehe ich mal noch zip-linen, ich bin echt total nervös und aufgeregt deswegen. Drückt mal die Daumen.

สำรวจท้องฟ้า – S̄ảrwc tĥxngf̂ā – erkunde das Paradies

Für heute hatte ich wieder eine Tour gebucht, um die Sehenswürdigkeiten in und rund um Pai kennenzulernen. Abholung war 9:45 Uhr, wieder einmal bin ich viel zu früh, kurz vor 6 aufgewacht, konnte nicht mehr richtig schlafen, habe dann eher gedöst, als zu schlafen. Da mir langsam die Wäsche ausgeht, habe ich meine ganze schmutzige Wäsche zusammengepackt und wollte Sie, während ich auf der Fahrt bin, waschen lassen. Dann hätte ich sie morgen früh noch problemlos abholen können und wäre mit (fast) komplett frischer Wäsche wieder nach Chiang Mai gekommen.

Mit dem entsprechenden Beutel unter dem Arm, bin ich los – tja, irgendwie hatten gegen 8:15 noch alle Wäschereien zu. Also wieder zurück, dann wieder zum Frühstück, hier im Breeze of Pai gibt es leider keins, also dann auswärts gegessen. Nach einiger Überlegung habe ich dann Toast, Spiegeleier und Fruchsalat gegessen und einen Cafe Americano getrunken, im Endeffekt ein normaler Kaffee mit einem Schnapsglas voll Milch.

Nach dem Frühstück habe ich dann mein Tagestour-Gepäck eingepackt, habe mich erst etwas noch auf die Terasse gesetzt und gechillt, bin dann vor an den Eingang, um auf die Abholung zu warten. Kurze Zeit später kam ein Motorrad, was mich mitnehmen wollte – bis zur nächsten Straße, wo ein anderes Motorrad mit Transportwagen und einem Mädel drin schon wartete. Ich stieg dann auch in den Transportwagen ein, fragte das Mädel woher es kommt – aus der Schweiz. Also konnten wir uns etwas auf Deutsch unterhalten und wurden zum Sammelpunkt gebracht. Dort ging es dann wieder mal in ein Songthaew und los gings. Zwischendrin lasen wir noch den einen oder anderen Reisenden auf, am Ende waren wir wieder zu zwölft, da wir keinen offiziellen Guide, sondern nur einen Fahrer hatten, konnte zumindest noch einer auf den linken Vordersitz.

Erste Station: der weiße Buddha. Unten am Parkplatz angekommen, hieß es dann erst einmal viele Stufen erklimmen. Oben angekommen fühlte ich mich wie Kung Fu Panda – „Mein alter Feind – Stufen“. Die Aussicht oben angekommen, dafür um so schöner.

 

Nach ca. einer viertel Stunde Aufenthalt ging es dann weiter zum Kiu lom Aussichtspunkt. Wieder ein traumhafter Blick in die Berge und Täler hinein:

Wie klein man sich doch dort oben fühlte, quasi eine ganze Welt unter sich.
Weiter ging es, diesmal mit relativ langer Fahrzeit zur Lod-Höhle. Es ist eine hauptsächlich eineTropfsteinhöhle, in der echt schräge Gebilde über die Jahrhunderte entstanden sind. Da die Höhle komplett duster ist, gingen immer Guides, anscheinend mit Brennstoffzellen-Lampen durch die Gegend. Was es da alles für verrückte Tropfsteine gab : Krabben, Krokodile, Schlangen, Vögel, … . Sogar ein Boobie-Stein, der aussah, wie eine weibliche Brust, war dabei.

Irgendwann stiegen wir dann in Bambusboote, um zum nächsten Höhlenabschnitt zu fahren, dabei konnte man dann sogar zum Höhlen-Ausgang blicken, an dem hunderte Vögel wild kreischend durch die Gegend flogen und anscheinend Mücken fingen.

Auf dem zweiten Bild sind die Vögel ziemlich gut zu sehen.

Irgendwann war dann die Tour zu Ende, irgendwie bekamen auch alle schon Hunger. Es gab dann entweder gebratenen Reis oder Pad Thai-Nudeln, quasi gebratene Nudeln, aber eben etwas anders, als wir das in Deutschland kennen. Es jetzt irgendwie zu erklären, fällt mir jetzt schwer, die Nudeln haben irgendwie eine andere Konsistenz als bei uns.

Gestärkt, fuhren wir dann gefühlt eine Ewigkeit lang, bestimmt 1 h oder so mit dem Songthaew durch die Gegend, um dann endlich am Wasserfall anzukommen. Nach einer Weile laufen, war der Wasserfall dann doch relativ enttäuschend, er war mehrstufig, allerdings konnte man an die meisten Stufen nicht oder nur schwer herankommen. Während des Weges dahin schabte ich mir auch noch am Knöchel die Haut ab, so dass das blutete – toll.

Hier trotzdem mal Fotos davon:

Am Wasserfall unterhielt ich mich ein wenig mit einer Kanadierin, aber irgendwie ist man nicht richtig warm geworden, sondern es blieb bei relativ oberflächlichen Gesprächen, wo es so hingeht, wie lange, etc.

Dann ging es irgendwann weiter – zu den heißen Quellen. Leider waren es nicht wirklich die natürlichen heißen Quellen, sondern ein Resort, indem heiße Quellen in ein Pool geleitet wurden, diese konnten wir kostenfrei benutzen, der Aufenthalt in diesem Wasser war echt sehr entspannend, den meisten anderen war das Wasser aber viel zu warm – ich fand es super. Alle sind dann zum „normalen“ Pool gelaufen, irgendwann kam ich auch hinterher, habe an der Poolbar ein Bierchen getrunken und mit Barmann und der Kanadierin weiter geredet.

Letzte Station war dann Pai Canyon, an denen wir den Sonnenuntergang genießen konnten. Der Canyon war ziemlich beeindruckend und extrem voll – alle warteten auf den Sonnenuntergang.

Leider wurden wir ziemlich gehetzt, so dass man den richtigen Sonnenuntergang gar nicht erleben, sondern zum Sammeltaxi zurück musste. Insgesamt, war es ein interessanter Tag, wenn auch relativ stressig und die langen Autofahrten und die kurzen Zeitfenster haben ziemlich genervt.

Trotzdem will ich die Tour nicht missen, da man hier ein paar echt Tolle Blicke auf die traumhafte Umgebung Pais werfen konnte, in die man sich eigentlich nur verlieben kann.

Morgen heißt es dann leider wieder Abschied aus Pai nehmen und zurück nach Chiang Mai. Dann erwartet mich erst einmal das Ende meiner durchgeplanten Reise und ich bin auf mich allein gestellt. Ich freue mich da aber schon drauf, liegt dann alles komplett in meiner Hand.

มาถึงสวรรค์ – Mā t̄hụng s̄wrrkh̒ – Komm in den Himmel oder Ankunft im Paradies

Heute schon der dritte Blog-Eintrag – bin ich heute produktiv … :-).
Heute morgen ging es dann nach Pai, der vorerst letzten Station meiner Nord-Thailand-Reise, auch wenn ich möglicherweise noch etwas verlängere, aber das weiß ich noch nicht genau. Nach dem Aufstehen, wie üblich, duschen, diesmal dann auch alles wieder zusammen packen, dann Frühstück mal wieder im Hostel, diesmal mi Rühr- statt gebratenem Ei – irgendetwas fehlte, aber egal, Hauptsache Kaffee und irgendetwas zu essen.

Dann habe ich mir die Sachen geschnappt und bin zur Rezeption, habe ausgecheckt und auf den Bus gewartet. Lustigerweise sind zwei der Franzosen, die beim ersten Tag der Trekking-Tour dabei waren, auch nach Pai gefahren, irgendwie begegnet man sich immer wieder – das ging mir inzwischen so oft, dass ich inzwischen nicht mehr wirklich an einen Zufall glaube.

Während der Busfahrt schrieb ich eine Mail an meinen Vater, um ihm zu erklären, warum ich eigentlich nach Thailand, für 4 Wochen und alleine gefahren bin und ihm die ganze Hintergrundgeschichte erzählt. Es tat gut das zu machen, war ich doch vorher nicht bereit dazu, haben mir die letzten zwei Wochen so viel Kraft gegeben das endlich durchzuziehen.

