ท้องฟ้ากำลังร้องไห้ – Tĥxngf̂ā kảlạng r̂xngh̄ị̂ – und der Himmel weint

Heute gibt es eigentlich nicht wirklich etwas zu vermelden.

Gestern Abend habe ich noch Selinas Vater kennengelernt – den Vater meiner Bungalow-Nachbarin. Er ist nach Thailand gekommen, um mit seiner Tochter in Kürze in den Norden zu fahren / fliegen, um auch mal Nord-Thailand kennenzulernen. Finde ich ziemlich cool. Selinas Eltern haben sich wohl getrennt bzw. scheiden lassen, i.d.R. wohnt wohl Selina mit ihrer Mutter zusammen, so kann Sie mal etwas mit ihrem Vater unternehmen – finde ich echt gut.

Gestern Abend bin ich mit ihm noch etwas durch die Gegend gelaufen, habe mich noch etwas mit ihm unterhalten – auch ihm gegenüber bin ich offen und ehrlich mit meiner Depression umgegangen, habe es ihm erklärt und ihm sonst so ein bisschen über Thailand und die Gepflogenheiten (z.B. was Massage angeht) erzählt. Es tut echt gut, dass keine innere Stimme mehr das mit der Depression geheim halten und die perfekte Maske aufrecht erhalten will, sondern inzwischen in mir die Kraft, die Energie und auch das Einsehen da ist, es anderen offen und ehrlich sagen zu können. Irgendwann bin ich dann ins Bett, bin beim ins Bett gehen noch auf etwas leicht weiches getreten, hab dann gesehen, dass eine Kakerlake in meinem Zimmer ist. Ich habe mich davor aber weder geekelt, noch wollte ich sie gleich tottreten, sondern einfangen und raussetzen. Leider war die schneller als ich, irgendwann habe ich sie nicht mehr gefunden – naja, ist halt so, so bin ich dann eingeschlafen.

Heute Nacht gegen 2 hat es dann mörderisch angefangen zu stürmen und zu regnen, die ganze Terasse schwamm vor Wasser – erst heute gegen 7 hörte es dann mal ein wenig auf mit regnen. Eigentlich wollte ich heute morgen zeitig an den Strand gehen, um mir den Sonnenaufgang anzusehen, aber da es geregnet hatte, habe ich das dann lieber gelassen. So bin ich dann erst gegen 7 aufgestanden, habe die Kakerlake von gestern vor der Tür sitzen sehen, habe sie mit einem Glas eingefangen und ausgesetzt. Schließlich hat sie ja auch ihre Berechtigung auf Leben und getan hat sie mir ja auch nichts oder?

Da meine niederländischen Freunde heute nach Bangkok geflogen sind, mit dem Flieger, den ich morgen auch nehme, sind wir schon 7:45 zum Verbinden ins Krankenhaus gefahren. Die Wunden heilen immer besser, der rechte Unterarm ist etwa zur Hälfte schon ganz gut verheilt, speziell aber Richtung Ellenbogen noch nicht so gut – da brennt es noch ziemlich stark und teilweise ist die Wunde immer noch offen und blutet. Aber Tag für Tag verbessert sich die Lage. Auch meinem Bein geht es Tag für Tag immer besser, beim desinfizieren schmerzen nur noch kleinere Abschnitte, der größte Teil dagegen ist schon schmerzfrei.

Da mir gestern Abend mein Finger-Verband nach dem Händewaschen abgegangen ist, ist der auch nicht mehr weiter versorgt worden, abgesehen vor kurzem Desinfizieren. Aber zumindest bleibt der Verband ab, so dass ich nun nur noch 2 Verbände habe, am rechten Arm und rechten Bein.

Nach dem Verbinden sind wir zusammen noch auf den Flughafen gefahren – so einen niedlichen Flughafen habe ich noch nie gesehen. Eine winzige Start- und Landebahn und ein Terminal so groß wie ein kleinerer Bahnhof. Echt komisch.

Ich habe mich dann verabschiedet, ich denke mal über Whatsapp bleiben wir in Kontakt, am Ende hat mich Katja noch gedrückt – immer wieder ein schönes Gefühl, von Leuten umarmt zu werden.

Dann hieß es Lebewohl sagen, und ich fuhr zurück ins Hotel. Etwas vermissen werde ich die zwei schon ein bisschen – auch wenn die beiden schon ein paar liebenswerte Macken hatten, z.B. nicht in die ursprünglich gebuchten Bungalows zu gehen, weil es da allerlei Krabbeltier geben könnte, oder sich immer so fotografieren zu lassen, dass man nichts oder nahezu nichts von den Verbänden sieht, so dass immer das perfekte Bild bewahrt wird. Ja, so war ich auch einmal – vielleicht nicht genau so, aber das perfekte Bild war mir auch wichtiger als die Realität. Jedem das Seine. Gut inzwischen offen und ehrlich mit den Dingen umgehen zu können und auch das Nicht-Perfekte zu akzeptieren und anerkennen / lieben zu lernen.

Dann habe ich erst einmal gefrühstückt, beim Frühstück habe ich kurz Selinas Vater vorbeilaufen sehen, man hat sich zugewunken, dann ist er Frühstück einkaufen gegangen. Später haben wir uns noch kurz auf der Terasse unterhalten, über dies und jenes und er hat mich noch etwas vom Obst-Frühstück probieren lassen, Selina hat das Zimmer anscheinend ohne Frühstück gebucht – ich wusste gar nicht, dass das geht.

