ค้นหาจิตวิญญาณ – Kĥnh̄ā cit wiỵỵāṇ – Die Suche nach Spiritualität

ค้นหาจิตวิญญาณ – Kĥnh̄ā cit wiỵỵāṇ – Die Suche nach Spiritualität

So, nun ist der letzte Tag in Bangkok auch schon wieder fast rum – morgen geht es dann Richtung Norden mit der ersten Station Ayyutthaya einer Stadt, die vor vielen Jahrhunderten mal Hauptstadt war und die wohl prächtige Tempelanlagen bieten soll. Dazu aber wahrscheinlich morgen mehr.

Obwohl ich mit gestern eigentlich vorgenommen habe, heute einen ruhigen zu machen, trieb mich meine innere Unruhe doch wieder raus in die Stadt. Da ich gegen 18 Uhr die Reiseunterlagen für meine Weiterreise abholen sollte, dachte ich mir, entsprechend in die Richtung zu fahren, so dass ich dann die Zeit vorher halt mit anderen Dingen verbringe.

Das beschloss ich dann gegen 9. Da ich am Montag so müde gewesen, es regnete, und ich das ganze Gepäck rumschleppen musste, konnte ich die zwei Tempel irgendwie gar nicht genießen. Also wollte ich heute Wat Pho, die wohl größte Tempelanlage Bangkoks mit dem liegenden Buddha besuchen. Moment mal – liegender Buddha, hatte ich den nicht schon am Montag besucht? Zumindestens nicht den bekanntesten, so wurde ich also am Montag tüchtig reingelegt. Aber egal. Da mir laufend noch irgendetwas einfiel, bin ich dann erst gegen 9:30 Uhr aus dem Zimmer gekommen, was aber so gar nicht schlimm war.
Prompt ein Tuk-Tuk gechartert – wieder kurz verhandelt, erst nenne ich meinen Preis, er dann seinen, dann einen Preis dazwischen, usw. Heute wollte ich mal das letzte Wort haben und so einigten wir uns auf 270 Baht, was für 10 km und knapp 20 min Fahrt soweit OK ist. Sicherlich wäre ich mit dem Taxi günstiger gekommen, aber TukTuk fahren, ist einfach ein Erlebnis. Ziemlich schnell kam das TukTuk durch die Stadt – wieder genoss ich wie gestern diese chaotische Energie, die mich lächeln ließ.

Am Tempel angekommen löhnte ich dann die 100 Baht Eintritt und war gespannt, ob ich vielleicht so etwas wie ein spirituellen Moment erlebe, ein Erlebnis, bei dem meine innere Ruhe und Kraft gestärkt wird. Leider war es in Wat Pho relativ voll, so dass es eigentlich nur wie eine Massenabfertigung war. Sicherlich, die Tempelanlage ist extrem beeindruckend, auch die Buddha-Figuren sind unheimlich beeindruckend, so viele Buddha-Statuen auf einmal habe ich noch nie gesehen, aber vielleicht war es ja auch genau das, was das spirituelle Erlebnis hemmte.

Ein Shrein mit einer Buddha-Figur, in komplett abgeschiedener Atmosphäre, dort hätte ich vermutlich viel mehr in mich gehen und etwas meditieren können, als zwischen den vielen hundert Touristen, die nur mit dem Blick, möglichst das nächste Foto zu erwischen, durch die Gegend wuseln. Es gab 2-3 Momente, an der ich versucht habe, mal in mich zu gehen, Ruhe und Kraft aus der Umgebung zu ziehen, aber irgendwie war da nichts – klappte es einfach nicht. Also ließ ich mich von dem Foto-Wahnsinn mitreißen und habe ein paar Fotos gemacht.

Ein kleiner Brunnen am Eingang mit Figuren, die verschiedene Yoga bzw. Ertüchtigungsübungen aufzeigen.

Blick auf das Pagodendach und die verschiedenen Spitztürme (Chedis) aus Kacheln.