Nach ca. 1 h war dann eine kurze Rast – eigentlich wollte ich die Mail weiterschreiben, aber so holte ich mir dann etwas zu trinken und ein Eis, der so dringend nötige Kaffee um mich von letzten beiden Party-Nächten wachzuhalten, war leider alle 🙁 .

Der Großteil der Strecke waren Serpentinen, hoch und runter – links und rechts. Das stört mich ja eigentlich nicht, da ich aber die Mail weiter schrieb, hatte ich doch ein bisschen Magengrummeln. Dazu kam, das der Fahrer des Mini-Van äußerst aggresiv fuhr – laufend auf den anderen vor uns fahrenden Mini-Van stark auffuhr und teilweise riskante Überholmanöver machen wollte, die er dann im letzten Augenblick wieder ließ. Echt eine schräge Fahrweise. Nach Pai sind nur relativ wenige gefahren, am Ende waren wir 7 Leute – der Mini-Van also nur halb besetzt.

Angekommen in Pai, habe ich mir dann gleich eine Kombi-Tour zur Erkundung der Umgebung von Pai gebucht und bin dann zum Guesthouse getippelt. Pai ist eine ziemlich hübsche, niedliche Stadt, aber meines Erachtens ziemlich von Touristen überlaufen. Man sieht zwar noch einige Einheimische, aber ich würde mal schätzen, dass mindestens 70% der Leute Touristen sind. Also so richtig harmonisch und idyllisch ist das dann nicht. Die Umgebung dazu umso mehr – in einem Tal und an einem Fluss gelegen, ist man umgeben von strahlendem leuchtenden Grün.

Im Guesthouse dann angekommen, habe ich eingecheckt, den Rechner angemacht und es fing tierisch an zu regnen. So konnte ich dann die Blog-Einträge der letzten Tage und die Email an meinen Vater fertigstellen. Zwischendrin habe ich mal noch ein Foto vom Regen aus meiner Bungalow-Tür gemacht.

Richtig schöner Regen, in dem Garten vor meinem Bungalow – echt cool.
Der Bungalow selbst ist auch sehr hübsch, eine gute Mischung zwischen asiatisch angehaucht und europäisch, kann man sich hier echt wohlfühlen.

Nach dem Regen habe ich dann wieder mal zu Fuß die Gegend erkundet, hier steht echt Hostel/Guesthouse an Hostel/Guesthouse, speziell auf die Backpacker zugeschnitten. Und dann ganze Straßenzüge voll mit Bars und Restaurants, andere wiederum voll mit Essens-Ständen.

Ich habe dann erst mal in einem Cafe wieder einen Eis-Latte getrunken – ach, das tut bei den warmen Temperaturen immer so gut – um mich herum entweder Deutsche, zwei Holländer und eine Engländerin (glaube ich zumindest). Also schon sehr stark mit Touristen besetzt. Ich habe mir für die morgige Fahrt dann noch ein extra Handtuch und wieder ein paar Socken gekauft, die anderen waren entweder kaputt oder gingen nicht mehr sauber zu waschen, also habe ich die heute morgen im Zimmer in den Mülleimer geworfen, zusammen mit meinem Sport-T-Shirt, das ebenfalls so viele Flecken hatte, die nicht mehr auszuwaschen waren. Da mir die letzten Tage irgendwie noch in den Knochen steckten, legte ich mich etwas hin und schlief noch etwas.

Später, kurz vor Sonnenuntergang, machte ich mich dann wieder auf die Socken, um etwas zum Abendessen zu ergattern. Irgendwann bin ich dann in der Sackgasse weiter gelaufen und habe eine Brücke über den Quai – sorry, über den Pai gefunden, mit einer herrlichen Aussicht in die Berge.

Dann ein Selfie für Facebook gemacht, plötzlich kamen zwei thailändische Damen und wollten ein Selfie mit mir zusammen machen – echt lustig. Ins Gespräch kam man leider nicht so – irgendwie war wohl ihr Englisch-Vorrat sehr begrenzt – mal schauen, vielleicht ergibt sich ja doch noch morgen oder so ein Gespräch mit einem einheimischen.

Nach den Selfies, habe ich dann noch einmal eine größere Runde gedreht, dabei hat mich ein Mädel auf dem Scooter angesprochen – sie wollte wohl auf den Fruchtmarkt. Hier gibt es Unmengen an Scooter-Verleihen, anscheinend sind diese wohl der einfachste und optimale Weg, die Gegend direkt außerhalb zu erkunden. Da ich mir aber geschworen habe, keinen motorisierten, fahrbaren Untersatz im Urlaub zu fahren (habe ja auch meinen FS zu Hause gelassen), laufe ich lieber zu Fuß. Tuk Tuks gibt es hier anscheinend nicht, lediglich Sammel- und Motorrad-Taxis.

Der restliche Abend war relativ ereignislos, ich habe mir erst einen Drink in einer Bar bestellt, bin dann weiter und habe ein echt superleckeres grünes Curry gegessen. Auf dem Weg „nach Hause“, sind mir dann noch einmal die beiden Mädels über den Weg gelaufen, die etwas früher nach dem Weg zum Fruchtmarkt gefraggt hatten, am Ende war da nicht viel los, man hat sich mit 2-3 Sätzen unterhalten, dann haben sich die Damen weggedreht und gut war. Wieder einmal habe ich dann den optimalen Moment abgepasst, um in den Bungalow zu gehen, kurze Zeit später fing es nämlich wieder an, zu gewittern und zu regnen.

Ich werde jetzt schlafen, morgen steht eine ganze Tour quer durch die Gegend von Pai an. Ich bin echt mal gespannt.

ปาร์ตี้ที่เชียงใหม่ – Pār̒tī̂ thī̀ cheīyngh̄ım̀ – Party in Chiang Mai

Wie bereits im „Dschungel-Post“ angekündigt, hier die Fortsetzung, aber unter einem anderen Eintrag, da das sonst den Rahmen komplett gesprengt und außerdem eine ganz andere Geschichte ist.

Im Songthaew tauschten wir Telefonnummern aus, ich bekam die von Lee, Felix und Andrea (dem Italiener) und wir beschlossen, uns am Abend auf einen Burger und etwas Live-Musik auf dem Night-Bazar zu treffen.

Im Hostel bekam ich dann ein neues Zimmer, das gar nicht mal so schlecht war, es sah nicht so abgewohnt aus, wie das in der ersten Nacht, alles war ganz gut in Schuss, das Bad in Ordnung, eine deutliche Verbesserung zur ersten Nacht im B.M.P. . Als erstes dann die langersehnte lange Dusche, mit ordentlich Shampoo und Duschgel – den ganzen Dschungel der Vortage abwaschen.

Danach ruhte ich mich ca. 1/2 h aus, machte also ein Powernap und war dann wieder voller Energie. Ich zog mich an und beschloss, zum Barbier zu gehen, um mal meine inzwischen wieder ziemlich unzähmbaren Haare und mein viel zu zerzausten, verwuschelten Bart etwas stutzen zu lassen.

Da noch mehr als genug Zeit war, ging ich erst einmal in Richtung von Rubens und Felix Hostel, wir wollten uns wohl so gegen 7, halb 8 treffen, vorher wollte ich halt noch zum Barber. Ich schlenderte so durch die Straßen, es war ganz angenehm wieder in der echten Zivilisation zu sein – brauchte dann aber fast eine dreiviertel Stunde, um einen ordentlichen Barber zu finden, der zwar nicht wirklich günstig war, aber immerhin ein Meister-Zertifikat hatte. So ließ ich mir fast eine Stunde die Haare schneiden und den Bart stutzen, wobei ich zwar etwas Angst hatte, ob der Haarschnitt dann auch gut aussehen würde, ich dann aber trotzdem mit etwas innerem Aufschrei die Kontrolle abgab und den jungen Mann alles machen ließ. Er machte das mit so einer Geduld und so einer Perfektion, dass mir das fast schon ein wenig zu viel war.

Am Ende kam aber ein ziemlich gutes Ergebnis heraus, beim Bart gab ich ihm eine grobe Richtung, er machte noch diesen und jenen Vorschlag, bei dem ich ihm freie Hand gab – am Ende sah ich nicht mehr wie dieser Einsiedler aus dem Urwald, sondern wie ein ordentlicher Mensch aus.

