เต้นรำในสายฝน – Tênrả nı s̄āy f̄n – Im Regen tanzen

Hallo Welt da draußen. Nach den Blog-Schreiben von gestern beschloss ich noch etwas essen zu gehen, da ich wieder mal Appetit auf Pizza hatte, suchte ich mir dann entsprechend eine Pizzeria aus. An der ersten ging ich vorbei, ich weiß nicht wieso, irgendetwas – die Vorsehung vielleicht – trieb mich weiter.

Bei der zweiten Pizzeria kehrte ich ein. Dort waren nur zwei Tische belegt, ein Vierertisch mit 4 Personen, bestehend aus 2 Damen und 2 Herren, ein größerer Tisch nur mit einem älteren Herren. Ich beschloss, mich neben die 4 Personen zu setzen – man muss sich ja nicht so distanzieren. Der Tisch nebenan hatte ziemlich komische Speisen auf dem Tisch stehen – einen kompletten Fisch, der nahezu aufgegessen war, jede Menge Mini-Muscheln, Würste am Spieß und auch …. Insekten – ganz schwarze.

Kurz nachdem ich gekommen war, sprach mich der Nachbartisch an, woher ich denn komme, ob ich das erste Mal in Thailand bin, so das übliche halt und boten mir an, eine der Muscheln mal zu probieren. Das tat ich auch – schmeckte eigentlich gar nicht so schlecht, mit etwas Chilli-Sauce. Dann fragte ich, ob sie denn wirklich Insekten essen würden, was die eine Dame bejahte und ich fragte, ob ich mal probieren kann, was sie auch bejahte.

Komisch – ich hätte mir vor dem Thailand-Urlaub nie vorgestellt, mal wirklich Insekten zu essen, zumal mich richtig tiefschwarze Insekten bisher immer ziemlich angeekelt haben. Nachdem es mir nun wirklich gut geht und mein inneres Gleichgewicht hergestellt ist, ekeln mich Insekten nun nicht mehr an, sondern sind eher faszinierend.

Erst mal fragte ich, unwissend, da noch nie gegessen, ob man da irgendwie den Panzer abmachen muss – nein, einfach in den Mund, kauen und gut ist.
Ich überwund mich und biss in den Käfer – das schmeckte noch nicht mal schlecht – irgendwie wie salziges Popcorn. Krass. Hier mal ein Bild davon:

Und nein, das ist keine Retusche oder nur gestellt, das Vieh habe ich dann wirklich gegessen. Irgendwann kam eine Pizza, die ich mir gut schmecken ließ.
Kurze Zeit später ging dann der einzelne Gast und auch einer der 4er Gruppe – ein Mann verließ dann den Tisch – er war / ist wohl Besitzer eines gerade entstehenden Ladens gegenüber – kurze Zeit später ging auch der andere Mann – ein Koreaner, der anscheinend zum Urlaub da war.

Nachdem die beiden dann so allein waren, fragte ich, ob ich mich zu ihnen setzen durfte – selbstverständlich, gleich darauf kam noch ein junger blonder Herr angehumpelt, er ist wohl betrunken Roller gefahren, hat mit dem Roller anscheinend irgendein Hindernis getroffen und ist dann dadurch quasi während der Fahrt des Scooters / Rollers abgesprungen, hat sich dabei am Bein verletzt.

Es stellte sich heraus, dass der Mann Engländer war, schon mehrere Male Thailand und auch Pai besucht hatte und er auch relativ lange bleibt.

Die beiden Damen und der junge Herr kannten sich wohl schon länger, unternahm regelmäßig irgendetwas. Er zeigte uns einen ziemlich schlechten Kartentrick, auch ich steuerte meine besten Kartentricks bei.

Anschließend spielten wir so etwas ähnliches wie Blackjack, nur, dass die 10’er quasi nicht zählen und man maximal 3 Karten aufnehmen kann. Irgendwann wollte Na – so der Name der Restaurantbesitzerin das Restaurant zu machen und wir beschlossen noch in eine Bar in der Nähe zu gehen, ins Hakuna Matata, wo man dann entsprechend weiter trinken und etwas tanzen und Spaß haben konnte. Man kam so oberflächlich mit verschiedenen Gästen ins Gespräch – nichts jetzt aber, woran ich mich allzu sehr erinnere.

