Schmerzen, Ängste und Glücksgefühle

Hallo da draußen,

ja, ich weiß der Titel ist ziemlich komisch, aber irgendwie beschreibt das gerade das was in mir vorgeht. Letzte Woche ging es mir ziemlich dreckig. Mein Hintern hat mir mal wieder zu schaffen gemacht, das hatte ich irgendwann im Spätsommer oder Herbst nach einer etwas ausgiebigeren Radfahrt schon einmal, war bei der Ärztin, die mir ein Medikament verschrieben hat, was dann auch zur Verbesserung meines Zustands geführt hatte.
Letzte Woche habe ich das entsprechende Medikament auch genommen, aber es verbesserte gar nichts. Egal ob ich saß, lag, stand oder ging, eine Zeit lang ging es so einigermaßen, dann hatte ich unerträgliche Schmerzen. Am Donnerstag habe ich mir dann bei meiner Ärztin eine Überweisung an einen Proktologen geholt und glücklicherweise auch beim zweiten Versuch einen gefunden, der mich zeitnah untersuchte. Und der fand auch was. Nicht wie ich vermutet habe, schmerzhafte Hämhorriden, sondern eine Geschwulst wo sie nicht hingehörte. Das schien sich auch noch entzündet zu haben / eine Thrombose gebildet zu haben die dann diese starken Schmerzen auslöste. Bei der Untersuchung (zumindest der ersten)  schien die dann „geplatzt“ zu sein zumindest blutete alles wie wild aber auch der starke Schmerz ließ dann kurze Zeit später bedeutend nach.
Inzwischen ist es zwar bedeutend besser(nicht mehr so schmerzhaft), die Geschwulst aber immer noch da.

Lange Rede – kurzer Sinn – nächsten Montag werde ich operiert, irgendwie habe ich da ziemlichen Schiss davor. Auch hat in der Good Life Gang heute jemand etwas über Ängste geschrieben, so musste ich zwangsläufig daran denken, was für Ängste ich damals hatte und heute teilweise immer noch habe.

Hier mal der Link zur entsprechenden Blog-Seite.:

Der Kampf mit der Angst

Interessanter Artikel, wenn auch etwas kurz. Auch wenn ich inzwischen bedeutend relaxter, entspannter und glücklicher bin und mich nicht mehr versuche von Ängsten leiten zu lassen, nehmen die doch ab und zu doch mal Überhand.

Eine ganze Zeit lang waren meine Ängste aber so irrational, dass sie vieles in mir hemmten und mich isolierten. Nachfolgend werde ich mal meine Ängste aufschreiben – vielleicht kann ich Sie so noch besser verarbeiten.

Angst vor Kommunikation mit (fremden) Menschen

Diese Angst ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit aus den ständigen Einschüchterungen in meiner Kindheit entstanden. Die Angst hat mich lange Zeit beherrscht, immer wieder hatte ich Angst davor, etwas falsches zu sagen, also habe ich gar nichts gesagt. Zu groß war auch die Angst, irgendwelche Konflikte damit auszulösen, die ich nicht bewältigen kann oder die Harmonie stört. Und auch die Angst, mein Gegenüber mit dem Erzählten zu langweilen, zu stören oder zu nerven hatte so sehr Macht von mir ergriffen. Das ging so weit, dass ich sogar Angst hatte, jemanden anzurufen, etwas zu fragen / nachzufragen, seien es auch nur die banalsten Dinge. Ja, auch das komplett fehlende Selbstwertgefühl hat das ganze noch einmal verstärkt. Ich war der Meinung, wenn ich zuviel frage, komme ich als dumm rüber.
Spannenderweise gibt es heutzutage immer noch viele Situationen, in denen diese Angst Besitz von mir ergreift. Ich arbeite zwar daran, aber es ist ein harter und steiniger Weg. Trotzdem merke ich, wie sich etwas ändert, wie ich in Situationen, in denen ich früher auf Gedeih und Verderb die Klappe gehalten habe, nun nachfrage oder versuche ein Gespräch einzuleiten – einfach kommuniziere. Mit dem Gedanken, dass Kommunikation ein Grundbedürfnis der Menschen ist, lassen sich diese Ängste leichter überwinden.

Angst, nein zu sagen

Im Endeffekt gehört das teilweise mit zu dem oberen. Ich habe / hatte wirklich Angst nein zu sagen. Um den Leuten zu gefallen, weil ich der Meinung war, nur so Aufmerksamkeit von ihnen zu bekommen, habe ich eigentlich zu fast allem ja gesagt. Mehr Arbeit – ja klar. Schwierige bis unmögliche Aufgaben angehen – ja klar, warum nicht. Das Ende vom Lied sind / waren tausende von Aufgaben, die sich bei mir stapeln und die ich so hochgradig parallel bearbeiten muss, dass das total ungesund ist. Ich habe das vor allem die letzten 1-2 Jahre meiner Depression gemerkt, dieses Multitasking hat mich irgendwann so kaputt, unzufrieden, müde und depressiv gemacht, dass Burnout und Depression eigentlich kein Wunder waren.
Statt zu allem ja zu sagen, hätte ich auch mal was ablehnen sollen.
Klar hat das auf den ersten Blick so einen Status wie „Scotty“ von der Enterprise gebracht. Der Wunderknabe, der alles problemlos schafft. Trotzdem will ich ja nicht wie ein Gott sein, sondern als Mensch geliebt und geachtet werden und nicht wie ein „höheres Wesen“, das dutzende von Aufgaben mit seinen 12 Armen gleichzeitigt erledigen kann.
Auch wenn das inzwischen bedeutend besser geworden ist, falle ich häufig trotzdem noch in diese Situationen zurück. Hier hilft eigentlich nur Achtsamkeit und eben, die Aufgaben nicht sofort abzunicken, sondern kurz um Bedenkzeit bitten.

Angst vor verärgerten Menschen und Konflikten

Diese Angst ist eine meiner Urängste. Zu oft habe ich das in der Kindheit erlebt, wie mein Vater ausgerastet ist und damit seelische und teilweise auch körperliche Gewalt damit ausgeübt wurde. Daher ist diese Angst eine der am tiefst sitzenden. Neulich habe ich gelesen, dass man, wenn man Kontakte / Beziehungen knüpft, sich solche Partner aussucht, die ähnliche Charakterzüge besitzen, wie die der Eltern. Das passiert irgendwie unbewusst, ohne es eigentlich zu wollen. Obwohl das anfänglich nicht so war, ist S. oftmals recht impulsiv und reagiert sehr oft genervt oder ärgerlich. Und sofort gehen / gingen die Alarmglocken an, mein Kopf schaltet auf Angst und meine Abwehrhaltung sind entweder Flucht, es der entsprechenden Person so gut wie es geht Recht machen oder aber den Ärger der Person zu spiegeln. Heißt, ich bekomm dann ebenso schlechte Laune und werde sarkastisch oder schnippisch. Eigentlich müsste ich es ja besser wissen, dass von S. weder seelische noch körperliche Gewalt in solchen Situationen ausgeht. Trotzdem übernimmt die Angst das Ruder und schaltet auf Alarmmodus. Manchmal gelingt es mir diesen Alarmmodus abzuschalten, oftmals aber auch nicht. Da muss ich echt noch viel dran arbeiten.