Als ich fertig war, kam die Nachricht von Felix – treffen bei ihnen – perfekt abgepasst, lief ich ca. 5 min zu ihnen – besser hätte es gar nicht laufen können. Wir warteten auf Lee – er kam und kam nicht, war aber auch nicht bei Whatsapp online, so dass man ihn hätte erreichen können. Erst mal im nächsten 7 eleven kaufte Ruben dann ein 4-Pack Bier und wir schauten noch einmal ins Guest-House von den beiden nach, ob Lee inzwischen angekommen war – was nicht der Fall war. Auch Whatsapp-Nachrichten wurden von ihm nicht empfangen, so hinterließen wir ihm eine Nachricht und gingen zum „Rock me Burger“ – einem echt verdammt guten Burger-Laden in Chiang Mai.
Unterwegs trafen wir dann Lee – irgendwie hatte er das Guest-House nicht gefunden und irrte so quer durch die Straßen.

Dann aßen wir Burger – 2 Lagen, 3 Lagen, tranken dazu echt krasse Cocktails, die anscheinend mit Trockeneis gemacht wurden, die blubberten und sprudelten und Neben quoll aus den Gläsern heraus – echt genial. Ich lud nach der Dschungeltour alle zum Essen ein – außerdem war ja Vatertag – der Sugar-Daddy, wie Ruben mich aus Spaß nannte zahlte halt – dann verließen wir den Burger-Laden.

Anschließend liefen wir zum Night-Bazar, holten unterwegs noch zwei 4er-Packs Bier. Auf der Bühne des Night-Bazar spielte eine ziemlich gute thailändische Rockband verschiedene Klassiker, natürlich tanzte keiner. Ruben und Felix waren wohl schon öfter da gewesen und Ruben spielte dann „Gogo-Tänzer“ und animierte tatsächlich alle möglichen Leute zum Tanzen. Wieder einmal sorgten Spontanität und Charisma für Action. Sehr geil.

Dann fing es an zu regnen, die meisten Besucher verließen den Night-Bazar, Ruben tanzte trotzdem weiter. Irgenwann war es dann wirklich einfach zu nass, wir setzten uns am Night-Bazar noch unter eine Plane, Ruben drehte sich um, sah einen recht hoch gewachsenen Typen mit Michael Jordan-Shirt und einer Elvis-Frisur, flux sprach ihn Ruben auf die Frisur an und wir lernten John kennen, einen Amerikaner mit einem deutschen und einem koreanischen Eltern-Teil, der aber schon ziemlich lange in Deutschland lebt. Er hat vor ein paar Monaten alles in Deutschland erst mal aufgegeben, um eine Asien-Tour zu machen, jetzt besucht er gerade Thailand.
Man kam so ins Gespräch, bis irgendwann alles auf dem Night-Bazar zu war. Es regnete wie aus Kübeln, wir überlegten, ob wir zurück zum Hotel oder noch etwas feiern wollten – wir entschieden uns für letztes. Ich hab dann ein Tuk-Tuk angehalten, in den 10s war ich schon pitschnass, dann zwängten wir uns zu fünft in das Tuk-Tuk, wobei wir bis auf Lee und John alle pitschnass wurden – Ruben und ich auf der linken Seite, weil wir links saßen, Felix auf der rechten.

Wir hielten dann am Spicy – einem Nachtclub, der zumindest bis nach 0 Uhr geöffnet hat – zahlten unseren Mindestverzehr an Getränken und rockten die Bude bis etwa 1:45, wo der Club dann auch endgültig zu machte. Ruben, inzwischen komplett dicht, sammelte von allen möglichen Leuten Sprüche, etc. die er mit seinem Edding auf sein weißes T-Shirt schreiben ließ, für jeweils einen Kuss (auf den Mund). Das hat wohl auch tatsächlich funktioniert, zumindest ab und an. Ich schrieb ihm „Geilster Tag ever“ auf das Shirt, zusammen in dem Club zu tanzen war einfach kolossal und hat echt Riesen-Spaß gemacht. Dann die Überlegung – noch etwas machen, oder ab nach Hause. Mich wollte eine Motor-Taxi-Lady mitnehmen, echt ganz niedlich, aber am Ende haben wir uns dann doch entschieden, noch woanders hinzufahren.

Da Lee am nächsten Tag früh raus musste, verabschiedeten wir uns von ihm und suchten dann ohne Lee ein Tuk-Tuk.

Der Tuk-Tuk-Fahrer machte dann den Vorschlag ins Forever zu fahren. Es stellte sich als vollkommen überteuerter Karaoke-Schuppen mit Girls-Begleitung heraus, das jeden mindestens einen Tausender (Baht) gekostet hätte. Nach langem hin- und herdiskutieren, verließen wir diesen Karaoke-Schuppen ohne was zu bestellen um mit dem immer noch wartenden Taxi dann ins nächste Etablissement zu fahren. Das hieß gleich, sah fast genauso ähnlich aus, allerdings ohne Karaoke und hier konnte man auch „nur trinken“, ohne gleich das ganze Paket zu nehmen. Wir tranken dann jeweils ein Getränk, die anderen quatschten mit zwei Mädels, irgendwann wurde mir das zu langweilig und ich machte dann den Abgang, fuhr mit dem Tuk Tuk ins Hotel, war dann kurz vor 4 im Hotel, machte noch schnell meine Steuer und schlief bis 6:30 also maximal 2,5 h, fühlte mich danach aber wieder extrem munter und wach (zumindest geistig).

Ich lief dann zum Chiang Mai Airport Plaza Einkaufszentrum, wo ich erst mal viel zu früh war – es war erst ca. 10:30, das Plaza machte aber erst 11:00 Uhr auf, quatschte noch ein wenig mit Ida, einer Schwedin, die gerade eine Detox-Kur nach der anderen in verschiedenen Ländern gemacht hatte und nun in Chiang Mai nach einer 10-Tages-Kur im Detox-Gefängnis shoppen wollte, man tauschte sich so ein wenig aus, ich gab ihr noch meine Nummern, ging relativ lustlos durch das viel zu europäisch aussehende Einkaufszentrum, aß dort noch relativ günstig etwas im Santa Fe-Restaurant und nahm anschließend wieder ein Tuk Tuk ins Hostel, wo ich mich noch ca. 1 h ausruhte. Irgendwann fing ich den Blog-Eintrag über den Dschungel an, bis mal irgendwann eine Whatsapp von Felix kam, dass sie Hunger haben, wann ich denn da sein könne. Ich machte mich fertig, lief zu ihnen hin, irgendwann kam auch John und wir gingen noch einmal in die Burger-Bude.

Danach noch einmal auf den Night-Bazar, wo zwar viele Leute, die Musik aber nicht gerade gut war. Ruben und Felix waren von der Nacht zuvor noch ziemlich fertig, waren auch noch Ziplining gewesen, so dass ihnen die Müdigkeit quasi in den Knochen steckte. So waren alle bereits gegen 21:30 Uhr irgendwie zu müde, wir verabschiedeten uns noch voneinander und jeder ging dann seiner Wege.

Eigentlich wollte ich mir noch ein T-Shirt mit DJ Bruce Lee holen, lief aber irgendwie in die falsche Richtung, weg vom Night-Market. Dann beschloss ich, ins Zoe in Yellow zu gehen, welches ziemlich gut bewertet und wohl der Schuppen für Backpacker ist. Nach etwa 20 min laufen, bin ich rein, war eine ziemlich gute Location – mehr so ein richtiges kleines Viertel von zusammengehörigen Kneipen, mit verschiedenen Dance-Floors – ein Main-Floor mit typischer Charts-Mucke, ein recht kleiner Floor mit Techno, getrennt von einer kleinen Gasse dann ein Rock-Schuppen. Echt cool. Getränkepreise waren auch mehr als angenehm – ein großes Bier für 100 Baht ist ein Spitzen-Preis. Ich tanzte dann bis 0 Uhr auf dem Techno-Floor fast durchgängig durch, danach schloss dann leider der Club.
Einer auf dem Techno-Floor sah so krass nach meinem Cousin Steffen aus, als wäre er sein Klon. Nicht nur das Aussehen, auch die Bewegungen, etc. erinnerten mich sehr an ihn. Vielleicht ist ja Luca-Phillipp auch in Thailand? Wer weiß.

