ถึงกรุงศรีอยุธยา – T̄hụng krung ṣ̄rīxyuṭhyā – Auf nach Ayutthaya

ถึงกรุงศรีอยุธยา – T̄hụng krung ṣ̄rīxyuṭhyā – Auf nach Ayutthaya

Nach den 4 Tagen Bangkok ging heute die Fahrt nach Norden mit der ersten Station: Ayutthaya los. Da ich mal die Kontrolle abgegeben und das die Touristen-Info buchen lassen habe, habe ich mich mit gemischten Gefühlen auf den Weg gemacht. Wie wohl das Zimmer ist – ist ja kein Hotel, sondern ein Hostel, aber mit Einzelzimmer, also nicht im Schlafsaal. Auch nicht schlecht, hat man so das Feeling des Hostels aber zumindest etwas Ruhe und ich störe nicht alle Leute mit meinem Geschnarche. :-).

Als ich gestern die Reiseunterlagen abgeholt hatte, hab ich erst einmal einen Schreck bekommen – Abholung Richtung Ayutthaya um 6:20 Uhr in der Frühe. Mir ist da halb das Gesicht eingeschlafen, aber so ist das halt, da muss man durch. Also 5:15 Uhr aufgestanden, kurz geduscht, den Rest noch zusammengepackt und dann in die Lobby, um kurz auszuchecken. Dann schnell noch in den Frühstücksraum gehetzt, mir 10 min noch schnell einen verwässerten Espresso (mit kaltem Wasser, damit ich ihn sofort trinken konnte) und etwas Soja-Milch reingepfiffen, ein paar süße Teilchen und ein Brötchen (welche wohl anscheinend immer schnell vergriffen sind) in aller Eile reingestopft, um dann 6:15 Uhr schon am Mini-Bus zu stehen und auf den Fahrer zu warten. Dann wurden erst einmal verschiedene Stationen angefahren, der Bus mit Leuten voll gestopft und dann zu einem zentralen Sammelpunkt in Khao-San gefahren. Dort wurden dann alle mit bunten Aufklebern “gebranntmarkt”, um anschließend wieder neu gewürfelt zu werden und auf verschiedene andere Busse verteilt zu werden.

Die Fahrt nach Ayutthaya war eigentlich ganz OK, ich hab mir, da die Franzosen hinter mir sehr laut und die Nachbarn wohl nicht mal den Ansatz machten, irgendein Wort zu sagen, die Kopfhörer aufgesetzt und mit Candle Thieves und Death Cab For Cutie die Zeit vertrieben.

Nach ca. 1 1/2 Stunden, so gegen 10 kamen wir dann in Ayutthaya an, ich war der zweite, der rausgeschmissen wurde, nach den Franzosen hinter mir, die wohl nur zum Bahnhof wollten.

Angekommen im Hostel dann erst mal das Formelle, was mit einem Foto mit der Gastgeberin endete. Dann ging es ins Zimmer – recht spartanisch ausgestattet, aber immerhin Klimaanlage, Doppelbett und sogar einem eigenen Mini-Badezimmer. Alles in allem hätte es durchaus schlimmer kommen können. Ist ja auch kein Luxus-Urlaub, sondern ich möchte zu mir finden, das geht, wenn man auf gewisse Dinge verzichtet, viel besser.

Ich hab dann kurz die Sachen abgestellt, etwas meinen Tages-Rucksack umgepackt und weiter ging es. Erst mal die Gastgeber gefragt, wie ich am besten zu den verschiedenen Tempeln komme. Sie haben mir dann das auf der Karte aufgezeigt, wie ich wohin am besten komme, was ich erlaufen kann und wo ich besser ein Tuk Tuk oder so nehmen sollte. Ich hab mich entschieden, erst mal die nähere Umgebung und die nahegeliegenen beiden Tempel zu erkunden. An den ersten Tempel-Ruinen angekommen, habe ich erst einmal den Eintritt gelöhnt und mir die Tempel-Ruine erst einmal angeschaut. Was mir sofort auffiel: Alles war so ruhig, so friedlich, so harmonisch. Überall zwitscherten die Vögel in den verrücktesten Tönen, sprangen Vögel und Eichhörnchen durch die Gegend, hörte man kaum Lärm, manchmal nur das eine oder andere Motorrad, aber das doch nur relativ gedämpft und wenig störend. In der Anlage kein Gestank und Smog, sondern frischer Duft von Natur. Außerdem kaum Menschen in der Tempelanlage, lediglich vielleicht eine Handvoll Touristen und einige Leute, die die Anlage in Schuss hielten. Ich setzte mich auf einen Mauervorsprung, machte die Augen zu und atmete tief ein und aus – endlich hatte ich Zeit und Ruhe mal etwas zu meditieren.

Es tat echt gut, eine innere Ruhe kehrte in mir ein, wie ich es mir eigentlich bereits gestern gewünscht hatte. Diese Ruinen strahlten eine komplett andere Energie aus, als Wat Pho gestern. Die erhabene Ruhe eines alten Mannes, der schon viel in seinem Leben gesehen hat und zu seinem inneren Frieden gefunden hat. Von diesem möchte ich lernen :-).

Nach dem Meditieren, nahm ich mein Tagebuch und fing an, auch mal den “Offline-Blog” zu schreiben. Mein Blick fiel auf das Foto, das S. zusammen mit den Kindern gemacht hatten, auf denen Sie glücklich und lachend sich fotografieren ließen. Wie schön – irgendwie vermisse ich Sie schon sehr. Aber es tut auch gut, mal komplett ohne irgendwelche äußerlichen Zwänge und Erwartungen mal in mich rein zu horchen.