Als dann auch diese Bar zu machte, liefen wir noch in die Don’t cry-Bar, die noch länger als die anderen geöffnet hatte. Dort lief ganz gute Musik, irgendwann fing es an zu regnen und dann entschloss ich mich im Regen zu tanzen. Es ging mir einfach so gut dabei, ich fühlte mich überglücklich.

Einige tanzten mit, es war wirklich ein richtig toller Abend. Irgendwann später, als es aufgehört hatte mit regnen, ging ich dann zurück zum Guesthouse und schlief eigentlich mal ganz gut, auch wenn ich am nächsten Morgen mit einem ziemlichen Kater aufwachte. Ich traf mich gegen 11:00 Uhr dann mit Andrea, dem italienischen Studenten, der eigentlich gerade in China studiert, wir redeten etwas darüber, was ich den Tag zuvor gesehen habe, da er erst einen Tag später nach Pai gekommen ist.

Eigentlich hatte er das meiste trotzdem gesehen, er war sogar an den echten heißen Quellen und nicht in diesem Resort. Er erzählte mir noch, wohin er überall noch will – eher muss, damit er alles von Pai gesehen hat.

Ich fand das etwas übertrieben, aber naja, jedem das seine. Mit ihm bin ich dann noch einmal in die Pizzeria gegangen, um Na und Jenny noch einmal persönlich auf Wiedersehen zu sagen, dabei entstand dieses schöne Bild.

Dann ging es leider wieder zurück nach Chiang Mai – Jenny hätte mich am liebsten noch da behalten.
Die Busfahrt nach Chiang Mai war recht ereignislos, wieder mal tausende von Serpentinen, 3 Stunden Fahrt – ziemlich nervig.

Angekommen in Chiang Mai hielt dann der Busfahrer ca. 100m von meiner neuen Bleibe – dem Born Guesthouse, in denen Felix und Ruben bis vor kurzem noch untergekommen sind. Eingecheckt, habe ich gleich mal die Ziplining-Tour gebucht, auch wenn ich da ein etwas mulmiges Gefühl habe, so mehrere Meter über dem Boden an einem Seil durch die Luft zu rutschen.

Dann noch die Wäsche zum Waschen abgegeben, Sachen gecheckt – verdammt, irgendwie habe ich meine Kopfhörer irgendwo liegen lassen – aber inzwischen habe ich so eine innere Ruhe und Kraft in mir, dass mir das ziemlich egal ist, die sind ersetzbar, die Erfahrungen hier in Thailand, die verschiedenen Situationen auf alle Fälle nicht. Werde mir wohl noch mal neue kaufen müssen, entweder hier oder wieder in Deutschland, naja, mal schauen.

Nach etwas Ausruhen, bin ich dann wieder mal zum Nacht-Basar gegangen. Ich wollte mir, da ich ein Shirt im B.M.P.-Hostel gelassen hatte – es war einfach total versaut – mit ein T-Shirt holen mit Bruce Lee als DJ drauf – das hatte ich am ersten Abend, als ich in Chiang Mai war, an einem der Stände gesehen. Leider wusste ich aber nicht mehr, wo der Stand genau war, ich habe relativ lange gebraucht, um endlich die Halle zu finden, in der ich das erste Mal war.

Irgendwann taten mir die Füße weh und ich beschloss mal wieder zur Live-Bühne zu gehen, bei der ich bereits mit Felix, Ruben und John gewesen bin. Dort holte ich mir einige Frühlingsrollen – eigentlich ganz lecker, aber irgendwie viel zuviel Kraut drin, während ich aß, wurden auf der Nebenbühne einige traditionelle Tänze aufgeführt.

Irgendwann war das auch zu Ende und die Band fing an zu spielen. Die Bands hier, sind echt ziemlich gut, können irgendwie alles querbeet spielen, klingt trotzdem echt Spitze.

Es kam, wie es kommen musste – es fing an zu regnen. Da meine Hose von gestern immer noch nass ist und ich meine letzte (kurze) Hose nicht auch noch nass machen wollte, ging ich unter ein Zeltdach, unter dem auch eine Gruppe von mehreren Mädels / Frauen am Tisch saßen. Eine der Frauen, war irgendwie ziemlich verrückt, tanzte immer mal wie ein Derwisch im Regen herum, strahlte so eine verrückte, positive Energie aus, das das einen wirklich mitnehmen musste.