Glücklich und nach ca. 2 Stunden richtig schön abtanzen habe ich dann ein Tuk-Tuk genommen, bin ins Hostel und schlief glücklich ein. Zwei echt tolle Party-Nächte in Chiang Mai.

Morgen gehts nach Pai für zwei Tage, dann wieder kurz zurück nach Chiang Mai und dann mal sehen. Leider sind nach meiner Pai-Tour Ruben und Felix schon im Süden, vielleicht treffe ich mich ja aber noch mal mit John und wir gehen was unternehmen. Es ist so genial, so schnell neue Freunde kennenzulernen.

อยู่ในป่า – Xyū̀ nı p̀ā – Im Dschungel

Ich habe lange nicht geschrieben, da ich, wie im vorherigen Post angekündigt hatte, auf eine 3-Tages-Trekking-Tour in den Dschungel im Norden von Chiang Mai zu gehen. Inzwischen bin ich zurück und es war eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.

Aber der Reihe nach…

Los ging es am 8.05. wo uns gegen 9 Uhr ein „Bus“ abholen sollte. Wie erwartet, war das nicht 9 Uhr Farang-Zeit (also pünktlich) sondern der Bus kam ca. 10-15 min später. Vorher noch kurz gefrühstückt, ausnahmsweise mal im Hostel, ein Frühstück mit etwas Toast, Marmelade, Butter und ein paar Früchten. Gar nicht mal schlecht.

Der „Bus“ war dann einfach ein Pickup mit Aufbauten, hier nennt man das dann Songthaew oder eben auch Sammeltaxi. Ich war mit einigen Leuten zusammen, 4 Franzosen, die aber nicht allzu gesprächig waren.

Auf dem Weg wurden dann noch mehr eingeladen, zwei nette Blondinen, ein Pärchen, ein einzelner blonder junger Mann und dann – tatsächlich, die beiden Deutschen, die ich auf dem Weg zum Bus von Ayutthaya nach Sukhothai kurz kennengelernt hatte. Strike!

Zu zwölft saßen wir dann im Sammeltaxi, eigentlich war es wahrscheinlich nur für 10 Personen ausgelegt. So fühlte man sich, wie eine Sardine in der Büchse. Die Fahrt ging so ca. 30 – 45 min, durch dieses beengt sein, fühlte sich das wie eine Ewigkeit an.

Man kam etwas ins Gespräch, die Blondinen kamen aus Dänemark, der junge blonde Mann war Engländer, das Pärchen aus dem französischen Teil Kanadas.

Erster Stopp: Wasser, Insektenschutzmittel, Toilettenpapier und Sonnenschutz (Sonnencreme) einkaufen. Das meiste hatte ich eingepackt, also holte ich mir nur noch einmal etwas Wasser und Toilettenpapier. Was ich aber ganz vergessen hatte – eine Badehose – irgendwie ging das Buchen der Dschungeltour in der Touristen-Info so schnell, dass ich überhaupt nicht wusste, was darin überhaupt enthalten war. Nach dem kurzen Stopp, dann auf bis zum „Absetz-Punkt“ irgendwo im Wald. Das war glücklicherweise nicht allzu weit. Dann das Kommando – alle ausziehen – und schwimmbereit machen. Tja, da merkte ich keine Badehose mitzuhaben – verdammt. Naja, so dann halt in Unterhose – ging ja nicht anders. Glücklicherweise habe ich ja diese Retro-Shorts, die man durchaus auch als Badehose durchgehen lassen kann. Dann sind wir ein paar Meter an einen Fluss gegangen, auf dem schon Bambusflöße bereitgestellt waren. Im Endeffekt waren das nur ein paar dicke Bambusrohre, notdürftig zusammengehalten.

Mit jeweils einem Flößer (oder „Kapitän“) ging es dann den Fluss hinunter. Am Anfang recht ruhig, zwischendrin mal mit leichten Stromschnellen – das war so entspannend, ganz leicht in dem optimal temperierten Wasser zu sitzen, die Seele baumeln zu lassen und ab und zu einmal von einem anderen „Kapitän“ mit seinem „Ruder“ oder den anderen Mitreisenden nassgespritzt zu werden. Mal setzte sich eine Zeit lang eine Libelle auf mein Bein und reiste eine Zeit lang mit.

Unterwegs fuhr man dann auch an einigen Leuten vorbei, die alle freundlich winkten oder total begeistert waren.

Einfach der Hammer. Zwischendrin gab es dann mal recht heftige Stromschnellen, bei denen das Floß fast gekentert wäre, aber mit ordentlich festhalten ging das dann.

Gleich lernten sich die beiden Deutschen und ich auch etwas näher kennen – Felix und Ruben heißen die beiden. Ruben hat so eine Spontanität und so ein Charisma allen Leuten gegenüber – man kann ihn eigentlich nur mögen. Felix ist von beiden dann eher der überlegtere, aber irgendwie ergänzen sich beide als beste Freunde echt gut.

Irgenwann sind wir abgestiegen, die Flöße wurden aufgeladen und kurze Zeit später wieder nach oben gebracht. Auf uns wartete unser Songthaew, wir zogen uns alle halbwegs was drüber und eine kurze Fahrt später wurden wir dann endgültig abgesetzt und kamen nur noch zu Fuß weiter.

Nach ca. 1/2 h Wanderung sind wir dann an einen Wasserfall gekommen mit einer kleinen Hütte auf Stelzen, in der wir dann erst einmal Mittag gegessen haben – jeder bekam eine Tüte Reis mit verschiedenem Gemüse drin, dazu ein Plastiklöffel. Wieder fiel mir auf, dass die Spannung zwischen den meisten nicht passte, die Franzosen und Kanadier blieben unter sich – Essen nahm sich jeder erst einmal selbst – bis ich irgendwann eingriff und alles verteilte. Tztztz.

Dann haben wir erst einmal ca. 1h am Wasserfall gechillt – ein Traum von einem Wasserfall.

Ruben und Felix haben echt totalen Unsinn gemacht – spontan eben und so erfrischend unbeschwert:

Der Wasserfall war echt rutschig, man musste tierisch aufpassen, sich nicht alle Knochen zu brechen.

Dann ging die Tour richtig los – Wandern, ca. 3-4 h. Fast ausschließlich bergauf, bei ziemlicher Hitze. Zwischendrin immer mal eine Pause von 10 min für Wasser trinken, kurz durchschnaufen. Unser Guide war echt einer von der lustigen Sorte, trällerte immer Lieder vor sich hin und hatte Adler-Augen, hielt mal hier und mal da an, um uns eine Stabheuschrecke zu zeigen, die man mit ungeübten Auge gar nicht für wahr nimmt, so gut getarnt, wie diese sind. Ab und zu dann mal größere Spinnen, Ameisen, was halt im Dschungel so kreucht und fleucht.

Zwischendrin lernte man sich zumindest ein wenig kennen – der Engländer heißt Lee wohnt eigentlich in Spanien und war die letzten 8 Monate als Service-Crew auf zwei verschiedenen Kreuzfahrtschiffen unterwegs gewesen – erst auf einer Karibik-Kreuzfahrt von Miami über diverse Inseln z.B. Jamaica bis nach Mexico und anschließend mit einem Schiff von Australien über Neuseeland, Tasmanien, Fiji, Polynesien, Hawaii bis nach Vancouver, wo er einen direkten Flug nach Thailand nahm, um sich etwas zu erholen.
Als Single ist das vermutlich echt ein Traumjob – man reist in der Welt herum und wird dafür sogar bezahlt – genial.

Ca. 1/2 h bevor wir dann unser Ziel erreicht hatten, ging unserem Guide langsam die Puste aus – immerhin – er war 47, sah aber aus wie Anfang – Mitte dreißig. Er hat sich also auch irgendwie jung gehalten, so wie ich – alle staunten, dass ich schon 41 bin – die meisten dachten, ich bin so um die 30. Was für eine Ehre. Zwischendrin einfach nur kolossale Landschaften – so traumhaft schön, dass ein Foto diese Schönheit gar nicht einfangen kann.