Angst vor Konflikten

Da ich zumindest in der Kindheit immer den kürzeren gezogen habe, einfach weil mir, egal ob es gerechtfertigt war oder nicht, der Wille des Gegenüber aufgezwungen wurde, habe ich eben auch in engem Zusammenhang mit der Verärgerung, angefangen Konflikte zu meiden. Lieber den Mund halten und stur lächeln und winken als dem Gegenüber seine echte Meinung zu sagen. Zu Kinderzeiten hat das eigentlich dazu geführt, dass ich mich mit nahezu jedem in der Klasse so einigermaßen verstanden habe. Rückblickend betrachtet, nimmt einen das auch etwas an Menschlichkeit, da Konflikte einfach zum Leben dazugehören. Diese anzugehen und in konstruktiven Gesprächen zu lösen bringt beide Konfliktparteien mental i.d.R. einen großen Schritt weiter. Naja, mal abgesehen von diversen Politikern.
Trotzdem scheue ich mich heute immer noch, Konflikte anzusprechen, viel zu gern gebe ich klein bei, mit dem Ergebnis, dass ich mich darüber ärgere, ja, auch mal eingeschnappt bin oder einfach die Kommunikation abbreche. Die Angst, mein Gegenüber zu verletzen und zu verärgern, übernimmt da so sehr die Macht. Das schlimme ist, dass man meist weiß, dass Konflikte zu meiden auf Dauer nicht wirklich gut ist. Und obwohl man das weiß, lähmt einen die Angst so sehr.
Wie oft habe ich mir schon im inneren Geist zurecht gelegt, mal die Konfliktsituationen mit S. lange und tief zu bereden, wie oft hat dann aber die Angst die Leitung übernommen und ich habe mich nicht getraut mit ihr zu reden.

Zu meinen Depressionszeiten sind da noch viel mehr Ängste dazu gekommen. Die Angst, nicht genug Geld zu verdienen, um die Familie zu ernähren. Die Angst, Fehler zu machen und nicht perfekt zu sein. Die Angst, keine Anerkennung von wem auch immer zu erhalten. Aber auch die Angst, vor irgendetwas zu scheitern oder nicht gut für irgendetwas zu sein, hat dazu geführt, dass ich Dinge gar nicht erst angefangen habe, obwohl das ein Riesenschritt für mich gewesen wäre, so eine Grenze zu sprengen.

Ich muss gerade daran denken, wie ich die Ängste in Thailand abgeworfen habe, wie ich einfach mal Kontrolle abgegeben habe und dadurch solche wahnsinnig tollen Dinge erlebt habe, wie die Trekking-Tour mit der Floßfahrt und der plötzlichen Relaxtheit gegenüber Insekten, die coolen Abende in Chiang Mai und Pai mit Insekten-Essen und ungezwungener spontaner Party mit mir am Abend noch komplett wildfremden Leuten. Und natürlich ans Ziplining, was zu einem ungeahnten Freiheitsgefühl geführt hat. Aber auch an die vielen Wanderungen mit der Wandergruppe und speziell das Erklimmen des Stiegs und das Freiheitsgefühl auf den Gipfeln hier wieder in der Heimat und natürlich den Erfolgen im Fitnessstudio.

Grenzen neu auszuloten oder zu sprengen hilft so sehr Ängste zu bekämpfen und das Selbstbewusstsein aufzubauen, da hat Felix schon so Recht. Langsam wird es auch bei mir Zeit die letzten Ängste aktiv und bewusst zu bekämpfen. Wenn ich mir überlege, was ich alles schon geschafft habe, kann das doch gar nicht so schwer sein.
Denn das wird einen regelrechten Ansturm von Glücksgefühlen auslösen.

Ha, was mich zum letzten Punkt führt –  Glücksgefühle. Neben der Angst vor der OP habe ich nämlich auch echt gute Nachrichten, die echt starke Glücksgefühle in mir ausgelöst haben. Gestern habe ich mal ein bisschen „Büro-Sortiertag“ gemacht, auch wenn ich gar nicht so weit gekommen bin, wie ich wollte, habe ich ein paar wirklich alte Sachen gefunden, darunter die ersten Liebesbriefe von S., die sie mir geschrieben hatte, als ich während der Semesterferien zur Taschengeldaufbesserung vermessen war. Die Briefe haben mich echt berührt, die vielen Gedichte und auch eine Tusche-Zeichnung war dabei. Sofort hatte ich wieder die Schmetterlinge und ein so warmes, wohliges Gefühl im Bauch.  Das hat mich dann den restlichen Tag begleitet und mir eine Ausgeglichenheit gegeben, so dass ich auch Tai Chi wirklich genießen konnte.
Heute war dann noch Auswertung  meiner halbjährlichen Blutzucker-Analyse. Und im Gegensatz zu den anderen Messungen, bei denen mein Langzeitblutzucker, Transfettwerte und ein paar andere Werte stark erhöht, teilweise schon grenzwertig waren, waren heute alle Werte komplett im grünen Bereich.

Haben sich das Abnehmen, Bewegung und Training nun doch endlich bezahlt gemacht. Ich könnte Freudensprünge machen.

Euphorie

Hallo Welt,

für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, wieder öfter mal Blog zu schreiben, ich denke, ein durchaus schaffbarer Vorsatz. Die letzten Wochen habe ich gemerkt, wie ich immer mehr in alte Gewohnheiten gekommen bin, mich mehr und mehr fremdsteuern lasse und Dinge, wie laufend vor dem Rechner zu sitzen und zu zocken, wieder von mir Besitz ergriffen haben. Ich merke, dass es mir nicht wirklich gut tut, zwar habe ich noch durch Sport & Co einigen Ausgleich, den ich ja früher nicht gehabt habe, aber trotzdem ist da irgendetwas, was mich ziemlich runterzieht.
Im Dezember habe ich auch relativ wenig Fitness gemacht, dementsprechend ist auch Kraft und mein Muskelanteil runter, dafür aber mein Gewicht hochgegangen, was mich ebenso etwas heruntergezogen hat.