Als der Regen nach ein paar Minuten aufhörte und die Musik einfach so gut war – sie spielten Bob Marley – fingen ich und auch einige der Mädels an zu tanzen und es blieb dabei, auch als es dann doch wieder anfing zu regnen. Zu den Mädels und mir gesellten sich dann noch ein paar Jungs / Männer, viele drum herum schauten gespannt zu, irgendwann fingen auch sie an zu tanzen. Es war so ein schönes Erlebnis, so viele Leute irgendwann tanzen zu sehen, obwohl es regnete. Irgendwann war auch das letzte Lied zu Ende, das ziemlich verrückte Mädel umarmte dann alle, die mitgetanzt hatten, einfach, weil es ihr so viel Spaß gemacht hatte. Ein tolles Erlebnis – zwei Tage hintereinander im Regen zu tanzen.

Ich bin echt unheimlich glücklich. Vielleicht gehe ich ja morgen noch einmal auf den Night-Basar um wieder im Regen oder auch nicht Regen zu tanzen, anscheinend ist die Band nämlich wieder da und spielt.

Vorher gehe ich mal noch zip-linen, ich bin echt total nervös und aufgeregt deswegen. Drückt mal die Daumen.

สำรวจท้องฟ้า – S̄ảrwc tĥxngf̂ā – erkunde das Paradies

Für heute hatte ich wieder eine Tour gebucht, um die Sehenswürdigkeiten in und rund um Pai kennenzulernen. Abholung war 9:45 Uhr, wieder einmal bin ich viel zu früh, kurz vor 6 aufgewacht, konnte nicht mehr richtig schlafen, habe dann eher gedöst, als zu schlafen. Da mir langsam die Wäsche ausgeht, habe ich meine ganze schmutzige Wäsche zusammengepackt und wollte Sie, während ich auf der Fahrt bin, waschen lassen. Dann hätte ich sie morgen früh noch problemlos abholen können und wäre mit (fast) komplett frischer Wäsche wieder nach Chiang Mai gekommen.

Mit dem entsprechenden Beutel unter dem Arm, bin ich los – tja, irgendwie hatten gegen 8:15 noch alle Wäschereien zu. Also wieder zurück, dann wieder zum Frühstück, hier im Breeze of Pai gibt es leider keins, also dann auswärts gegessen. Nach einiger Überlegung habe ich dann Toast, Spiegeleier und Fruchsalat gegessen und einen Cafe Americano getrunken, im Endeffekt ein normaler Kaffee mit einem Schnapsglas voll Milch.

Nach dem Frühstück habe ich dann mein Tagestour-Gepäck eingepackt, habe mich erst etwas noch auf die Terasse gesetzt und gechillt, bin dann vor an den Eingang, um auf die Abholung zu warten. Kurze Zeit später kam ein Motorrad, was mich mitnehmen wollte – bis zur nächsten Straße, wo ein anderes Motorrad mit Transportwagen und einem Mädel drin schon wartete. Ich stieg dann auch in den Transportwagen ein, fragte das Mädel woher es kommt – aus der Schweiz. Also konnten wir uns etwas auf Deutsch unterhalten und wurden zum Sammelpunkt gebracht. Dort ging es dann wieder mal in ein Songthaew und los gings. Zwischendrin lasen wir noch den einen oder anderen Reisenden auf, am Ende waren wir wieder zu zwölft, da wir keinen offiziellen Guide, sondern nur einen Fahrer hatten, konnte zumindest noch einer auf den linken Vordersitz.

Erste Station: der weiße Buddha. Unten am Parkplatz angekommen, hieß es dann erst einmal viele Stufen erklimmen. Oben angekommen fühlte ich mich wie Kung Fu Panda – „Mein alter Feind – Stufen“. Die Aussicht oben angekommen, dafür um so schöner.

 

Nach ca. einer viertel Stunde Aufenthalt ging es dann weiter zum Kiu lom Aussichtspunkt. Wieder ein traumhafter Blick in die Berge und Täler hinein:

Wie klein man sich doch dort oben fühlte, quasi eine ganze Welt unter sich.
Weiter ging es, diesmal mit relativ langer Fahrzeit zur Lod-Höhle. Es ist eine hauptsächlich eineTropfsteinhöhle, in der echt schräge Gebilde über die Jahrhunderte entstanden sind. Da die Höhle komplett duster ist, gingen immer Guides, anscheinend mit Brennstoffzellen-Lampen durch die Gegend. Was es da alles für verrückte Tropfsteine gab : Krabben, Krokodile, Schlangen, Vögel, … . Sogar ein Boobie-Stein, der aussah, wie eine weibliche Brust, war dabei.