 

Kurz vor unserem Endziel – quasi im Tal des letzten Bildes trafen wir dann auf ein paar Kühe, wo Rubens Spontanität und Unbekümmertheit mal wieder eine Traum-Vorlage für ein lustiges Bild lieferte.

Dann endlich am Ziel – ein Dorf, extrem abgeschieden – alle lebten sehr einfach – es gab zwar Strom und auch fließendes Wasser, aber das meiste wurde einfach noch traditionell gemacht – Abwaschen am kalten Wasserhahn, Bauen ohne große Maschinen, Ackerbau mit Handwerkzeugen. Alles so einfach und aufs nötigste reduziert – ein Ort, an dem man bestimmt keine der Zivilisationskrankheiten, wie Depressionen, Burnout, Workaholism kennt. Super-idyllisch.

Jedes Haus hatte einige Hühner, meist noch mit einer Menge Küken, mindestens ein Schwein, einige hatten auch noch Hund, die Hunde extrem zutraulich und sehr gut gepflegt. Auf der Erkundungstour haben wir dann auch noch eine Schule gefunden, in der ein paar Kinder Fußball spielten, Lee und Ruben sind dann ganz klischeehaft in das Fußballspiel eingestiegen und haben dann ein paar Tore mitgespielt.

Echt lustig – wieder einmal habe ich mich gefragt, warum mir das nicht so eingefallen ist, und ich nicht so aus mir herausgekommen bin, um so eine Situation zuzulassen.

Irgendwann gab es dann Abendessen, bis dahin haben wir verschiedene Kartenspiele gespielt. Nach dem Essen ging das Kartenspielen dann weiter, wir spielten „Shithead“- ein Spiel, das relativ einfach geht und wirklich Spaß macht, bis spät in die Nacht, das Eis zwischen den Leuten taute dadurch etwas auf, zumindestens zwischen denen, die mitspielten.

Als es dunkel wurde, kamen die ganzen Insekten, schwirrten wie wild um die Lampe herum. Viele bekamen tüchtige Panik, komischerweise behielt ich komplett die Ruhe – meine Abneigung gegen Insekten hat sich irgendwie ziemlich gelegt – warum auch immer.
Abends haben wir dann einen Nashorn-Käfer gesehen, ca. Handteller-groß, der hielt auf der Ebene quasi Wache. So ein schönes Tier.

Spät abends unternahmen Felix, Ruben und ich dann noch eine kleine Nachtwanderung, man sah kaum etwas, trotzdem haben sich die beiden so gut zurecht gefunden, als würden die schon Jahre in dem Dorf wohnen. Es war echt ein schöner Abend.

Die Nacht verbrachten wir in einer der Hütten, alle zusammen mit spärlich ausgestreuten Matratzen, einigen Moskito-Netzen, war es dann ziemlich beengt – richtig gut schlafen konnte ich auch nicht – entweder klapperte die Tür, die Zikaden zirpten einfach so laut, schnarchte einer oder mehrere recht laut (ja ich auch!!!), gegen 4 fingen die Hähne an zu krähen, richtig viel Platz hatte ich auch nicht, hing immer so halb im Moskito-Netz.

Das Klo einfachste Art und Weise – eine flache Keramikschüssel zum hinhocken – also ohne Sitzmöglichkeit,  immerhin mit Wasser und automatischen Abfluss, aber ohne laufendes Wasser, man musste halt mit einem „Topf“ spülen – Camping-Klo-Atmosphäre, irgendwie. Aber irgendwie ging es halt trotzdem.

Am nächsten Morgen dann Frühstück, jede Menge Toast, mehr oder weniger gut gekochte Eier – eines der dänischen Mädels erwischte ein kaum gekochtes Ei – es floss alles quasi weg – etwas Margarine, eine undefinierbare Multifrucht-Marmelade. Wieder nur Löffel, aber es ging schon einigermaßen. Dann war Trennung angesagt, hatten einige nur eine 2-Tages-, Felix, Ruben, Lee und ich die 3-Tagestour gebucht. Die 2-Tagestourgruppe ging zeitiger los als wir, hatten wohl ein strafferes Programm, so verabschiedete man sich vom Guide herzlich, ebenso von den beiden dänischen Mädels, irgendwie hatte das Kartenspielen einfach die Barriere gebrochen – von den anderen, per Handschlag, teilweise auch gar nicht – nur kurz Hand heben und weg waren sie. Wir bekamen dann einen neuen Guide – der uns gleich mal einen „Zaubertrick“ zeigte – ein Blatt im Dorf abmachte, etwas den Stengel knickte und auseinanderzog und pustete. Und siehe da:

er machte Seifenblasen – aus einem Blatt – der absolute Wahnsinn. Gegen 10 sind wir dann los, etwas gewandert, er zeigte uns laufend neue, echt coole Dinge – richtig harte getrocknete Blätter, die zum Fächer umfunktioniert wurden, Löcher in den Bäumen, aus denen Spinnen krochen, Thermitenbauten, einen Baum, auf denen Ameisen irgendeine Art Gummi-Haut gebaut hatten – so extrem interessant. Zwischendrin bei einer weiteren Pause, lief er kurz etwas in den Dschungel rein, nahm sein großes Buschmesser, hackte damit ein Stück Bambus ab, setzte sich hin und bearbeitete den Bambus mit seinem großen Messer. Gespannt schauten wir zu – er saß da bestimmt so 20 min und bearbeitete das Stück, schnitt verschiedene gleichdicke, fingergroße Stücke aus dem Bambus, schälte die Rinde ab, schnitzte und schnitzte und baute uns Essstäbchen. Die ersten zwei Paar vor Ort, die anderen dann auf dem Weg zur nächsten Station. Die Stäbchen hebe ich mir auf, so ein absolut tolles Andenken findet man selten.

Außerdem bastelte er sich aus einem Blatt und ein paar Zweigen eine Schüssel, zeigte uns, wie man mit einer bestimmten Blättersorte „Spinnennetz-Muster“ machen konnte, zeigte uns Bäume mit leckeren Beeren, die teilweise etwas bitter – so als würden sie Chinin enthalten – teilweise auch sehr süß schmeckten. Viele pflückten wir dann, er legte Sie in seine selbst gebastelte Schale.

Zwischendrin sahen wir dann auch noch Bäume, die ineinander verwachsen waren, oder eben Lianen, die sich um Bäume gewickelt hatten. Das war echt ein interessanter und lehrreicher „Walk“.

Mittags waren wir dann in einem anderen Dorf, ähnlich, aber doch anders als das, in dem wir untergekommen sind. Zum Mittag gab es dann Yum Yum Nudeln – etwas verfeinert mit Chinakohl – irgendwie wird hier an alles Chinakohl gemacht – zumindest ans Touristen-Essen. Das war jetzt nun nicht das, was wir uns unter einem traditionellen Mittagessen vorstellten, ein bisschen enttäuscht waren wir dann schon. Der Guide verschwand dann, um etwas anderes zu essen – wohl nix für europäische Mägen.

Dann etwas chillen am Reisfeld, am Ende trafen wir dann eine runzlige, alte Dame, die ihre Kühe aufs Feld brachte, sie sah so zerbrechlich aus, hatte aber so eine Energie und machte alles mit einer Leichtigkeit und Freude – ich war echt beeindruckt davon.

Dann ging es weiter, es tröpfelte schon leicht und der eine oder andere Donner war schon zu hören. Unser Guide zerrte uns dann quasi durch den Dschungel, vermutlich hätte die Tour wohl locker 2 Stunden gedauert, durch diverse Abkürzungen und echt krasse Steilhänge runter, haben wir dann lediglich 45 min gebraucht. Mir taten dann schon langsam die Knie weh, dann kamen wir an unserem Ziel an – einem Wasserfall, anders, aber genauso schön, wie der erste. Das Camp – noch viel minimalistischer als im Dorf, lediglich ein Dach – quasi ein komplett offenes Haus, mit ein paar schon ziemlich schrägen Liegeflächen, eine noch minimalistischere Toilette – mitten im Dschungel, ein einfacher Tisch mit harten, ungemütlichen Bänken. Noch eine Plattform, auf der diverse Koch-Utensilien und die Zubereitungsfläche für das Essen war, ein kleiner ausrangierter Topf diente als Herd – es wurde einfach etwas Holz darin entzündet und diverse Töpfe drauf gestellt – echt irre.