 

Eine relativ große Buddha-Statue (schätzungsweise 6-7 m hoch) in einem der Nebengebäude.

Weitere Bilder erspare ich Euch mal, sonst scrollt man stundenlang durch den Beitrag.

Vielleicht ist da Bangkok mit seiner Wuseligkeit, seinem ganzen Chaos, dem Lärm, dem Smog, den vielen Menschen und Touristen einfach nicht der richtige Ort, um in Ruhe mal zu meditieren und in sich zu gehen. Sicherlich ist es immer wieder interessant, die Leute zu sehen, wie sie innehalten, in sich gehen und wohl zu Buddha beten. Nicht das ich das jetzt auch machen wollen würde, aber eine gewisse Kraft erwarte ich mir aus der Situation doch zu holen, einfach mal lange und tief durchatmen und die Energie spüren. Ich weiß das klingt jetzt total abgehoben bzw. komplett spirituell, aber anhand der Situationen der letzten Tage glaube ich schon, dass es so etwas gibt, das man sich von einer Situation und der entsprechenden Umgebung Kraft, Energie, Ruhe oder auch Zufriedenheit holen kann.

Aber durch die Erlebnisse der letzten Tage und auch Bangkok selbst, ist in mir aktuell noch keine innere Ruhe eingekehrt, wohl aber eine Zufriedenheit und Freude, die ich gern konservieren würde, die ich dann herausholen kann, sollte es mir mal wieder schlechter gehen. Das wünsche ich mir echt.

Aber egal, zurück zum Wat Poh. Der liegende Buddha ist schon echt beeindruckt, er nimmt nahezu das komplette Gebäude ein und ist 50 m lang und bestimmt um die 10m groß.

Was mich am meisten aber daran interessiert hat, waren die Füße von Buddha. Spannenderweise waren auf den Fußsohle verschiedene Bilder angelegt worden, irgendwie sah das etwas aus, als wäre das mit Perlmutt oder so gemacht worden.

Dann konnte man spenden, man hat 20 Baht gespendet, hat dann eine Schale voller Münzen bekommen, die man dann in andere, der Reihe nach aufgestellte größere Schalen verteilen konnte. Wenn man geduldig ist, kann man bestimmt in jede Schale mindestens eine Münze werfen. Das habe ich zwar gemacht, leider haben hinter mir ein paar Touristen ziemlich gedrängelt, so dass ich am Ende die ganzen Münzen auf die erste Hälfte verteilt habe und für die zweite Hälfte gar keine Münzen mehr da waren. Echt schade – warum lasse ich mich schon wieder von etwas / jemanden drängeln – ich muss langsam lernen, das auszublenden und mein eigenes Ding zu machen!

Irgendwann hatte ich genug – Buddhas so viel das Auge reicht (die haben dort über 870  Buddha-Statuen), war dann wie oben geschrieben doch zuviel des guten. Viel interessanter fand ich dann eigentlich das drum herum, die vielen Stein-Wächter, seien es Drachen oder Figuren aus chinesischen Opern.

Einige Schnappschüsse habe ich dann noch gemacht und bin dann aus der Anlage raus, um schon ein Stückchen Richtung der Touristen-Info zu gehen, wo ich 18:00 Uhr mein Termin gehabt hätte.

Ich bin wieder zu Fuß gegangen, wollte wieder die Energie und das Leben in den Straßen spüren. Und kam dadurch in eine Halle, in der geschäftiges Treiben war, jede Menge Säcke mit Salat, Gemüse, Zwiebeln und Blumen durch die Gegend getragen wurden, ich war wohl also auf so etwas wie einem Lebensmittel-Großmarkt gelandet. Aber nicht so, wie man es sich jetzt in Deutschland vorstellt – das waren hunderte von Leuten, die alle ihrem eigenen kleinen Geschäft nachgingen, Bohnen schälten, Blumen auseinanderlegten, Salat putzten. Das war ein absolut unglaubliches Gefühl – mitten drin zu sein im alltäglichen Gewusel der Leute, in ihrer alltäglichen Arbeit. Dazwischen stand mal einer und schweißte von verschiedenen Lebensmitteln umgeben an einem Regal rum – so ist das halt. Ich saugte wieder diese Energie, die von den Leuten kam in mich ein und ging wieder mit einem breiten Grinsen durch die Stände und Gassen durch. Echt faszinierend. Hier mal ein Bild davon, auch wenn das die Situation in keinster Weise erfassen kann.