Irgendwann stiegen wir dann in Bambusboote, um zum nächsten Höhlenabschnitt zu fahren, dabei konnte man dann sogar zum Höhlen-Ausgang blicken, an dem hunderte Vögel wild kreischend durch die Gegend flogen und anscheinend Mücken fingen.

Auf dem zweiten Bild sind die Vögel ziemlich gut zu sehen.

Irgendwann war dann die Tour zu Ende, irgendwie bekamen auch alle schon Hunger. Es gab dann entweder gebratenen Reis oder Pad Thai-Nudeln, quasi gebratene Nudeln, aber eben etwas anders, als wir das in Deutschland kennen. Es jetzt irgendwie zu erklären, fällt mir jetzt schwer, die Nudeln haben irgendwie eine andere Konsistenz als bei uns.

Gestärkt, fuhren wir dann gefühlt eine Ewigkeit lang, bestimmt 1 h oder so mit dem Songthaew durch die Gegend, um dann endlich am Wasserfall anzukommen. Nach einer Weile laufen, war der Wasserfall dann doch relativ enttäuschend, er war mehrstufig, allerdings konnte man an die meisten Stufen nicht oder nur schwer herankommen. Während des Weges dahin schabte ich mir auch noch am Knöchel die Haut ab, so dass das blutete – toll.

Hier trotzdem mal Fotos davon:

Am Wasserfall unterhielt ich mich ein wenig mit einer Kanadierin, aber irgendwie ist man nicht richtig warm geworden, sondern es blieb bei relativ oberflächlichen Gesprächen, wo es so hingeht, wie lange, etc.

Dann ging es irgendwann weiter – zu den heißen Quellen. Leider waren es nicht wirklich die natürlichen heißen Quellen, sondern ein Resort, indem heiße Quellen in ein Pool geleitet wurden, diese konnten wir kostenfrei benutzen, der Aufenthalt in diesem Wasser war echt sehr entspannend, den meisten anderen war das Wasser aber viel zu warm – ich fand es super. Alle sind dann zum „normalen“ Pool gelaufen, irgendwann kam ich auch hinterher, habe an der Poolbar ein Bierchen getrunken und mit Barmann und der Kanadierin weiter geredet.

Letzte Station war dann Pai Canyon, an denen wir den Sonnenuntergang genießen konnten. Der Canyon war ziemlich beeindruckend und extrem voll – alle warteten auf den Sonnenuntergang.

Leider wurden wir ziemlich gehetzt, so dass man den richtigen Sonnenuntergang gar nicht erleben, sondern zum Sammeltaxi zurück musste. Insgesamt, war es ein interessanter Tag, wenn auch relativ stressig und die langen Autofahrten und die kurzen Zeitfenster haben ziemlich genervt.

Trotzdem will ich die Tour nicht missen, da man hier ein paar echt Tolle Blicke auf die traumhafte Umgebung Pais werfen konnte, in die man sich eigentlich nur verlieben kann.

Morgen heißt es dann leider wieder Abschied aus Pai nehmen und zurück nach Chiang Mai. Dann erwartet mich erst einmal das Ende meiner durchgeplanten Reise und ich bin auf mich allein gestellt. Ich freue mich da aber schon drauf, liegt dann alles komplett in meiner Hand.

มาถึงสวรรค์ – Mā t̄hụng s̄wrrkh̒ – Komm in den Himmel oder Ankunft im Paradies

Heute schon der dritte Blog-Eintrag – bin ich heute produktiv … :-).
Heute morgen ging es dann nach Pai, der vorerst letzten Station meiner Nord-Thailand-Reise, auch wenn ich möglicherweise noch etwas verlängere, aber das weiß ich noch nicht genau. Nach dem Aufstehen, wie üblich, duschen, diesmal dann auch alles wieder zusammen packen, dann Frühstück mal wieder im Hostel, diesmal mi Rühr- statt gebratenem Ei – irgendetwas fehlte, aber egal, Hauptsache Kaffee und irgendetwas zu essen.