Während des Regens chillten wir etwas, Lee und Felix schliefen ein bisschen, Ruben und ich unterhielten uns etwas – unter anderem auch über meine Depression bzw. meinen Burnout – es war echt ein deepes Gespräch.

Als  der Regen dann aufhörte, gingen wir zum Wasserfall uns erfrischen:

Bis zum Essen spielten wir wieder Karten – Shithead – aßen dann ein leckeres Kürbis-Curry mit geschmortem Chinakohl und Reis. Hätte ich nicht gedacht, dass das Curry so gut schmeckt, mag ich doch gar keinen Kürbis.

Der Guide und derjenige, der uns an der Station entgegen genommen hatten, machten sich eine (wohl superscharfe) Chilli-Sauce aus Massen von Chillies und brieten sich Frösche in einem Rost auf der Feuerstelle. Der Wahnsinn.

Abends spielten wir noch etwas Karten, unser Guide schnappte sich dann Bambusgras, rupfte zuerst einige Stücke ab, bis ich ihm mein Taschenmesser anbot und das dann viel schneller ging und machte mit uns dann verschiedene Streichholz-Rätsel, die wir allesamt nicht lösen konnten. Es war ein lustiger Abend, auch wenn wir zeitig ins Bett gingen.

Mit dem Wasserfall einzuschlafen war echt super, die Nacht war ziemlich kalt, laufend fror ich – ich hätte nie gedacht, hier zu frieren, da ich sonst eigentlich die ganze Zeit immer in der Nacht schwitze.

In der Nacht hatte ich einen Albtraum – träumte davon wieder mit tonnenweise Arbeit zugekippt zu werden und davon wieder komplett zusammenzusacken – echt ein Scheiß-Gefühl, zumal es sich wirklich extrem echt angefühlt hat. Gruselig.

Wieder bin ich relativ zeitig aufgewacht, irgendwann gab es Frühstück, ich ging auch noch einmal an den Wasserfall, einfach um die Ruhe und das Plätschern zu genießen. Unser Guide verabschiedete sich gegen 8 ließ uns erst mal komplett alleine. Oh mein Gott – gestrandete Touristen mitten im Nirgendwo im Dschungel Thailands. Etwa 1,5h später kam dann wieder derjenige, der uns am Vorabend empfangen hatte und brachte uns dann mit ziemlicher Eile an eine Stelle, an der wir auf die Leute der 2-Tagestour trafen, die am Tag nach uns gestartet sind. Und dabei war der Italiener, den ich am Busbahnhof von Sukhothai nach Chiang Mai getroffen hatte – Zufälle gibt es.

Der Guide dieser Gruppe war schon ein recht alter Mann, der komplett auf Zack war, wirklich eine extreme Kondition hatte, sogar etwas Deutsch konnte und laufend Späße machte. Nach dem Treffen, wanderten wir noch ca. 1/2 h und kamen an den dritten Wasserfall.

Der war wieder komplett anders – hier lief das Wasser eigentlich komplett nur die steile Wand herunter.

Danach ca. 2 h laufen, zwischendrin wieder mit tollen Naturschauplätzen. Die anderen Reisenden waren bis auf den Italiener, den ich bereits kennengelernt hatte, alles Kanadier, wenn auch diesmal aus dem englischen Teil und wirklich gut drauf.

Irgendwann kamen wir in einem kleinen Rast-Häuschen an, warteten einige Zeit und wurden dann von einem Pickup aufgelesen, mit dem wir dann zur nächsten Station sind. Die Ladefläche war kochend heiß, festhalten ohne irgendwelchen Stoff dazwischen war echt kaum möglich.

Beim Schießen des Fotos musste ich wieder an die Situation vor Jahren in Portugal denken – „mach mal ein Foto“.

Nach 10-15min dann das Ziel erreicht – Elefanten-Camp. Da ich die Reise ja quasi ziemlich spontan und ohne großartige Nachfrage in Bangkok, dazu noch todmüde und kaputt vom Flug gebucht hatte, wusste ich nicht, dass die letzte Station eine Elefanten-Station war. Ruben hatte das zwar mehrfach erwähnt, aber ehrlich gesagt, glaubte ich bis zum Ende nicht so richtig dran. Anstatt Elefanten-Pflege-Station dann ein „normaler“ Elefanten-Park:

Typischer Touristen-Ort halt. Erst haben wir Mittag gegessen – es gab mal wieder Nudeln, diesmal aber gebratene, also kein Fertiggericht, auch mal endlich mit Gabel, wenn auch nur Plastik. Ich nutzte aber natürlich meine liebgewonnenen vom Guide geschnitzten Essstäbchen.

Die Elefanten alle angekettet, bereits an den Ohren und Augen konnte man den Elefanten ansehen, dass Sie überhaupt nicht glücklich waren. Der Elefantenbulle wurde separat gehalten, wohl weil er relativ aggresiv ist – bei so einer Tier-Haltung kein Wunder.

Ruben wollte am Anfang den Elefant reiten, nachdem er aber gesehen hat, dass die nicht glücklich sind und wohl Elefanten-Reiten auch inzwischen nicht mehr so oft angeboten wird, hat er dann nicht mehr darauf bestanden, so dass wir dann in den Fluss gingen und mit den Elefanten badeten und sie wuschen. Das war eigentlich ganz nett, wenn auch ein etwas befremdliches Gefühl, weil die Elefanten eben nicht gerade glücklich aussahen.

Danach ging es dann wieder in ein Songthaew, diesmal war wenigstens genug Platz und wir waren dann alle froh, endlich im Zimmer zu sein, uns zu duschen, eine richtige Toilette zu nutzen und mal die Beine hochzulegen. Auf der Fahrt beschlossen Ruben, Felix, Lee und ich am Abend mal nicht Reis zu essen, sondern in eine Burger-Bar zu gehen.

Mehr dazu aber im nächsten Post.

ไปเชียงใหม่ – Pị cheīyngh̄ım̀ – Auf nach Chiang Mai

Heute gibt es mal wieder nicht allzuviel zu erzählen – ok, ein kleiner Nachtrag von gestern noch. Darf ich vorstellen, meine neue nóng sâaw – meine kleine Schwester: Kung. Ich hatte ja gestern geschrieben, dass ich mich mit einer Thailänderin unterhalten hatte, wir uns zuammen fotografieren lassen haben und Whatsapp-Freunde wurden.

Nunja, in Thailand gibt es kein richtiges Wort für Freunde in dem „Freunde“-Sinne, nur Freund quasi als „girlfriend“ / „boyfriend“. Zu Freunden sagt man dann entweder Bruder oder Schwester, wenn man nicht im gleichen Alter ist, ist das dann der große/ältere Bruder / die ältere Schwester, oder eben die jüngere Schwester oder der jüngere Bruder.

Hier mal das Foto von uns beiden:

Natürlich bleibt das bei einer reinen Freundschaft – was sonst … . So schreibt man sich halt über Whatsapp erschiedene Nachrichten, lernt sich etwas kennen und eben auch Kultur, Gepflogenheiten, Sprache, Orte und bekommt Insiderwissen – echt cool.

Gestern Abend nach dem Blog-Schreiben war ich dann doch noch mal in Sukhothai quasi im Stadtzentrum und habe noch ein schönes Foto von einem der Kreisverkehre schießen können, leider ist das Foto etwas blass, aber ich hoffe, man kann es trotzdem sehen:

Die Straße war voll mit bunten Wimpeln behängt, ein herrliches Bild, wenn auch nicht ganz so schön wie bei Hectors Reise. Ich bin dann noch einmal durch die Gassen gelaufen und habe noch eine etwas größere Markthalle gefunden, aufgrund der recht fortgeschrittenen Zeit, waren die meisten Stände aber leider schon zu. Als ich denn dort an den Wimpeln vorbei bin, musste ich mir fast die Ohren zuhalten. Auf den ganzen Stromleitungen, die hier ja oberirdisch verlegt werden – saßen tausende von Vögeln und zwitscherten im Chor wie wild. Das war ein Krach!! Und dann habe ich sogar noch etwas von ihrer … naja ihr wisst schon, auf den Arm bekommen – pfui.