Spannend ist auch wieder diese Kontraste zu sehen – alt und neu direkt aneinander.

Auf der einen Seite ein ziemlich modernes schickes Café – auf der anderen Seite

recht runtergekommene, total dreckige nur mit Blechdach versehene Häuserschluchten – ein Gegensatz, wie es krasser wohl gar nicht sein kann.

Irgendwann kam ich dann aus diesem kleinen Viertel wieder heraus, stiefelte gemütlich weiter, bis irgendwann meine Füße nach Pause schrieen. Ich trieb sie noch etwas weiter an, suchte mir noch ein kleines gemütliches Restaurant, bei dem ich dann Pad Thai bestellte. Das sind Nudeln in einer süßen Chilli-Sauce mit gebratenem Tofu, verschiedenem Gemüse, Shrimps und Nüssen. Durch diese Chilli-Sauce, die ich ja über alles liebe, war das echt total lecker.
Das Restaurant war echt winzig, am Ende gab es 5 oder 6 Tische, eine kleine Theke und im Hinterzimmer dann die Küche. Aber WLAN gab es gratis 🙂 .
Und eine Toilette gab es auch – da ist man dann durch die Küche, vorbei an einer Treppe, auf der die ganze Verwandschaft / Kinderschar der Restaurantbesitzer saß. Alles extrem klein, aber wieder ein absolutes Erlebnis.

Etwas gestärkt und die Füße ein wenig ausgeruht, bin ich dann weiter gelaufen, habe noch in einige Tempel-Anlagen geschaut, aber nicht mehr ganz so interessiert, obwohl die bedeutend ruhiger waren.

Ein richtig schöner Tempel, alles toll verziert. Für meine müden, wunden Füße dann aber nicht interessant genug, um ihn komplett zu erkunden.

Aber irgendwie war bei Tempeln dann heute die Luft raus.

Irgendwann war ich dann fast beim Touristen-Büro, auf einer Brücke über den Fluss, auf dem auch einige Boote fuhren. Wieder einmal quasselte mich ein Tuk-Tuk-Fahrer an, irgendwie bin ich dann trotzdem mal wieder ins Gespräch mit ihm gekommen, er wollte mir wohl mal wieder eine Tour andrehen, für 50 Baht verschiedene Stationen anfahren, natürlich hat er dabei nicht erwähnt, bei einem Juwelier oder Schneider “zufällig” anzuhalten. Bei dem Preis war mir das aber klar, also vertröstete ich ihn auf später und lief weiter. Irgendwann brachten mich meine Füße fast um, und so setzte ich mich eine Weile auf so einen Sockel und versuchte meine Füße zur Ruhe kommen lassen. Es war jedoch so schwül, dass ich vom Sitzen extrem anfing zu schwitzen. Beim Laufen gab es wenigstens immer etwas Wind, sobald man stehen blieb, floß einem der ganze Saft überall hin.

Also überlegte ich – ins Khao-San-Viertel laufen – nein, meine Füße taten so weh – ich hatte meine Blasen noch etwas verschlimmert – das war mir zu weit (1 – 1,5 km ging nicht mehr). Tuk Tuk oder Taxi ins Hotel ist unsinnig, dann muss ich später noch einmal hinfahren.