Dann habe ich mir die Sachen geschnappt und bin zur Rezeption, habe ausgecheckt und auf den Bus gewartet. Lustigerweise sind zwei der Franzosen, die beim ersten Tag der Trekking-Tour dabei waren, auch nach Pai gefahren, irgendwie begegnet man sich immer wieder – das ging mir inzwischen so oft, dass ich inzwischen nicht mehr wirklich an einen Zufall glaube.

Während der Busfahrt schrieb ich eine Mail an meinen Vater, um ihm zu erklären, warum ich eigentlich nach Thailand, für 4 Wochen und alleine gefahren bin und ihm die ganze Hintergrundgeschichte erzählt. Es tat gut das zu machen, war ich doch vorher nicht bereit dazu, haben mir die letzten zwei Wochen so viel Kraft gegeben das endlich durchzuziehen.

Nach ca. 1 h war dann eine kurze Rast – eigentlich wollte ich die Mail weiterschreiben, aber so holte ich mir dann etwas zu trinken und ein Eis, der so dringend nötige Kaffee um mich von letzten beiden Party-Nächten wachzuhalten, war leider alle 🙁 .

Der Großteil der Strecke waren Serpentinen, hoch und runter – links und rechts. Das stört mich ja eigentlich nicht, da ich aber die Mail weiter schrieb, hatte ich doch ein bisschen Magengrummeln. Dazu kam, das der Fahrer des Mini-Van äußerst aggresiv fuhr – laufend auf den anderen vor uns fahrenden Mini-Van stark auffuhr und teilweise riskante Überholmanöver machen wollte, die er dann im letzten Augenblick wieder ließ. Echt eine schräge Fahrweise. Nach Pai sind nur relativ wenige gefahren, am Ende waren wir 7 Leute – der Mini-Van also nur halb besetzt.

Angekommen in Pai, habe ich mir dann gleich eine Kombi-Tour zur Erkundung der Umgebung von Pai gebucht und bin dann zum Guesthouse getippelt. Pai ist eine ziemlich hübsche, niedliche Stadt, aber meines Erachtens ziemlich von Touristen überlaufen. Man sieht zwar noch einige Einheimische, aber ich würde mal schätzen, dass mindestens 70% der Leute Touristen sind. Also so richtig harmonisch und idyllisch ist das dann nicht. Die Umgebung dazu umso mehr – in einem Tal und an einem Fluss gelegen, ist man umgeben von strahlendem leuchtenden Grün.

Im Guesthouse dann angekommen, habe ich eingecheckt, den Rechner angemacht und es fing tierisch an zu regnen. So konnte ich dann die Blog-Einträge der letzten Tage und die Email an meinen Vater fertigstellen. Zwischendrin habe ich mal noch ein Foto vom Regen aus meiner Bungalow-Tür gemacht.

Richtig schöner Regen, in dem Garten vor meinem Bungalow – echt cool.
Der Bungalow selbst ist auch sehr hübsch, eine gute Mischung zwischen asiatisch angehaucht und europäisch, kann man sich hier echt wohlfühlen.

Nach dem Regen habe ich dann wieder mal zu Fuß die Gegend erkundet, hier steht echt Hostel/Guesthouse an Hostel/Guesthouse, speziell auf die Backpacker zugeschnitten. Und dann ganze Straßenzüge voll mit Bars und Restaurants, andere wiederum voll mit Essens-Ständen.

Ich habe dann erst mal in einem Cafe wieder einen Eis-Latte getrunken – ach, das tut bei den warmen Temperaturen immer so gut – um mich herum entweder Deutsche, zwei Holländer und eine Engländerin (glaube ich zumindest). Also schon sehr stark mit Touristen besetzt. Ich habe mir für die morgige Fahrt dann noch ein extra Handtuch und wieder ein paar Socken gekauft, die anderen waren entweder kaputt oder gingen nicht mehr sauber zu waschen, also habe ich die heute morgen im Zimmer in den Mülleimer geworfen, zusammen mit meinem Sport-T-Shirt, das ebenfalls so viele Flecken hatte, die nicht mehr auszuwaschen waren. Da mir die letzten Tage irgendwie noch in den Knochen steckten, legte ich mich etwas hin und schlief noch etwas.