Nichts desto Trotz habe ich letzte Woche mein Fitnessprogramm endlich mal wieder durchgezogen. Vorletzte Woche war ich bereits am Sonntag trainieren, obwohl ich ursprünglich am Samstag mit Eric trainieren wollte, hat das irgendwie nicht geklappt, mir wann dann ziemlich schwindelig und vom Zeitmanagement hat das auch nicht so richtig gepasst. Naja, dann habe ich das auf Sonntag verlegt, was echt gut tat. Dienstag habe ich dann gemerkt, dass mein Körper das echt brauchte und war eigentlich ganz guter Dinge. Rene habe ich auch noch getroffen, der nun auch wieder regelmäßig geht. Tat gut mit ihm etwas zu quatschen, auch wenn natürlich das Training im Vordergrund steht. Am Donnerstag dann, war ich erst etwas später im Fitnessstudio – irgendwie musste ich mal wieder Junior 2 in die Schule bringen, da war Rene schon da. Während ich mich auf dem Crosstrainer erwärmt hatte, joggte er auf dem Laufband – länger noch, als ich meine (doch relativ lange) Erwärmung (15min) machte. Ich hab dann kurz mit ihm gequatscht – wie lange er denn gelaufen ist – 3km, ca. 23,5 min. Wow, echt nicht schlecht. Ob ich das auch schaffe?
Nach meiner Krafttrainings-Einheit ging ich dann tatsächlich aufs Laufband, fing mit leichtem Joggen – so 7,8 – 8,2 km/h an, spannenderweise ohne großartige Probleme. Wenn ich so an einige Tage zurückdenke, an denen mir schon nach 5 min die Luft ausging, lief alles top. Zwischendrin hatte ich dann sogar noch genug Puste / Kraft für kurze „Sprints“, so dass ich die 3 km in etwas mehr als 22 min schaffte. Wow – trotzdem war eigentlich noch genug Puste vorhanden. Also lief ich weiter, erhöhte die Laufzeit auf 30min und schaffte so über 4km mit kompletten Joggen – ohne Gehpausen, ohne Stopps. Sicherlich hatte ich ab und zu Seitenstechen, aber das ging auch vorüber.
Kurz vorm Ende dann auch noch einmal ein Sprint über 1,5 min, was sich absolut fantastisch anfühlte. Während des Laufens musste ich an die Bund-Zeiten zurückdenken, in denen ich kurz vorm Ende meiner Dienstzeit, allen davon lief und sogar unseren UfZ stehen ließ, obwohl der sportlich ziemlich fit war. Beim Daran-Denken lief mir ein Lächeln übers Gesicht und unheimliches Glücksgefühl. Mir wurde bewusst, dass das einer der Erfolge war, über den ich besonders stolz war und nun, über 20 Jahre später bin ich wieder an diesem Punkt – habe ich wieder dieses Fitness-Level, was ich zu Bund-Zeiten hatte. Absolut genial.

Nach dem Joggen rannte ich den restlichen Tag mit einem Dauergrinsen durch die Gegend. Es fühlt sich immer wieder so gut an, seine von seinem Geist /Gedanken auferlegten Grenzen zu sprengen.  Und das Selbstwertgefühl wird so dermaßen gesteigert, man denkt, man kann Bäume ausreißen. Ein absolut fantastisches Gefühl. Eine Euphorie hat da von mir Besitz ergriffen, wie ich sie lange nicht mehr hatte.

Ich möchte noch viel mehr davon erleben, möchte noch mehr Grenzen ausloten und sprengen. Ich überlege gerade, mal einen Kletter-Grundkurs mitzumachen und dann mal mit jemanden zusammen klettern zu gehen. Das wäre wieder eine Grenze, die ich sprengen kann. Klar, wird das erst einmal ziemlich viel Überwindung kosten, aber im Sommer, als wir während einer Wanderung diesen krassen Kletterstieg gemacht haben, habe ich irgendwie Blut geleckt.

A propos wandern – vorgestern war ich dann mal wieder wandern – kurzfristig hat sich da eine neue Gelegenheit ergeben, Ines geht ja leider im Winter nicht wandern, so habe ich mich dann einfach ein paar anderen angeschlossen. Rein von der Strecke her, war das eigentlich nicht wirklich fordernd, aber immerhin habe ich ein paar neue Leute kennengelernt, allesamt super-nett und cool. Vielleicht ergibt sich darüber ja auch die eine oder andere Freundschaft bzw. regel- oder unregelmäßige Unternehmung. Mal schauen.

Nächste Woche Freitag habe ich bei einem Karaoke-Abend zugesagt, ich bin echt mal gespannt drauf. Neben Karaoke unternehmen die Teilnehmer auch immer mal was anderes zusammen, ich war kurz davor, am Samstag noch mal mit einigen aus der Gruppe in den Blauen Salon zu gehen, aber durch die Wanderung davor, wäre das dann doch etwas zu viel des Guten gewesen. So habe ich das erst einmal gelassen.

Dieses Jahr möchte ich meine Freundes-/Bekanntenliste auf alle Fälle bedeutend erweitern. Ich merke immer noch, wie mir das einfach fehlt, auch wenn sich inzwischen quasi eine Freundschaft zu meinen Büro-Kollegen Adrian und Marcus entwickelt, möchte ich mehr als diese beiden haben, um einfach regelmäßig mal was zu unternehmen.

Gestern war mal wieder „Gammel-Tag“ mit Brunch und „langweilen“. Ich merke, dass mir solche Tage echt nicht gut tun. Gelangweilt habe ich sogar wieder Stardew Valley installiert und gespielt, obwohl ich eigentlich ein paar Wochen mal Zock-Pause machen wollte. Zu was ein ganzer Tag Langeweile so führt…. ?!
Für Arbeit fehlten mir irgendwie die Nerven (und mein Arbeits-Notebook), zwar wollte ich wenigstens ein paar neue Dinge lernen (z.B. wie man von Eclipse auf Jetbrains IDEA wechselt), aber ich habe gemerkt, dass mir auch das gestern sehr schwer fiel, und daher habe ich es nach kurzer Zeit abgebrochen.
Tja, solche Tage muss es wohl auch geben.

Gestern Abend haben S. und ich dann noch die Geburtstagsdinge von unserem Großen vorbereitet – immerhin ist er heute 18 geworden und ich habe mir kurz vorm Bett-Gehen noch ein paar Videos auf FB angeschaut.
Isa aus der Good Life Gang hat mal wieder ein echt geniales Video gepostet, in der es um eigene Unzufriedenheit geht. Obwohl ich das Grundlegende was er anspricht ja schon regelmäßig angewandt hatte, tat es doch gut, mal wieder daran erinnert zu werden, sein inneres Ich nicht wegzuschieben und es auf stumm zu schalten, sondern auf es zu hören und es über alle anderen Stimmen von außen zu stellen. Die letzte Zeit habe ich viel zu oft meine innere Stimme stumm geschaltet und das gemacht, was andere von mir erwarten, natürlich nicht mehr in dem Maße, wie früher, in der ich das Gefühl hatte, zu 100% fremdbestimmt zu sein und mich vollkommen aufgegeben zu haben. Trotzdem ging es einfach in eine Richtung, die mich unzufrieden und unglücklich gemacht hat. Laufend meinen Kids den „Arsch retten“ und sie zur Schule fahren, zu Hause bleiben, um irgendein Paket abzufangen, usw. usf.
Und um nicht wie ein Arsch dazustehen, habe ich das (wenn auch innerlich zähneknirschend) gemacht.
Auch die Urlaubsbuchung hätte ich am liebsten gelassen, einfach weil es finanziell momentan eher eng aussieht, aber trotzdem habe ich mich breitschlagen lassen und am Ende das abgenickt. Das hat mich alles überrollt und mein inneres Ich so dermaßen zur Seite gedrängt, dass es in mir eine Unzufriedenheit erzeugt hat und ich mich einfach nur noch von allem überrumpelt gefühlt habe.