Ich schaute in Google Maps, ob ich vielleicht ein Cafe finde und Flux war dort, direkt an der Brücke, wo mich der Tuk Tuk-Fahrer angesprochen hatte, das Kitty Kat Café. Ich schaute kurz nach Bewertungen und traute meinen Augen nicht – ein Café, das einige Katzen beherbergt. Das musste ich mir ansehen.

Flux zurück – na, wer sprach mich wieder an – der Tuk Tuk Fahrer – wimmelte ich ihn wieder ab – möchte ins Kitty Cat Café, was ja auch stimmte. Zuerst war ich etwas skeptisch, als ich reinschaute, einmal kurz vorbei gelaufen dann kehrt gemacht und am Ende doch rein. Überall Katzen – kleine, große, Perser, Perser-Mischungen, Hauskatzen und auch noch ganz junge. Gleich stürmte ich auf eine der jungen Katzen zu und streichelte Sie – noch bevor mir etwas Desinfektionsmittel auf die Hand gegeben wurde – ups.

Es war echt lustig, Kaffee zu trinken, dabei Katzen zu beobachten und zu streicheln. Eine echt geniale, süße Sache. Kurz nach mir kam dann auch noch ein Pärchen, wenn ich es recht identifizieren konnte, Franzosen, die sich auch köstlich amüsierten und sich eine der Katzen auf sie fixierte. Bei mir spielte eine der beiden jüngeren Katzen mit meinem Rucksack, das war echt so niedlich und lustig, das einem das Herz aufging.

Nachdem ich dann eine Weile gesessen hatte, sah ich draußen wieder meinen aufdringlichen Tuk-Tuk-Fahrer, der mir zuwinkte und sich wohl auch amüsierte.
Als es dann gegen halb 5 war, bin ich dann raus – meine Füße wurden aber nicht besser, deshalb beschloss ich, gleich in das Touristen-Büro zu gehen, auch wenn das vielleicht etwas zu früh ist. Wieder sprach mich der Tuk-Tuk-Fahrer an, wollte weiter mit mir die Tour machen. Da bei mir aber komplett die Luft raus war, überredete ich ihn dann mich für 250 Baht zum Hotel zu fahren, ich würde bloß mal schnell zur Touristen-Info rein, um meine Reiseunterlagen abzuholen. Er hat mich da sogar hingefahren und gewartet. Da hat er wohl verstanden, dass ich die 50 Baht-Tour schon “kannte”.

Flux holte ich die Unterlagen ab, bedankte mich, checkte kurz alles durch – Abfahrt morgen um 6:20 Uhr – ach Du meine Güte. Da muss ich mich echt beeilen mit Frühstück. Ja, so ist das halt. Als ich dann raus bin, hat mich mein Tuk-Tuk-Fahrer gleich nochmal gefragt, ob ich nicht die Boots-Tour mitmachen wolle, oder noch mal zum Schneider möchte – nein nur zum Hotel. Hotel gezeigt, plötzlich schienen ihm 250 Baht zu wenig – egal, dann habe ich ihm 300 Baht angeboten, dann hat er mich ohne zu mucken auch in die Richtung gefahren. Eigentlich war der Tuk Tuk-Fahrer ganz lustig drauf, hat so seine Scherze gemacht. Als er gehört hat, dass ich nach Chiang Mai fahre, hat er sein Handy gezückt, seine Frau angerufen, die wohl in Chiang Mai lebt und ich sollte mit ihr telefonieren. Was???
War am Ende halt nur ein Scherz – jaja, so sind die Tuk-Tuk-Fahrer. Am Ende hat er mich zwar nicht ganz vor dem Hotel abgesetzt, weil er eine zu früh gewendet hat, so bin ich dann die restlichen Meter unter Schmerzen ins Hotel gelaufen.

Tja, das war es wohl erst einmal mit Bangkok. Ich werde diese stinkende, dreckige, laute, volle und chaotische Stadt echt vermissen, aber wir sehen uns wieder – am Ende der Reise noch einmal. Es wird Zeit den nächsten Schritt zu gehen und das nächste Kapitel meiner Reise anzufangen.

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