Später, kurz vor Sonnenuntergang, machte ich mich dann wieder auf die Socken, um etwas zum Abendessen zu ergattern. Irgendwann bin ich dann in der Sackgasse weiter gelaufen und habe eine Brücke über den Quai – sorry, über den Pai gefunden, mit einer herrlichen Aussicht in die Berge.

Dann ein Selfie für Facebook gemacht, plötzlich kamen zwei thailändische Damen und wollten ein Selfie mit mir zusammen machen – echt lustig. Ins Gespräch kam man leider nicht so – irgendwie war wohl ihr Englisch-Vorrat sehr begrenzt – mal schauen, vielleicht ergibt sich ja doch noch morgen oder so ein Gespräch mit einem einheimischen.

Nach den Selfies, habe ich dann noch einmal eine größere Runde gedreht, dabei hat mich ein Mädel auf dem Scooter angesprochen – sie wollte wohl auf den Fruchtmarkt. Hier gibt es Unmengen an Scooter-Verleihen, anscheinend sind diese wohl der einfachste und optimale Weg, die Gegend direkt außerhalb zu erkunden. Da ich mir aber geschworen habe, keinen motorisierten, fahrbaren Untersatz im Urlaub zu fahren (habe ja auch meinen FS zu Hause gelassen), laufe ich lieber zu Fuß. Tuk Tuks gibt es hier anscheinend nicht, lediglich Sammel- und Motorrad-Taxis.

Der restliche Abend war relativ ereignislos, ich habe mir erst einen Drink in einer Bar bestellt, bin dann weiter und habe ein echt superleckeres grünes Curry gegessen. Auf dem Weg „nach Hause“, sind mir dann noch einmal die beiden Mädels über den Weg gelaufen, die etwas früher nach dem Weg zum Fruchtmarkt gefraggt hatten, am Ende war da nicht viel los, man hat sich mit 2-3 Sätzen unterhalten, dann haben sich die Damen weggedreht und gut war. Wieder einmal habe ich dann den optimalen Moment abgepasst, um in den Bungalow zu gehen, kurze Zeit später fing es nämlich wieder an, zu gewittern und zu regnen.

Ich werde jetzt schlafen, morgen steht eine ganze Tour quer durch die Gegend von Pai an. Ich bin echt mal gespannt.

ปาร์ตี้ที่เชียงใหม่ – Pār̒tī̂ thī̀ cheīyngh̄ım̀ – Party in Chiang Mai

Wie bereits im „Dschungel-Post“ angekündigt, hier die Fortsetzung, aber unter einem anderen Eintrag, da das sonst den Rahmen komplett gesprengt und außerdem eine ganz andere Geschichte ist.

Im Songthaew tauschten wir Telefonnummern aus, ich bekam die von Lee, Felix und Andrea (dem Italiener) und wir beschlossen, uns am Abend auf einen Burger und etwas Live-Musik auf dem Night-Bazar zu treffen.

Im Hostel bekam ich dann ein neues Zimmer, das gar nicht mal so schlecht war, es sah nicht so abgewohnt aus, wie das in der ersten Nacht, alles war ganz gut in Schuss, das Bad in Ordnung, eine deutliche Verbesserung zur ersten Nacht im B.M.P. . Als erstes dann die langersehnte lange Dusche, mit ordentlich Shampoo und Duschgel – den ganzen Dschungel der Vortage abwaschen.

Danach ruhte ich mich ca. 1/2 h aus, machte also ein Powernap und war dann wieder voller Energie. Ich zog mich an und beschloss, zum Barbier zu gehen, um mal meine inzwischen wieder ziemlich unzähmbaren Haare und mein viel zu zerzausten, verwuschelten Bart etwas stutzen zu lassen.

Da noch mehr als genug Zeit war, ging ich erst einmal in Richtung von Rubens und Felix Hostel, wir wollten uns wohl so gegen 7, halb 8 treffen, vorher wollte ich halt noch zum Barber. Ich schlenderte so durch die Straßen, es war ganz angenehm wieder in der echten Zivilisation zu sein – brauchte dann aber fast eine dreiviertel Stunde, um einen ordentlichen Barber zu finden, der zwar nicht wirklich günstig war, aber immerhin ein Meister-Zertifikat hatte. So ließ ich mir fast eine Stunde die Haare schneiden und den Bart stutzen, wobei ich zwar etwas Angst hatte, ob der Haarschnitt dann auch gut aussehen würde, ich dann aber trotzdem mit etwas innerem Aufschrei die Kontrolle abgab und den jungen Mann alles machen ließ. Er machte das mit so einer Geduld und so einer Perfektion, dass mir das fast schon ein wenig zu viel war.