Einfach so, nahm ich mir die Zeit, meinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen und diese auf Papier zu bringen. Es war so eine Situation, die hätte endlos gehen können.

Irgendwann kam aber wieder die innere Unruhe in mir hoch, dieses Gefühl, irgendetwas zu verpassen, wenn ich hier noch länger verweile.

Irgendwie muss ich das endlich mal abstellen, endlich mal wirklich runter kommen, mir Ruhe, Gelassenheit und einfach nur Zeit gönnen, ohne irgendetwas sehen zu wollen.
Vielleicht ja, wenn das “Pflicht”-Programm durch ist ;-).

Ich ging dann zur nächsten Tempel-Anlage, die direkt daneben war. Auf dem Weg dahin begegnete ich folgendem:

Es war irgendwie überhaupt nicht scheu, ich konnte ihm quasi auf Augenhöhe in die Augen schauen. Echt niedlich.

Die Tempelanlage die dann kam ist einen Tick größer, gewisse Dinge sind noch etwas besser erhalten, gewisse Dinge auch schlechter und sie hat den Buddha im Baum – quasi ist ein Baum um einen Buddha-Kopf herumgewachsen, was schon extrem interessant ist.


Ich lief etwas herum, stellte mich hinter eine der Ruinen und ging wieder etwas in mich, sog die umgebende Energie in mich auf. Ich stellte mir vor, wie das wohl war, als hier alles noch stand, wie der Tempel benutzt wurde, was für eine Stimmung hier wohl geherrscht hatte. Irgendwie eine lustige Vorstellung – ein paar schöne Bilder.

Da es immer heißer wurde, ging ich noch den Rundgang zu Ende – irgendwie schienen wohl auch Werbefotografen in der Anlage gewesen zu sein, da viele Fotos von verschiedenen Leuten mit diversen Kostümen geschossen wurden. Irgendwann verließ ich dann die Anlage, wollte noch zum liegenden Buddha laufen, irgendwann haben die Füße aber nicht mehr mitgespielt und ich beschloss, erst einmal etwas essen zu gehen, mich zu stärken und vielleicht danach noch zum liegenden Buddha zu laufen.

Ich habe dann leckeren Reis mit gebratenem Schweinefleisch in Pfeffer-Knoblauch-Soße gegessen, das war echt lecker, nicht so viel und auch ziemlich günstig (zusammen mit einem Getränk für 85 Baht, was etwa 2,25 Euro entspricht). Echt der Hammer hier die Preise.

Dann stiefelte ich weiter, merkte aber irgendwie, dass heute gar nichts mehr geht. Ich stattete noch kurz einem 7-eleven einen Besuch ab, um vielleicht irgendeine Salbe zu finden, da sich imeine Augenlieder in den Ecken aufgesprungen sind, fand aber leider nichts, so holte ich mir nur noch etwas zu trinken und ging wieder gen Hotel. Irgendwie war es auch einfach zu heiß geworden. Gegen 13:45 war ich dann im Zimmer und habe mir erst mal die so nötige Pause gegönnt. Irgendwie hat das so zeitige Aufstehen tüchtig geschlaucht.

Nach der Siesta, wollte ich mir dann noch Socken holen (blöderweise hatte ich nur EIN paar Socken mitgenommen, ich hab mir zwar in Bangkok noch zwei paar teuer gekauft, die aber inzwischen auch nicht mehr fit sind. Zum Waschen bin ich leider noch nicht gekommen.

Also ein Tuk-Tuk gechartert, das mich eigentlich zu einem ganz bestimmten Shopping-Zentrum bringen sollte – er hat mich dann aber zum erstbesten gefahren und für knapp 1 km gleich mal 100 Baht eingesackt. Leicht verdientes Geld für ihn. Naja, in D hätte man nur fürs einsteigen soviel bezahlt, sogesehen, ok. Irgendwie habe ich mich trotzdem geärgert.

Ich habe nun endlich auch Flip Flops gefunden, die mir gefallen, mir passen und auch nicht komplett aus Gummi sind. Eine Wohltat für die Füße.

Zurück bin ich dann wieder gelaufen, bin dabei wieder an so kleinen Ständen vorbeigelaufen, und konnte wieder einen kleinen Hauch dieses Bangkok-Feelings dabei einfangen. Aber alles irgendwie verhaltener, mit etwas weniger Lebendigkeit. Trotzdem tat es ganz gut.

Jetzt sitze ich hier und schreibe Blog, nachdem ich festgestellt habe, dass in meinen sowieso viel zu vollen Rucksack die Flip-Flops wohl gar nicht mehr reinpassen werden. Ich werde wohl etwas hier lassen, wahrscheinlich meine hellgrüne kurze Hose, die ich sowieso seit Jahren nicht mehr angezogen habe. Irgendwelchen Ballast muss man halt mal abwerfen, nicht dass mir noch der Rucksack irgendwann kaputt geht.

Morgen geht es dann, glücklicherweise erst 11:30 Uhr nach Sukothai, da habe ich dann zwei Übernachtungen, also etwas mehr Zeit für Sightseeing. Schade, dass der Tag in Ayutthaya so schnell vorüber ging, ich hätte gern mehr gesehen. Da ich ja aber nicht zum Sightseeing, sondern zum Emotionen einfangen und mich selber kennenlernen in Thailand bin, ist das am Ende nun nicht so schlimm, habe ich doch gleich am Anfang genau das erleben können, was ich brauche.

Schreibe einen Kommentar