Achja, ich hänge das Video von Isa einfach mal an, es lohnt sich echt, es anzuschauen, wenn ihr mal wieder diese Unzufriedenheit spürt und nicht wisst, wie ihr die abstellen könnt.

https://www.facebook.com/masteryourmindfan/videos/593046691241460/?v=593046691241460&notif_id=1578859664971727&notif_t=watch_follower_video

Anschließend habe ich mir auch noch ein Video von Biyon (https://www.facebook.com/biyon/) angeschaut, in dem er über Selbstbewusstsein erzählt. Auf alle Fälle, hat mich auch das daran erinnert, dass es wieder Zeit wird, mehr auf meine innere Stimme zu hören.

So gehe ich euphorisch in die neue Woche. Macht es gut, denkt daran, hört immer auf das, was ihr wirklich wollt und lasst Euch nicht so sehr fremdsteuern.

Wie es mir so geht

Hallo da draußen,

seit langem mal wieder ein Post von mir, nachdem es etliche Wochen / Monate still gewesen ist. Die letzten Wochen waren recht arbeitsintensiv aber auch privat hatte ich einfach viel zu tun. Neben meinen regelmäßigen Fitnessstudio-Besuchen, die sowohl vom Körperbau als auch vom Gewicht auf der Waage Wirkung zeigen, versuche ich nun möglichst viel in der Freizeit zu machen. Entweder Wandern gehen mit Ines & Co, letztes Wochenende war ich Squash spielen, nächste Woche startet meine erste Tai Chi-Stunde. Dann fahre ich öfter auch mal Fahrrad, ein Wochenende bin ich bis Bad Schandau geradelt, ein anderes Wochenende mal in die Dresdner Heide. Klar wäre es schöner gewesen, das mit jemandem zusammen zu machen, aber allein tat es auch ganz gut.

Im Fitnessstudio bin ich zumindest nicht mehr ganz alleine, manchmal treffe ich Rene einen Ex-Arbeitskollegen und zumindest mit Daniel, einem der regelmäßig geht, habe ich mich auch mehr oder weniger angefreundet. Mal schauen, so wie es aussieht, gibt es auch jemanden bei Facebook, mit dem ich möglicherweise ab und zu trainieren gehen kann.

Letztes Wochenende war mal wieder ein Wanderwochenende, bei dem auch ein Stieg dabei war. Das hatte ich bisher noch nicht gemacht, sah ziemlich krass aus, so 70° Steigung und dann nur ein paar Ösen, an denen man sich festhalten konnte. Trotzdem haben wir es geschafft und am Ende war es ein extrem befreiendes Gefühl, wieder ein Stückchen über sich hinaus gewachsen zu sein und solch einen Anstieg geschafft zu haben. Und Spaß hat es auch extrem gemacht.
Die darauf folgende Panorama-Aussicht hat dem ganzen das Sahnehäubchen aufgesetzt.

War schon eine tolle Wanderung.

Was gibt es sonst so? Heute nehme ich an einem Seminar teil, was sich mit Selbst-Bewusstseins-Coaching und Kommunikationstraining beschäftigt. Ich bin echt mal gespannt wie das wird, auch wenn ich etwas Bauchschmerzen davor habe. Trotzdem erhoffe ich mir, auch darüber mein inzwischen schon ziemlich gewachsenes Selbstbewusstsein noch weiter zu stärken und vor allem auch Methoden und Ideen zu finden, meine leichte Menschen- und Kommunikationsscheue im Privatleben besser in Griff und überwinden zu können.

Beziehungs- und familientechnisch läuft es so lala. Inzwischen schmeiße ich einen Großteil des Haushalts, zumindest das was die Woche über anfällt. Ich wünschte mir, dafür ein wenig Anerkennung zu bekommen, aber irgendwie wird das immer komplett selbstverständlich genommen. Das würde mich ja nicht stören, wenn S. mir nicht regelmäßig durch ihr Tun vorhalten würde, alles falsch zu machen. Beispiele: Bettwäsche in der Mittagspause aufgehängt – als ich Abends zu Hause ankomme – hat sie das ganze komplett anders hingehängt – warum? Weil es dadurch 10 min eher trocken ist?
Oder ich räume den Geschirrspüler ein, will ihn anstellen, dann ordnet sie alles noch mal komplett neu. Warum? Nur weil dann 2 Sachen mehr reinpassen? Bringt doch aber nichts, wenn man sowieso mehr als 2 Dinge hat, die in die nächste Maschine müssen. Oder sie regt sich auf, dass Einkaufsbeutel, die wir komprimiert in einen Beutel packen nicht so zusammengelegt sind, wie sie es gern haben möchte. Ist das so schlimm?
Dadurch komme ich mir manchmal ziemlich minderwertig vor – einfach so, als könnte ich nichts. Ich weiß zwar, dass Sie das nicht so meint, trotzdem nagt es irgendwie an dem Selbstwertgefühl.
Ich habe das Gefühl, dass sie noch viel schlimmer von dem ungesunden Perfektionismus betroffen ist, als ich damals.  Ohne mein inzwischen stark gewachsenes Selbstbewußtsein wäre ich da vermutlich längst wieder in der Depression, wahrscheinlich war da damals sogar eines der Auslöser, warum ich so tief gefallen bin.
Im Bett läuft auch irgendwie seit Monaten mal wieder nichts mehr. Das ist nicht unbedingt schön, aber inzwischen habe ich einfach aufgegeben mich in diesem Sinne zu bemühen, da das Gefühl, laufend die kalte Schulter gezeigt zu bekommen schlimmer ist, als sich einfach damit abzufinden und ihre Unlust zu akzeptieren.

Sportlich geht es auch vorwärts – meinem Ziel, mindestens einen Klimmzug bis Mai zu schaffen, komme ich näher – an der Klimmzugmaschine konnte ich schon mit nur 21 kg Unterstützung zwei Klimmzüge schaffen. Mein neuer Trainingsplan zielt sogar darauf hin, das mal irgendwann zu schaffen, mit gesprungenen Klimmzügen, die ich dann solange wie möglich halten soll und Liegestützen. Noch ist es ein langer Weg, aber auch an den Geräten, die ich trotzdem noch 1x die Woche mache, merke ich, dass meine Muskeln immer besser trainiert sind und ich die Gewichte regelmäßig erhöhen kann. Absolut cool.

