ไปเชียงใหม่ – Pị cheīyngh̄ım̀ – Auf nach Chiang Mai

ไปเชียงใหม่ – Pị cheīyngh̄ım̀ – Auf nach Chiang Mai

Heute gibt es mal wieder nicht allzuviel zu erzählen – ok, ein kleiner Nachtrag von gestern noch. Darf ich vorstellen, meine neue nóng sâaw – meine kleine Schwester: Kung. Ich hatte ja gestern geschrieben, dass ich mich mit einer Thailänderin unterhalten hatte, wir uns zuammen fotografieren lassen haben und Whatsapp-Freunde wurden.

Nunja, in Thailand gibt es kein richtiges Wort für Freunde in dem “Freunde”-Sinne, nur Freund quasi als “girlfriend” / “boyfriend”. Zu Freunden sagt man dann entweder Bruder oder Schwester, wenn man nicht im gleichen Alter ist, ist das dann der große/ältere Bruder / die ältere Schwester, oder eben die jüngere Schwester oder der jüngere Bruder.

Hier mal das Foto von uns beiden:

Natürlich bleibt das bei einer reinen Freundschaft – was sonst … . So schreibt man sich halt über Whatsapp erschiedene Nachrichten, lernt sich etwas kennen und eben auch Kultur, Gepflogenheiten, Sprache, Orte und bekommt Insiderwissen – echt cool.

Gestern Abend nach dem Blog-Schreiben war ich dann doch noch mal in Sukhothai quasi im Stadtzentrum und habe noch ein schönes Foto von einem der Kreisverkehre schießen können, leider ist das Foto etwas blass, aber ich hoffe, man kann es trotzdem sehen:

Die Straße war voll mit bunten Wimpeln behängt, ein herrliches Bild, wenn auch nicht ganz so schön wie bei Hectors Reise. Ich bin dann noch einmal durch die Gassen gelaufen und habe noch eine etwas größere Markthalle gefunden, aufgrund der recht fortgeschrittenen Zeit, waren die meisten Stände aber leider schon zu. Als ich denn dort an den Wimpeln vorbei bin, musste ich mir fast die Ohren zuhalten. Auf den ganzen Stromleitungen, die hier ja oberirdisch verlegt werden – saßen tausende von Vögeln und zwitscherten im Chor wie wild. Das war ein Krach!! Und dann habe ich sogar noch etwas von ihrer … naja ihr wisst schon, auf den Arm bekommen – pfui.

Dann bin ich  noch etwas essen gegangen, um anschließend ins Zimmer zu gehen. Hier habe ich dann noch die beiden Depressions-Blog-Einträge verfasst und mal an alle möglichen Leute noch einen schönen Gruß geschickt. Ich war überrascht dann sogar etwas von meinem ehemaligen Arbeitskollegen zu hören, der mich zu 100% verstand, weil er auch schon mehrere Depressionen hinter sich hat, mir nur nicht auf die Mails antworten wollte, weil es ihn wohl sehr mitgenommen hat. Es tut gut, sich den Leuten zu öffnen, überhaupt mal die Kraft und den Mut gefunden zu haben, das zu machen. Endlich die perfekte Fassade abwerfen zu können und zu zeigen, dass man Mensch ist.

Die Nacht habe ich wieder sehr unruhig geschlafen, wieder haben mitten in der Nacht die Hunde angefangen zu bellen, haben um 4 Uhr Morgens die Hähne gekräht, wobei die klingen, wie ersten Akkorde von Wiggle Wiggle. Die Vögel haben urst laut gezwitschert, die Tauben Sukhothai gerufen, Geckos oder Kröten ihre typischen Geräusche gemacht – alles in allem war es wieder viel zu laut.

Dazu sind durch verschiedene Ritzen im Boden, in der Wand oder durch die Dusche Mücken ins Zimmer gekommen, wodurch ich heute morgen ziemlich zerstochen war.
Trotz des schlechten Schlafens hielt meine schlechte Laune deswegen gerade mal ein paar Minuten (oder vielleicht auch nur Sekunden??) an, plötzlich ging es mir schon wieder richtig gut, ich habe Lieder geträllert, ich war / bin einfach glücklich.
Kurz nach 9 wurden wir (meine Nachbarn – zwei Jungs – anders kann man es nicht sagen – aus Berlin) und ein Italiener, den ich leider nicht nach dem Namen gefragt habe, abgeholt und zum Busbahnhof gefahren. Endlich habe ich auch mal den Schritt gewagt und etwas weggeworfen, die grüne Jeans-ähnliche Hose und das weinrote V-Ausschnitt-T-Shirt, das sowieso schon aus dem Leim ging. Dafür habe ich mir jetzt ein neues Polo-Shirt auch in weinrot – schwarz geschippert geholt, das so ein bisschen wie ein Adidas-T-Shirt aussieht.

Vom Busbahnhof ging es dann 10:10 Uhr los, diesmal in nicht so einem modernen Bus wie vorgestern, leider auch ohne Service, d.h. ohne Getränke und ohne Inklusiv-Essen. Da ich darauf gehofft hatte, habe ich nichts zu trinken mitgenommen und dann bis es dann glücklicherweise doch einen Mittags-Stopp gab, mit meinem Durst aushalten.