Dann bin ich  noch etwas essen gegangen, um anschließend ins Zimmer zu gehen. Hier habe ich dann noch die beiden Depressions-Blog-Einträge verfasst und mal an alle möglichen Leute noch einen schönen Gruß geschickt. Ich war überrascht dann sogar etwas von meinem ehemaligen Arbeitskollegen zu hören, der mich zu 100% verstand, weil er auch schon mehrere Depressionen hinter sich hat, mir nur nicht auf die Mails antworten wollte, weil es ihn wohl sehr mitgenommen hat. Es tut gut, sich den Leuten zu öffnen, überhaupt mal die Kraft und den Mut gefunden zu haben, das zu machen. Endlich die perfekte Fassade abwerfen zu können und zu zeigen, dass man Mensch ist.

Die Nacht habe ich wieder sehr unruhig geschlafen, wieder haben mitten in der Nacht die Hunde angefangen zu bellen, haben um 4 Uhr Morgens die Hähne gekräht, wobei die klingen, wie ersten Akkorde von Wiggle Wiggle. Die Vögel haben urst laut gezwitschert, die Tauben Sukhothai gerufen, Geckos oder Kröten ihre typischen Geräusche gemacht – alles in allem war es wieder viel zu laut.

Dazu sind durch verschiedene Ritzen im Boden, in der Wand oder durch die Dusche Mücken ins Zimmer gekommen, wodurch ich heute morgen ziemlich zerstochen war.
Trotz des schlechten Schlafens hielt meine schlechte Laune deswegen gerade mal ein paar Minuten (oder vielleicht auch nur Sekunden??) an, plötzlich ging es mir schon wieder richtig gut, ich habe Lieder geträllert, ich war / bin einfach glücklich.
Kurz nach 9 wurden wir (meine Nachbarn – zwei Jungs – anders kann man es nicht sagen – aus Berlin) und ein Italiener, den ich leider nicht nach dem Namen gefragt habe, abgeholt und zum Busbahnhof gefahren. Endlich habe ich auch mal den Schritt gewagt und etwas weggeworfen, die grüne Jeans-ähnliche Hose und das weinrote V-Ausschnitt-T-Shirt, das sowieso schon aus dem Leim ging. Dafür habe ich mir jetzt ein neues Polo-Shirt auch in weinrot – schwarz geschippert geholt, das so ein bisschen wie ein Adidas-T-Shirt aussieht.

Vom Busbahnhof ging es dann 10:10 Uhr los, diesmal in nicht so einem modernen Bus wie vorgestern, leider auch ohne Service, d.h. ohne Getränke und ohne Inklusiv-Essen. Da ich darauf gehofft hatte, habe ich nichts zu trinken mitgenommen und dann bis es dann glücklicherweise doch einen Mittags-Stopp gab, mit meinem Durst aushalten.

Mit dem Italiener habe ich mich ganz gut unterhalten können, die Berliner, hatten irgenwie nicht so richtig Bock dazu, wahrscheinlich war ich ihnen einfach zu alt – wer weiß.

Auf dem Weg nach Chiang Mai sind wir durch diverse Berglandschaften gefahren, leider konnte ich nur ein Foto erhaschen, dass noch nicht mal richtig gut geworden ist:

Naja, besser als nichts. Die Fahrt dauerte reine Fahrzeit 6 h zuzüglich einer Mittagspause von 20min, in der das Essen diesmal nicht enthalten, aber ziemlich günstig war (40 Baht glaube ich – etwas mehr als 1 Euro).

Angekommen in Chiang Mai wurde man gleich umringt von diversen Fahrtunternehmen – die extrem anhänglich und lästig waren – einem einfach nicht vom Pelz rücken wollten. Ich verzog mich dann schnell, rief dann mein Hostel an, diesmal war die Abholung inklusive und wartete dann, nachdem der ganze Wust von Tuk-Tuk, Taxi- und sonstigen Fahrern aufgelöst war, auf meine Abholung. Nach 20 min Fahrt, war ich dann im Hostel – zumindest ist das Bett ganz gut und die Wände zumindest etwas weniger hellhörig als im Bungalow, auch die Wände und der Boden nicht voller Löcher und ich hoffe mal, dass auch der Geräuschpegel hier, nicht so hoch ist. Dafür ist alles ziemlich vergammelt und kaputt, die ganzen Steckdosen teilweise schon auseinandergegangen, die Handtuchhalterung im Bad hält nur noch an zwei fast komplett durchgerosteten Schrauben, … .

Wlan gibt es … auf den Zimmern eher nicht, wenn, dann so schlecht, dass die meisten Seiten mit einem Timeout abbrechen. Na toll. Irgendwie hätte ich für den Preis, den mir diese blöde Touristen-Info abgeknöpft hat, tausend mal bessere Übernachtungsmöglichkeiten, wahrscheinlich noch zu einem besseren Preis gefunden – also wurde ich wohl ziemlich abgezockt. Naja, jetzt muss ich halt damit leben.

Nachdem ich mich geduscht hatte, es ist doch wieder mal extrem heiß hier, bin ich dann noch einmal in die Stadt, Kung hatte mir ans Herz gelegt, auf den Nachtmarkt von Chiang Mai zu gehen, da es dort wohl echt Klasse sei. Und was soll ich sagen, sie hat Recht. Eine ganze Straße voll mit Ständen über Ständen, auf beiden Fußwegseiten. Und dazu dann noch eine wirklich große Halle mit wieder hunderten Ständen – der absolute Wahnsinn. Natürlich bin ich wieder durchgelaufen – einfach um wieder die Energie aufzunehmen – wieder war es ein Genuss das getan zu haben – einfach die vielen Menschen zu sehen und ohne Kaufverlangen einfach durchzuschlendern.

Hier mal noch ein Bild davon (von außen fotografiert):

Am Ende habe ich mir noch einen Trekking-Hut geholt, leider habe ich meinen schönen Jack-Wolfskin-Hut wohl gestern in Sukhothai verloren und es erst heute morgen in meinem Zimmer überhaupt gemerkt. Schade. Naja, jetzt habe ich einen, der knapp 8 Euro gekostet hat, sieht aber ähnlich aus und passt auch gut. Dann habe ich noch etwas beim Inder gegessen, relativ teuer für insgesamt 400 Baht, was etwas mehr als 10 Euro sind, mit 1 großen Bier und einem Menü.
Nung meinte, dass sie gerade mal 350 am Tag verdient, für sie wäre soetwas also der blanke Luxus und für uns Europäer günstig. Tja, so tickt die Welt halt.

So, das wäre es dann wieder für heute – die nächsten drei Tage bin ich unterwegs, meinen Tagesrucksack habe ich schon gepackt, alles andere dann in den großen Rucksack – ich bin froh, dass er gerade so zu geht. Dass in den kleinen Tagesrucksack ein Gepäck für 3 Tage Platz findet, inkl. Taschenlampe, Medikit, Schlafsack, Reisehandtuch, Dusch- und Zahnputzzeug, dreimal Klamotten (U-Hose, T-Shirt, Socken) und auch noch Kompass, Flip Flops und Regenjacke finde ich schon beeindruckend. Ich hätte echt gedacht, dass ich da nicht alles rein bekomme, super.

Während der Wanderung werde ich nicht bloggen können, mein Notebook lasse ich hier, lediglich die Kamera und zur Not das Thailand-Handy nehme ich noch mit. Ich hoffe mal, dass ich unterwegs nicht schlapp mache bzw. mich die Hitze umbringen wird :-). Wasser habe ich erst mal besorgt, zumindest 2 kleine Flaschen und eine Flasche für nachher noch, ich denke mal unterwegs werden wir wohl auch noch was bekommen.

Drückt mal die Daumen, ich bin echt gespannt.