Für meine Seele bin ich jetzt viel in Facebook unterwegs in verschiedenen Foren, die sich mit Gefühlen und der Seele beschäftigen, aber eben auch Gruppen, über die man etwas in Dresden unternehmen kann. Vieles habe ich zwar noch nicht genutzt, aber das ergibt sich schon noch.
Das einzigste was ich aktuell vermisse ist es, mal wieder zu elektronischer Musik zu tanzen, aber das werde ich die nächsten Wochen auch mal wieder in Angriff nehmen.

Zusammengefasst – alles in allem geht es mir wirklich gut.

Neue Trainingsziele

Hallo da draußen,

diesmal geht es mit Blog schreiben, Schlag auf Schlag. Mein neues Hobby – (regelmäßig) ins Fitness-Studio zu gehen ist echt ein toller Ausgleich zu der Arbeit am PC / Notebook, nach jedem Training fühle ich mich wirklich richtig gut und glücklich. Ich hatte ja mal vor einer ganzen Weile mit Felix gewhatsappt und er meinte, als gelernter Ergotherapeut, dass das es sehr wichtig ist, sich zu bewegen und sportlich zu betätigen, nicht nur für den Körper, sondern auch für die Seele. Und er hat Recht….

Naja, auf alle Fälle bin ich aktuell ganz zufrieden, mit meiner Entwicklung, an meinem Körper kommen meine Muskeln immer besser zum Vorschein und durch Kalorienzählen mit der wirklich guten Yazio-App habe ich inzwischen auch schon 2,5 kg in 3 Wochen abgenommen. Ich bin echt begeistert.

Mein Post von gestern hat sich nun auch wieder relativiert, am Samstag gehe ich mit ein paar neuen (und hoffentlich netten) Leuten wandern, vielleicht ergibt sich da ja mal doch die eine oder andere Möglichkeit, mit ihnen mal was zu trinken zu gehen und langsam eine Freundschaft aufzubauen und voraussichtlich nächste Woche trainiere ich auch mal mit jemandem zusammen – vermutlich im CardioBox-Kurs (so einem Tae-Bo-Verschnitt) oder vielleicht auch im Xumba-Kurs. Ich bin auf alle Fälle sehr gespannt. Vielleicht ergibt sich aus dem Kurs ja auch noch die eine oder andere Bekanntschaft, wer weiß.

Nun trainiere ich schon seit 2 Monaten im Fitnessstudio, Zeit langsam ein konkretes Ziel zu definieren, was ich eigentlich mit der Fitness erreichen will. Ein Ausgleich zur Arbeit ist ja jetzt geschaffen, Rücken-Muskulatur gestärkt, wie nie zuvor. Und die allgemeine Fitness / Ausdauer ist auch bedeutend verbessert worden. Wo ich am Anfang schon bei leichter Stufe auf Puls 150 war, schaffe ich es kaum noch über 140 zu kommen, auch bei starkem Level. Es ist schon extrem bemerkenswert, wie schnell der Körper an die Bewegung gewöhnt und die Fitness erhöht wird. Hätte ich ehrlich gesagt, nie gedacht, dass schon 2 Monate Training soviel Erfolg bringt.

Nun aber mein neues Ziel:

Bis zu meinem 44. Geburstag will ich es endlich schaffen, frei hängende Klimmzüge zu schaffen.

Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen einzigen freihängenden Klimmzug geschafft, sei es mit Bizeps oder Trizeps-Muskeln. In der Schule habe ich da immer versagt, beim Bund nicht ausprobiert, obwohl ich es da wahrscheinlich am ehesten geschafft hätte.
Nach dem Urlaub werde ich mal einen Trainer ansprechen und mit ihm erörtern, wie ich dieses Ziel am besten schaffe. Die letzten beiden Trainings bin ich mal an die Klimmzug-Maschine gegangen und habe da ca. mein halbes Gewicht (so ca. 40-45 kg) hochgezogen bekommen. Ich möchte es schaffen, das ohne zusätzliche Hilfe zu schaffen. Ob das realistisch ist?

Wenn ja, werde ich wohl mit 44 Jahren in der Form meines Lebens sein. Ich freue mich drauf. Bis dahin bin ich vermutlich auch noch ein paar kg leichter und werde vielleicht sogar „Normalgewicht“ erreicht haben. So 75 kg oder so. Verdammt, ich hab Angst vom Sportmuffel zum Sport-Fanatiker zu werden. Haltet mal den Zug an…. :-).

 

Die Grenzen sprengen

Hallo da Draußen, ich bins mal wieder.
Kennt ihr das, wenn ihr der Meinung seid, dass Euer Körper und Euer Geist bestimmte Grenzen definiert hat, die man nicht vermag zu überspringen? Wenn sich alles an Euch dagegen wehrt, an diese Grenzen heran oder noch weiter zu gehen?

Heute hatte ich so einen Tag. S. ist mal wieder unterwegs, heute morgen hab ich unseren Großen in aller Herrgottsfrühe (zumindest für Sonntag) zum Flugplatz geschafft und war danach wieder im Fitnessstudio. Inzwischen trainiere ich seit ca. 1,5 Monaten 3x die Woche regelmäßig, mal die eine Woche abgesehen, in der ich unterwegs war und es nur 2x ins Fitnessstudio geschafft habe.

Ich merke inzwischen, wie sich verschiedene Partien an meinem Körper verändern, wie Trizeps, Rücken- und Bauchmuskulator stärker hervortreten und auch die Wade (komischerweise nur die rechte) hart wie Eisen ist, wenn ich die Muskulator anspanne.

Auf der Waage hat sich zwar nicht ganz so viel getan – nur so 1-2 kg abgenommen, je nach Tag, aber trotzdem scheint alles etwas besser geworden zu sein, meine Auswertung beim Arzt hat zumindest ergeben, dass meine Blutzuckerwerte zwar erhöht, aber eben nicht mehr eindeutig auf Diabetes hinweisen. Das hat mich echt total gefreut.

Ich schweife schon wieder ab, zurück zum Training von heute. Auf alle Fälle habe ich meinen üblichen Trainingsplan angefangen – 12 min Erwärmung auf dem Crosstrainer, dann zu den Kraftgeräten. Da ich den dritten Trainingstag die Woche mehr Wert auf Ausdauer legen, mache ich an den Kraftgeräten dann meist nur 2 statt 3 Durchgänge. So auch heute. Ab und zu habe ich ein wenig mit den Gewichten gespielt, bei verschiedenen, wie z.B. Latzug, Bauchmaschine und Rückenstrecker konnte ich schon ziemlich gute Fortschritte machen, bei anderen Geräten nicht so sehr, aber das ist ja OK.
Nach dem Krafttraining bin ich dann auf den normalen Fahrradtrainer. Eigentlich mache ich lieber den Liegerad-Trainer, aber heute wollte ich mal den normalen ausprobieren.
Die 30 min hatte ich echt total zu kämpfen, nach den ersten 10 Minuten hatte ich eigentlich schon gar keinen richtigen Bock mehr. Nach ca. 18-20 min wurde mir dann irgendwie sogar ein wenig schlecht, obwohl Puls total im normalen Bereich war. Erst dachte ich, ich muss aufhören, einfach weil mein Körper nicht mehr wollte. Irgendwie waren Körper und Geist an genau diesem Punkt, an dem Sie mir sagen wollten: Bis hier hin und nicht weiter.
Kurz vor dem Aufgeben, habe ich dann (ja, während des Trainings) etwas meditiert und musste feststellen, dass alles nur eine Sache meines Geistes war. Denn eigentlich schaffe ich es locker, mehr als 20 / 30 Minuten am Stück Ausdauer zu machen. Ich habe im Geiste mit meinem „Schweinehund“ geredet – sei ruhig Schweinehund, halt endlich die Klappe. Und mit einmal ging es auch meinem Körper wieder gut, ebenso wie meinem Geist. Ich habe in dem Falle also die von meinem „Schweinehund“ definierte Grenze überschritten, die Grenze gab es eigentlich nur in meinem Kopf.