Gegen 11:20 fing es dann wieder mörderisch an zu regnen – über eine Stunde lang, so habe ich dann schon mal „probegepackt“, komischerweise ist mehr Platz als auf der Fahrt nach Koh Samui, warum auch immer.

So steht das Gepäck schon nahezu fertig, griffbereit für morgen da, eigentlich muss ich nur noch meine aktuellen Klamotten von heute reinstopfen, die Sachen für morgen sind auch schon zurechtgelegt.

Ich hoffe, dass meine Wanderschuhe bis morgen trocken werden, da ich die während des krassen Regens draußen stehen lassen habe, sind die komplett nass gewesen. Ich hab die zwar reingenommen, besser wäre schon, wenn Sie morgen trocken sind, verbrauchen Sie doch eine Menge Platz, zumindest mehr als meine Flip Flops.

Gegen Mittag bin ich dann erst noch einmal ins Seven Eleven gegangen, habe mir wieder Hustenpastillen, Wasser und noch ein paar Stifte geholt, irgendwie habe ich wohl wieder mal meinen Kuli verloren. So kann ich morgen mal noch in meinem Offline-Blog endlich mal wieder schreiben.

Auf dem Weg dahin wurde mein Fuß immer schlimmer, tat mehr und mehr weh, irgendwie konnte ich ihn kaum noch bewegen.

Ich habe bis zum Mittagessen dann eine ganze Zeit lang die Miez beobachtet, einfach nur dagesessen und zugeschaut – echt schön, so nur zu beobachten und versuchen, den Rest abzuschalten.

Ich habe dann die Sachen ins Zimmer gebracht, mir meine Schmerztabletten, auch die starken mit Tramadol geschnappt und bin im Hotel-Restaurant essen gegangen. Dort habe ich Rindfleisch mit Knoblauch-Pfeffersauce gegessen – echt ein Traum von Essen. Danach die Pillen eingeworfen, wieder ins Zimmer und hab mir erst mal einen kühlen Umschlag für meinen Fuß gemacht – Handtuch nass, etwas mit dem kalten Wasser aus dem 7 eleven übergossen und um den Fuß gewickelt. Das tat gut. Irgendwann bin ich auf dem kleinen Sofa etwas eingenickt, das Tramadol tat wohl seine Wirkung – macht immer ziemlich müde. Kurze Zeit später dann wieder kurz aufgewacht, habe ich mich dann im Bett lang gemacht, da es schon wieder regnete. Irgendwie hört das heute immer nur für ein paar Minuten mit regnen auf, um dann wieder neu anzufangen.

So schlief ich dann bis 17:30 Uhr, hatte die verrücktesten Träume, ziemlich bunt alles, aber genau daran erinnern kann ich mich irgendwie nicht.

Ich habe dann erst mal versucht noch die gebührenfrei-Versicherung zu erreichen, da eine email an die zuständige Stelle erst einmal zurückkam – wir sind nicht zuständig. So habe ich für wahrscheinlich 10 Euro mit einer kaum deutsch sprechenden Sachbearbeiterin diskutiert, um dann ein Formular zu bekommen, mit dem ich die Auslandskrankenversicherung entsprechend geltend machen kann. Mal schauen, vielleicht versuche ich es doch erst einmal über die Bayerische Beamtenkrankenkasse, das scheint mir der einfachere Weg zu sein.

Dann hab ich mich etwas auf die Terasse gesetzt, wo die Miez wieder wartete, mich anmauzte und Kuscheleinheiten und Futter einforderte. Auf der Terasse habe ich ein bisschen gedöst – einfach nur dagesessen und wieder den Moment genossen, irgendwann dann zum Abendessen – noch einmal zum Italiener gegangen und nun sitze ich noch hier und schreibe den Blog auf der Terasse zu Ende. In mir herrschen ziemlich gemischte Gefühle, auf der einen Seite bin ich froh, dass die Zeit vorbei ist und ich endlich nach Hause komme, um meine Familie wieder zu sehen, die ich inzwischen sehr vermisse, auf der anderen Seite eine gewisse Traurigkeit, war das hier doch eine Idylle hier – die wahrscheinlich ohne den Unfall noch mal bedeutend schöner wäre.

Tja, damit muss man aber leben, ich hätte wohl doch auf meinen Instinkt hören und mich nicht überreden lassen, mit dem Roller zu fahren. Am Ende kann man eh nix mehr dran ändern, man muss es so nehmen wie es ist.

Während des Schreibens hatte ich mal wieder etwas Besuch auf meiner Terasse – ja, von der Miez einerseits, aber auch von diesem lustigen Gesellen.

Es ist toll, die verschiedenen Tiere beobachten zu können – etwas, was man in der Stadt ja kaum zu sehen bekommt. Frösche, Kröten, diverse Insekten – für manche wahrscheinlich etwas ekelig oder gruselig, ich find es aber richtig spannend.

Morgen geht es dann direkt nach dem Krankenhaus zum Flughafen, wo ich dann mal wieder zurück nach Bangkok fliege. Diesmal bin ich in Sukhumvit untergebracht, einer Gegend, in der wohl auch ziemlich viel los sein soll. Mal schauen, was ich dann noch in Bangkok machen werde – vielleicht zieht es mich mal zur Khao San Road, mal das wilde Treiben anschauen oder ich schaue mir doch mal einen Muai Thai-Kampf an. Auf alle Fälle gehts nochmal ins MBK – vielleicht finde ich endlich noch etwas für meine Jungs.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge genieße ich noch den restlichen letzten Abend in Koh Samui, um dann den Zwischenstopp für die Heimreise anzutreten und Bangkok wiederzusehen.

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