สันติสุขภายในสุโขทัย – S̄ạntis̄uk̄h p̣hāynı s̄uk̄hothạy – Innere Ruhe in Sukhothai

Nachdem ich gestern das Blog-Schreiben beendet hatte, war ich uneins, ob ich schon schlafen gehen sollte (es war ja gerade mal ca 19:00 Uhr Ortszeit) oder noch etwas unternehme. Ich schaute kurz, was man hier so machen kann, dann entschied ich mich, in die Choppers Bar zu gehen. Ich hab mich da wohl viel zu „förmlich“ angezogen, langes Hemd und Jeans und mich dann halb zu Tode geschwitzt, obwohl es ja eigentlich Abend war, war es doch noch sehr warm – zu warm für lange Klamotten. In der Bar war relativ wenig los – die meisten Tische leer, 2 kleinere Tische belegt und eine große Tafel, wo wohl ein Einheimischer Geburtstag gefeiert hatte.

Einer der jüngeren Herren am Nachbartisch bestellte dem Geburtstagskind einen guten Whisky auf seine Rechnung, was vom Geburtstagskind hoch anerkannt wurde – irgendwie war das eine schöne Geste, auch die Reaktion fand ich echt Klasse. Ich wünschte, mir wäre das eingefallen, vielleicht ja das nächste Mal.

Am Ende war es ein wirklich schöner Abend.

Ich bin dann auch jeder Menge Geckos begegnet – solchen Geckos, die ihren Namen rufen – „Gecko“, so wie es M. als Klingelton eingestellt hatte. Und es gibt hier Tauben, deren Gurren klingt wie: Sukhothai, Sukhotei. Echt lustig. Allgemein machen hier die Vögel sehr komische Laute – teilweise echt superlustige.

Die Nacht jedoch wurde nicht so prickelnd, das Haus gegenüber feierte bis spät in die Nacht eine Karaoke-Party, so dass ich bestimmt bis Mitternacht kaum schlafen konnte. Zwischendrin bellten dann noch die Hunde, manchmal war mir dann zu kalt, manchmal zu warm – irgendetwas passte in dieser Nacht nicht so wirklich. Relativ grummelig bin ich dann gegen 8 aufgestanden, hab dann noch meine Schmutzwäsche geschnappt und zur Reinigung gegeben – gerade mal 102 Baht für 1,7 kg Wäsche ist echt ein Spottpreis, nicht mal 3 Euro für fast alle T-Shirts und Unterhosen, da kann man echt nicht meckern. Im Hotel in Bangkok hätte ich wohl schon allein für zwei TShirts mehr bezahlt, daher bin ich ganz happy, zumal meine T-Shirts echt zu Ende gehen, heute habe ich das letzte noch saubere angezogen. Ich könnte jetzt zwar die Hemden anziehen, aber das wäre mir dann viel zu warm.

Nach dem Wäsche-Abgeben bin ich dann zur Bushaltestelle gegangen, wo bereits ein Pärchen aus Frankreich wartete. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier 4 von 5 Ausländern Franzosen sind – überall hört man französisch – komisch.

Statt des erwarteten Busses hielt dann ein Tuk-Tuk an – kein offizielles, sondern ein privates. Das wollte uns dann für 40 Baht für jeden mitnehmen, was gar nicht so schlecht war, wahrscheinlich hätten wir sonst noch eine Stunde auf den Bus gewartet. 14 km weiter, in der Altstadt – haben wir uns dann jeder ein Fahrrad für 30 Baht / Tag gemietet – wieder ein Preis, der für deutsche Verhältnisse einfach lächerlich ist – noch nicht mal einen Euro. Dann in die Tempel-Anlage, die im Endeffekt aus mehreren Tempeln mit einer riesigen Parkanlage drum rum besteht.

Es tat echt gut, mit dem Fahrrad rumzufahren, man hätte sicher auch laufen können, aber mit dem Fahrrad war es viel unkomplizierter. Dann die Tempel-Ruinen abgeklappert, die wirklich schön sind, keine Frage, sehr erhaben wieder, man spürt quasi wieder die Geschichte in diesen Mauern. Am Eingang eines der Tempel war es merkwüdigerweise ziemlich kalt, ich habe eine richtige Gänsehaut bekommen, obwohl das eigentlich nur zwei freistehende Mauern waren – sehr komisch. Heute habe ich auch mal die Remote-Funktion der Kamera ausprobiert, die kann man über WLAN, dass die Kamera bereitstellt auch mit dem Smartphone fernsteuern, echt eine coole Funktion. Leider steht die Kamera meistens nicht allzu stabil, wenn dann die Linse ausfährt, fällt die Kamera in der Regel um, man muss sie dann noch einmal nachbalancieren. Vielleicht hole ich mir ja noch mal so ein Mini-Stativ, aber da ich gerade überhaupt keinen Platz mehr habe, müsste ich mir vorher vermutlich noch einen etwas größeren Tagesrucksack kaufen. Mal schauen.

Die Fotos sind aber gar nicht mal schlecht geworden, hier mal ein paar Fotos von den Tempeln:

 

Dann ging es weiter, zwischendrin habe ich immer mal angehalten, bin ich mich gegeangen, um einfach alles auf mich wirken zu lassen.
Irgendwann radelte ich dann an eine Stelle, an der man eine Insel sehen konnte, die nur durch eine längere Brücke mit dem Rest verbunden war. Die Insel war aufgrund einiger Bäume sehr schattig – ein optimales Plätzchen, um sich niederzulassen und etwass zu entspannen, war es doch schon bereits ziemlich heiß.

Ich setzte mich hin und genoss den Anblick, schaute einfach nur auf diesen wundervollen Ort, ließ alles andere egal sein. Der Moment wurde zur Ewigkeit und die innere Unruhe in mir, die mich nicht rasten ließ, war verschwunden. Tränen des Glücks und der Erleichterung schossen aus mir heraus, es fühlte sich echt unglaublich gut an, nicht mehr alles unter Kontrolle halten zu wollen, sondern es freien Lauf zu lassen.

Dieser Ort hat so etwas magisches, denn auch eine jüngere Frau aus einer 3-Personen-Reisegruppe, die kurze Zeit später auf die Insel kamen, fing anscheinend an zu weinen, ich hörte sie schluchzen und sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Diesen Ort auf Kamera einzufangen ist einfach schwierig, erfasst es doch gar nicht alles, den Moment, die Schönheit, sondern ist immer nur ein klitzekleiner Ausschnitt.

Trotzdem mal die Bilder davon.

Ich bin so dankbar, diese Reise zu machen, dass S. es zugelassen und mich dabei unterstützt hat, solche Momente erleben zu können. Danke.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und einer Erleichterung in mir, bin ich dann noch etwas weiter geradelt, habe mir noch einige weitere Tempel angesehen, irgendwann war es einfach so heiß, dass ich nicht mehr konnte. Ich holte mir noch eine neue Flasche Wasser, setzte mich auf eine Bank und ruhte mich noch etwas aus. An der anderen Bank saß eine Thailänderin, man ist irgendwie ins Gespräch gekommen, obwohl Sie laut ihrer Aussage nicht ganz so gut Englisch konnte, hat man sich doch irgendwie verständigt, sich über dies und das unterhalten und am Ende wollte sie sich mit mir fotografieren lassen. Dann haben wir noch Telefonnummern getauscht und nun habe ich einen neuen Whatsapp-Freund. Das tut echt gut. Sie meinte irgendwann, ich soll was essen, weil ich irgendwie müde aussehe, ja, auf dem Foto sehe ich wirklich müde aus. Innerlich fühlte ich mich aber so wach, wie lange nicht mehr.

Ich fuhr dann noch eine Runde durch den Park – irgendwie tat das echt gut, folgte dann aber dem Rat der jungen Lady, mal etwas zu essen, verließ den  Park und bestellte mir mal wieder Tom Ka Ghai. Wieder mal echt lecker, diese Mischung aus den vielen Gewürzen, Zitronengras, Ingwer, Basilikum, der Schärfe des Chilli und der leichten Säure und Sahnigkeit der Kokosmilch. Dazu habe ich noch etwas Reis bekommen – perfekt, so habe ich mich richtig satt gegessen. Danach bin ich zum Fahrradverleih, habe das Fahrrad zurückgegeben und bin dann mit dem Bus wieder zurückgefahren, um mit einem Nickerchen noch meinen nächtlichen fehlenden bzw. zu unruhigen Schlaf etwas nachzuholen. Morgen geht es dann nach Chiang Mai, von der aus ich dann übermorgen zu einer 3 tägigen Trekking-Tour aufbreche. Ich bin ja mal echt gespannt.