Nachdem ich diese magische Grenze überschritten hatte, war ich wirklich total happy und glücklich. So weit, dass ich dann auch noch 20 min Crosstrainer drangehängt habe, bei dem sich mein „Schweinehund“ wieder zu Wort melden wollte, ich ihn aber genauso aufgefordert habe, den Mund zu halten.

Ich muss wieder an Chiang Mai denken, an das Rainforest Jungle Flight Adventure, bei dem ich vorher ziemlich unsicher war, ob ich das wirklich mitmachen sollte, dann war es aber eines der befreiendsten Momente, die ich je in meinem Leben erlebt hatte.

Einfach ein extrem befreiendes Gefühl, die eigenen Grenzen zu überschreiten. Probiert es doch mal selbst aus.

Mit Vollgas zu neuen Bekanntschaften

Hallo Leute,

zum Männertag habe ich mal wieder übelsten Depri geschoben, kam mir da wieder mal so einsam und unbedeutend vor, weil ich einfach niemanden hatte, mit dem ich hätte um die Häuser ziehen können. Für die registrieren unter Euch, konntet ihr das ja bereits in der Kategorie „Depression und Burnout“ lesen. Das hat mich ziemlich runtergezogen, aber auch zu denken gegeben. Ich habe ja relativ viel über Sinn des Lebens, Leben im Hier und Jetzt gelesen und so weiß ich auch, dass jede Medaille zwei Seiten hat und jede noch so trostlos aussehende Situation auch eine Chance auf Veränderungen darstellt. So habe ich die Zeit genutzt, hab etwas im Netz gesucht, wie man sich am besten Freunde sucht und dort einen interessanten Beitrag über eine Frau gelesen, die sich ebenso einsam gefühlt hat und sich einfach bei verschiedenen Facebook-Gruppen angemeldet hat (neu in ….), über die sie mit etwas Mut und Überwindung viele neue Freunde auch in RL gefunden hat.

Warum soll das nicht auch bei mir funktionieren? Ich bin zwar nicht so richtig gesprächig, schreibe auch nicht so wirklich viel bei FB, aber irgendwann muss man halt mal über seinen Schatten springen, weil so, wie es jetzt ist, kann es einfach nicht weiter gehen. Auch in dem Beitrag schrieb die Verfasserin, dass Sie erst mal nur passiv war, später dann aktiv wurde und dadurch quasi ein neues, glücklicheres Leben kennengelernt hat.

Also habe ich mich bei Facebook in zwei Dresdner Facebook-Gruppen (Neu in Dresden – Lust auf nette Leute und aktive Freizeit, dresden (freizeitgestaltung und freunde finden)) und auch bei einer Entwickler-Gruppe und Good Life Gang angemeldet, und hab auch gleich auf ein paar Posts reagiert bzw. eigene Posts losgetreten. Spannend ist zu sehen, wie viele Lust haben, neue Leute kennenzulernen und wie viele Parallelen es eigentlich bei verschiedenen Postern und mir so gibt.

Irgendwie scheine ich also in meinem Kopf ein komplett verzerrtes Bild zu haben – mit der Denkweise, dass jeder nur „für sich allein“ sein will. Eigentlich weiß ich das ja, dass das nicht stimmt,  aber irgendwie wollte ich das nie so richtig glauben.

Es kostet zwar jede Menge Überwindung, so mir nichts Dir nichts auf mir (noch) fremde Menschen zuzugehen und sich einzubringen, aber ich denke, wenn ich mich weit genug öffne, entstehen bestimmt auch soziale Kontakte, die mehr sind, als das, was momentan so abgeht. Drückt mir mal die Daumen.

Wider dem Schweinehund

Hallo da draußen,

der letzte Blog-Eintrag ist wieder mal relativ lange her. Inzwischen ist schon Mitte Mai – vor einem Jahr war ich da gerade in Thailand – wie schnell doch die Zeit so vergeht, ist echt irre.

Im Herbst war ich mal bei meinem Hausarzt, der mir leider mitteilen musste, dass die überhöhten Blutzuckerwerte nun doch wirkliche Diabetes (Typ 2) ist. Glücklicherweise ist das erst eine anfängliche Form – noch benötige ich keine Tabletten, sondern es wurde erst einmal angeraten, etwas mehr auf meine Ernährung zu achten und ein paar Kilo abzunehmen. Rein von der Ernährung versuche ich ja darauf zu achten – esse die Woche über nur Apfel und etwas Möhre zum Frühstück, was auch dazu führt, dass ich mein Gewicht im Großen und ganzen halte. Alkohol vermeide ich inzwischen auch immer öfter, das letzte Bier ist nun schon zwei Wochen oder so her. Trotzdem ging das Gewicht in den letzten April-Wochen dann leider in die falsche Richtung. Da ich als Softwareentwickler nun doch fast ausschließlich sitze und kaum Bewegung habe, muss ich nun doch wohl etwas Sport machen.

Eigentlich war ich schon immer ein Sportmuffel, vor allem als Kind / Jugendlicher hatte ich mit Sport soviel am Hut, wie (normale) Katzen mit Wasser – nämlich gar nichts. Daher war ich auch wirklich schlecht in Sport – meist so zwischen 3 und 4 – bis auf Ausdauerlauf war Sport mein absolutes Hass-Fach. Das einzige was mich eigentlich bis auf Ausdauerlauf interessierte war Karate / Kampfsport, was ich mir anhand von Büchern ein wenig selbst beigebracht hatte und 2005/2006 noch in Leipzig im Fit&Fair als Kurs belegt hatte. Als wir dann nach Dresden umzogen, war das dann aber leider erst mal vorbei.

In München, im BMW-Projekt, habe ich dann einige Wochen  im McFit trainiert, irgendwann war dann aber keine Zeit mehr und der Einsatz in München sowieso beendet. In Dresden machte dann zwar kurze Zeit später sogar ein McFit auf, das aber ziemlich weit weg vom Schuss ist. Daher hatte ich ehrlich gesagt keine Lust, regelmäßig meine 15-20 min Fahrtweg (mit dem Auto) hinzugondeln, um dann 1,5 h zu trainieren.
Also habe ich irgendwann die Mitgliedschaft gekündigt.