Mit dem Italiener habe ich mich ganz gut unterhalten können, die Berliner, hatten irgenwie nicht so richtig Bock dazu, wahrscheinlich war ich ihnen einfach zu alt – wer weiß.

Auf dem Weg nach Chiang Mai sind wir durch diverse Berglandschaften gefahren, leider konnte ich nur ein Foto erhaschen, dass noch nicht mal richtig gut geworden ist:

Naja, besser als nichts. Die Fahrt dauerte reine Fahrzeit 6 h zuzüglich einer Mittagspause von 20min, in der das Essen diesmal nicht enthalten, aber ziemlich günstig war (40 Baht glaube ich – etwas mehr als 1 Euro).

Angekommen in Chiang Mai wurde man gleich umringt von diversen Fahrtunternehmen – die extrem anhänglich und lästig waren – einem einfach nicht vom Pelz rücken wollten. Ich verzog mich dann schnell, rief dann mein Hostel an, diesmal war die Abholung inklusive und wartete dann, nachdem der ganze Wust von Tuk-Tuk, Taxi- und sonstigen Fahrern aufgelöst war, auf meine Abholung. Nach 20 min Fahrt, war ich dann im Hostel – zumindest ist das Bett ganz gut und die Wände zumindest etwas weniger hellhörig als im Bungalow, auch die Wände und der Boden nicht voller Löcher und ich hoffe mal, dass auch der Geräuschpegel hier, nicht so hoch ist. Dafür ist alles ziemlich vergammelt und kaputt, die ganzen Steckdosen teilweise schon auseinandergegangen, die Handtuchhalterung im Bad hält nur noch an zwei fast komplett durchgerosteten Schrauben, … .

Wlan gibt es … auf den Zimmern eher nicht, wenn, dann so schlecht, dass die meisten Seiten mit einem Timeout abbrechen. Na toll. Irgendwie hätte ich für den Preis, den mir diese blöde Touristen-Info abgeknöpft hat, tausend mal bessere Übernachtungsmöglichkeiten, wahrscheinlich noch zu einem besseren Preis gefunden – also wurde ich wohl ziemlich abgezockt. Naja, jetzt muss ich halt damit leben.

Nachdem ich mich geduscht hatte, es ist doch wieder mal extrem heiß hier, bin ich dann noch einmal in die Stadt, Kung hatte mir ans Herz gelegt, auf den Nachtmarkt von Chiang Mai zu gehen, da es dort wohl echt Klasse sei. Und was soll ich sagen, sie hat Recht. Eine ganze Straße voll mit Ständen über Ständen, auf beiden Fußwegseiten. Und dazu dann noch eine wirklich große Halle mit wieder hunderten Ständen – der absolute Wahnsinn. Natürlich bin ich wieder durchgelaufen – einfach um wieder die Energie aufzunehmen – wieder war es ein Genuss das getan zu haben – einfach die vielen Menschen zu sehen und ohne Kaufverlangen einfach durchzuschlendern.

Hier mal noch ein Bild davon (von außen fotografiert):

Am Ende habe ich mir noch einen Trekking-Hut geholt, leider habe ich meinen schönen Jack-Wolfskin-Hut wohl gestern in Sukhothai verloren und es erst heute morgen in meinem Zimmer überhaupt gemerkt. Schade. Naja, jetzt habe ich einen, der knapp 8 Euro gekostet hat, sieht aber ähnlich aus und passt auch gut. Dann habe ich noch etwas beim Inder gegessen, relativ teuer für insgesamt 400 Baht, was etwas mehr als 10 Euro sind, mit 1 großen Bier und einem Menü.
Kung meinte, dass sie gerade mal 350 am Tag verdient, für sie wäre soetwas also der blanke Luxus und für uns Europäer günstig. Tja, so tickt die Welt halt.

So, das wäre es dann wieder für heute – die nächsten drei Tage bin ich unterwegs, meinen Tagesrucksack habe ich schon gepackt, alles andere dann in den großen Rucksack – ich bin froh, dass er gerade so zu geht. Dass in den kleinen Tagesrucksack ein Gepäck für 3 Tage Platz findet, inkl. Taschenlampe, Medikit, Schlafsack, Reisehandtuch, Dusch- und Zahnputzzeug, dreimal Klamotten (U-Hose, T-Shirt, Socken) und auch noch Kompass, Flip Flops und Regenjacke finde ich schon beeindruckend. Ich hätte echt gedacht, dass ich da nicht alles rein bekomme, super.

Während der Wanderung werde ich nicht bloggen können, mein Notebook lasse ich hier, lediglich die Kamera und zur Not das Thailand-Handy nehme ich noch mit. Ich hoffe mal, dass ich unterwegs nicht schlapp mache bzw. mich die Hitze umbringen wird :-). Wasser habe ich erst mal besorgt, zumindest 2 kleine Flaschen und eine Flasche für nachher noch, ich denke mal unterwegs werden wir wohl auch noch was bekommen.

Drückt mal die Daumen, ich bin echt gespannt.

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