In Rettenbach habe ich mal eine Zeit lang gejoggt, eine Saison lang um genauer zu sein – das tat wirklich gut, aber als es dann Winter geworden ist, habe ich es dann fallen lassen und die nächste Saison leider nicht wieder angefangen.

Seitdem habe ich eigentlich keinen Sport mehr gemacht – mal Umzug und ständiges Treppen-Steigen in den 5. Stock ausgenommen 😉 .

Letztes Jahr in Thailand bin ich dann wirklich fast täglich mehrere km durch die Gegend gelaufen, gewandert bzw. spaziert. Dann kam ja leider mein kleiner Motorroller-Unfall, wodurch ich das Laufen eine Zeit lang aufgeben musste. Trotzdem hatte ich durch das viele Laufen dann am Ende ca. 5-6 kg abgenommen, worüber ich echt froh bin.

Als es mir wieder etwas besser ging, bin ich öfter mal mit dem Fahrrad auf Arbeit gefahren, aber da das Fahrrad eigentlich nur das alte Rad von S. ist / war, was eigentlich für mich viel zu klein war und bei dem auch Bremse und diverse Teile defekt sind, war mir das irgendwann zu gefährlich / anstrengend.

Jetzt, da endlich wieder Frühling geworden ist, habe ich die eine, lange vor mich hergeschobene Sache, endlich in Angriff genommen und habe mir ein neues Fahrrad gekauft. Da ich ja auch (aktuell) kein eigenes Auto habe, fahre ich so nun die Strecken mit dem Rad. Die ersten Touren waren etwas gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen bin ich echt happy über mein neues Fahrrad.
So spare ich mir auch viel Geld für die Öffis und habe auch noch etwas Bewegung.

Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, habe ich mich dann Ende April noch entschlossen, mal ein Probetraining im FitX im WTC zu machen, was mich so begeistert hat, dass ich mich dann am 03.05. dort angemeldet habe.

Meine erste Trainingswoche ist nun vorbei, ich bin froh, dass ich meinen Schweinehund überwinden konnte und nun endlich etwas aktiver werde. Ich muss sagen, die erste Woche hat mich echt „angefixt“ – die Bewegung und das Training taten so gut, so dass ich mich an Tagen, wo ich keine zusätzliche Bewegung bekomme, irgendwie danach sehne und beinahe schon stinkig werde. Ich hätte nie gedacht, dass ich als Sport-Muffel mal „süchtig“ nach Bewegung werde, aber es ist tatsächlich so. Und auf der Waage hat sich das auch schon etwas bemerkbar gemacht – knapp 1 kg in einer Woche ist echt nicht von schlechten Eltern. Außerdem fühle ich, wie dadurch auch mein Selbstvertrauen wieder steigt. Und das ist ein tolles Gefühl.

Wird Zeit den Faulenzer-Wochenenden endlich den Kampf anzusagen und daraus Fitness-Wochenenden zu machen. Ist viel besser für Psyche und Physe. Auf zur neuen Lebensfreude dank Sport.

Das Glück des Vaterseins genießen

Ach, wie schön ist es doch glückliche, lachende Kinder zu erleben, die an Dingen Spaß haben, die man selbst früher als Kind gern gemacht hat. Sie vor Spaß krietschen zu hören, wenn sie Wasserrutschen herunterrutschen, sie wild im Pool plantschen zu sehen oder die Begeisterung zu erleben, wenn sie andere Autos beim Auto-Scooter rammen.

Da überkommt mich so ein warmes, wohliges Gefühl im ganzen Körper, so dass man einfach gar nicht anders kann, als sich wirklich glücklich zu fühlen.

Es fühlt sich toll an, Papa zu sein, einfach Dinge zu tun, um meinem Kind Freude zu bereiten, es zum Lachen zu bringen und in seine freudesstrahlenden Augen zu blicken.
Es war eine wirklich tolle Entscheidung mal einen Urlaub mit unserem jüngeren allein zu machen, uns nach der jahrelangen Pendelei wieder näher zu kommen, so dass ich nach dem Monat in Thailand nun auch die Freuden des Vaterseins in vollen Zügen zu genießen kann.

Obwohl es nach der Germania-Pleite nicht so aussah, dass wir doch noch in den Urlaub fliegen, haben wir dann zumindest zu zweit doch noch einen halbwegs akzeptablen Flug ins gleiche Hotel (Serenity Fun City) in Ägypten bekommen – ich bereue keinen Augenblick, dass wir das gemacht haben.

Jeden Tag laufe ich mit strahlendem Lächeln durch die Gegend – einfach weil sowohl unser jüngster, als auch ich die Zeit gemeinsam genießen.

Ich wünschte, die Zeit hier wäre noch etwas länger, denn auch wenn hier vieles nicht perfekt ist – was eben auch gut ist – fühlt es sich doch echt toll an.

Komischerweise musste ich zurück an vorletztes Jahr in Lanzarote denken, wo wirklich ziemlich viel schief gelaufen war, wir wurden umgebucht in das Nachbarhotel, wo das Zimmer komplett abgewohnt, eine 70’er Jahre Klappcouch für unsere beiden Jungs das Bett sein sollte, das Laminat im Zimmer komplett kaputt war und neben dem schlechten Zimmer auch das Essen ziemlich Mist war. Als wir dann auch noch komplett verarscht wurden d.h. uns täglich ein besseres Zimmer oder der Hotelwechsel zwar in Aussicht gestellt wurde, dann am nächsten Tag niemand was davon gewusst hat, haben wir dann das Hotel verlassen und haben uns dann in eine Villa einquartiert, die dann bei weitem besser war, als das abgeranzte Hotel. Ich selbst fand zumindest das Essen gar nicht so schlecht, aber durch die Blockadehaltung von S., der Essensverweigerung von unserem Großen und der dauerhaften Negativ-Sicht von den beiden, hat mich das so unter Druck gesetzt, dass es auch für unseren jüngsten und mich zum Albtraum wurde.
Sicher gibt es auch hier in dem Hotel ein paar Mängel, ein paar lose heraushängende Kabel, teilweise nicht abgewischte Fingerabdrücke bei der Reinigung, ca die Hälfte des Haupt-Pools war eine Baustelle und die Animation hätte auch abwechslungsreicher sein können, aber trotz oder vielleicht sogar wegen dieser kleinen Mängel ist das Hotel umso liebenswerter.

Vor allem das schier unendliche Angebot an Dinge für die Kinder – Wasserrutschen, 2h kostenlose Rummel-Nutzung für die Kinder, toller Sandstrand, Schnorchel-Riff, Game-Room, 6D-Kino, Billards, u.v.m. haben keine wirkliche Langeweile aufkommen lassen. Echt ein Traum.

Während der Mahlzeiten habe ich auch mal etwas Zeit verbracht, die Leute zu beobachten. Da gab es verschiedene Leute, die trotz Urlaub total gestresst waren, z.B. ein französisches Pärchen mit 2 Kindern, dem dritten bereits unterwegs, bei dem die Mutter sichtlich mit allem überfordert war, trotz Hilfe vom Vater und der mitgereisten (Schwieger-)Mutter. Oder Familien, bei denen die Kleinstkinder am Tisch allein gelassen werden und die Kinder sich dann solange mit Messer und Gabel duellieren, bis z.B. ein Kind mit der Gabel in den Kopf  gestochen wird.

Bei einer Situation musste ich jedoch zwangsläufig wieder an die eigene Kindheit / Jugend denken. Eine vierköpfige Familie, mit einem jugendlichen Sohn, so ca. 15 Jahre alt und einer ca. 9-jährigen Tochter hatten einen Tisch schräg gegenüber. Der Vater kam an den Tisch, der Sohn war noch unterwegs etwas zum Frühstück zu holen. Der Sohn kommt mit einem Omlett an, auf einmal fängt der Vater an, den Sohn so dermaßen herunterzumachen, weil er wohl – das Omlett schien also für den Vater gewesen zu sein – ein paar Dinge vergessen hatte – Toast,…
Die Familie waren Deutsche, so konnte ich alles verstehen. So fing der Vater an, dem Sohn vorzuwerfen, dass er ja nix auf die Reihe bekommen würde, er zu nichts wert ist, er trotz seiner angeblich klaren Anweisung nur das eine mitgebracht hätte und ja jeder andere das viel besser hinbekäme. Am liebsten wäre ich zum Tisch gegangen und hätte den Vater mit den gleichen Worten beworfen, wie er seinen Sohn, z.B. warum er zu faul oder zu blöd ist, sein Essen selbst zu holen, usw.

Nach der Standpredigt des Vaters habe ich dann den Jungen noch eine Weile beobachtet und viele Dinge wiedererkannt, die auch ich durchgemacht habe. Nervöses Zucken der Beine, Blick nach unten gesenkt, um am liebsten im Boden zu versinken und alles in sich reinzufressen. Ich habe mich dem Augenblick so geschämt (Ost-)Deutscher zu sein, zumal die Familie dem Dialekt her wohl auch aus Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Brandenburg zu kommen schienen.

Der Junge tat mir echt total leid – so heruntergemacht zu werden und gesagt zu bekommen, nichts wert zu sein, hat niemand verdient. Wirklich grausam, wie manche Eltern mit ihren Kindern umgehen.

Auf Facebook habe ich dann aufgrund meines Abos von MasterYourMind einen Vorschlag bekommen, den ich gleich weiter geteilt habe,  in dem der Wert jedes Menschen noch einmal bekräftigt wird. Wie schön, dass es solche Mental-Coaches gibt, die einen durch kurze Videos wieder Kraft und Mut geben.

Schön, dass ich meine eigene Phase der Minderwertigkeit überwunden und mich lieben gelernt habe, nihct nur als Softwareentwickler und Vater, sondern auch als Mensch an sich. Dass ich etwas wert bin, egal was die anderen sagen. Das tut gut.
So aufgeschlossen kommt man spannenderweise auch den anderen Menschen näher. Ich habe mich hier ein wenig mit einem der Tour-Promoter angefreundet, eine echt tolle Sache. Nun sitze ich an diesem Traum von Strand, höre den Wellen beim Rauschen und dem Junior beim Schlafen zu :-).

Ach könnte dieser Moment doch nie enden.

Drunter und drüber aber trotzdem happy

Hallo alle zusammen,

die letzte Zeit ging es irgendwie ziemlich drunter und drüber. Im August letzten Jahres hatte ich eine Pauschalreise nach Ägypten für die Winterferien für meine Kinder und mich gebucht, am 19.02.19 hätte es losgehen sollen. 14 Tage bevor es losgehen sollte, kamen ganz brav die Voucher – einen Tag später dann die Meldung, dass Germania insolvent ist und keine Flugzeuge mehr abheben. Und bei welcher Airline hatte ich gebucht – natürlich bei Germania. So gab es ein Bangen und Hoffen, irgendwann habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und den Reiseveranstalter angerufen, die haben sich zwar um einen Flug gekümmert, aber am Ende war der so ungünstig- Abflug in beide Richtungen jeweils mitten in der Nacht – am Abflugtag wären wir erst nach Mitternacht (also am nächsten Tag) angekommen, dafür wären wir am Rückreisetag schon 2:00 Uhr losgeflogen, hätten also insgesamt über einen Tag verloren / weniger und trotzdem hätten wir dann 105 Euro Aufpreis zahlen sollen – keine wirklich tolle Option.
So habe ich die Reise erst einmal (glücklicherweise kostenfrei) gecancelt. Irgendwie war das ein echt blödes Gefühl, mit dem Wissen, unseren Junior zu enttäuschen (vor allem unseren jüngsten).

S. war auch sichtlich enttäuscht – sie wollte die freien Tage von uns nutzen, um mal unser Bad neu zu gestalten. Ich habe zwar die Befürchtung, dass Sie sich da gnadenlos übernimmt und in einer manischen Phase sich viel mehr auflädt als sie schaffen kann. Ich hätte ihr ja geholfen, aber irgendwie wollte Sie das nicht – warum auch immer.

Nach vielem Hin- und Her habe ich dann aber doch noch einen sinnvollen Ersatz gefunden, nun fliege ich nur mit unserem jüngsten, der Große möchte lieber die Ferien für Fahrschule nutzen, einen Tag später ab Leipzig in den gleichen Ferienclub. Zwar ist meine Kreditkarte am Glühen (solange noch nicht das Geld von der ursprünglich gebuchten Reise zurückgebucht ist), aber zumindest habe ich nun wieder ein gutes Gewissen, meinen Kleinen nicht enttäuschen zu müssen. Und S. hat dann auch gleich wieder bessere Laune bekommen.

Letzte Woche war ich mal wieder in Bayern unterwegs, es war mal wieder ein tolles Gefühl, da unten zu sein – mal unter Leuten zu sein, anstatt allein im Büro zu hocken und maximal am Telefon mal mit ein paar Leuten zu reden. Am letzten Abend hat uns dann der Chef mal noch zu einem Umtrunk eingeladen, an dem ich definitiv zu viel getrunken hatte und am nächsten Tag mit einem übelsten Kater aufgewacht bin und mir den ganzen Tag schlecht war. Ich werde nie wieder Goaßn trinken, ein übelstes Biermischgetränk aus dunklem Bier, Weinbrand, Cola und Kirschlikör. Irgendwie hat mir das echt den Rest gegeben. Trotzdem hat es am Ende echt Spaß gemacht, unten zu sein.

Trotz aller Hin- und Her und diversen Stress geht es mir echt gut – ich fühle mich glücklich und zufrieden, mal von etwas finanziellem Engpass abgesehen.