Am Ende kam aber ein ziemlich gutes Ergebnis heraus, beim Bart gab ich ihm eine grobe Richtung, er machte noch diesen und jenen Vorschlag, bei dem ich ihm freie Hand gab – am Ende sah ich nicht mehr wie dieser Einsiedler aus dem Urwald, sondern wie ein ordentlicher Mensch aus.

Als ich fertig war, kam die Nachricht von Felix – treffen bei ihnen – perfekt abgepasst, lief ich ca. 5 min zu ihnen – besser hätte es gar nicht laufen können. Wir warteten auf Lee – er kam und kam nicht, war aber auch nicht bei Whatsapp online, so dass man ihn hätte erreichen können. Erst mal im nächsten 7 eleven kaufte Ruben dann ein 4-Pack Bier und wir schauten noch einmal ins Guest-House von den beiden nach, ob Lee inzwischen angekommen war – was nicht der Fall war. Auch Whatsapp-Nachrichten wurden von ihm nicht empfangen, so hinterließen wir ihm eine Nachricht und gingen zum „Rock me Burger“ – einem echt verdammt guten Burger-Laden in Chiang Mai.
Unterwegs trafen wir dann Lee – irgendwie hatte er das Guest-House nicht gefunden und irrte so quer durch die Straßen.

Dann aßen wir Burger – 2 Lagen, 3 Lagen, tranken dazu echt krasse Cocktails, die anscheinend mit Trockeneis gemacht wurden, die blubberten und sprudelten und Neben quoll aus den Gläsern heraus – echt genial. Ich lud nach der Dschungeltour alle zum Essen ein – außerdem war ja Vatertag – der Sugar-Daddy, wie Ruben mich aus Spaß nannte zahlte halt – dann verließen wir den Burger-Laden.

Anschließend liefen wir zum Night-Bazar, holten unterwegs noch zwei 4er-Packs Bier. Auf der Bühne des Night-Bazar spielte eine ziemlich gute thailändische Rockband verschiedene Klassiker, natürlich tanzte keiner. Ruben und Felix waren wohl schon öfter da gewesen und Ruben spielte dann „Gogo-Tänzer“ und animierte tatsächlich alle möglichen Leute zum Tanzen. Wieder einmal sorgten Spontanität und Charisma für Action. Sehr geil.

Dann fing es an zu regnen, die meisten Besucher verließen den Night-Bazar, Ruben tanzte trotzdem weiter. Irgenwann war es dann wirklich einfach zu nass, wir setzten uns am Night-Bazar noch unter eine Plane, Ruben drehte sich um, sah einen recht hoch gewachsenen Typen mit Michael Jordan-Shirt und einer Elvis-Frisur, flux sprach ihn Ruben auf die Frisur an und wir lernten John kennen, einen Amerikaner mit einem deutschen und einem koreanischen Eltern-Teil, der aber schon ziemlich lange in Deutschland lebt. Er hat vor ein paar Monaten alles in Deutschland erst mal aufgegeben, um eine Asien-Tour zu machen, jetzt besucht er gerade Thailand.
Man kam so ins Gespräch, bis irgendwann alles auf dem Night-Bazar zu war. Es regnete wie aus Kübeln, wir überlegten, ob wir zurück zum Hotel oder noch etwas feiern wollten – wir entschieden uns für letztes. Ich hab dann ein Tuk-Tuk angehalten, in den 10s war ich schon pitschnass, dann zwängten wir uns zu fünft in das Tuk-Tuk, wobei wir bis auf Lee und John alle pitschnass wurden – Ruben und ich auf der linken Seite, weil wir links saßen, Felix auf der rechten.

Wir hielten dann am Spicy – einem Nachtclub, der zumindest bis nach 0 Uhr geöffnet hat – zahlten unseren Mindestverzehr an Getränken und rockten die Bude bis etwa 1:45, wo der Club dann auch endgültig zu machte. Ruben, inzwischen komplett dicht, sammelte von allen möglichen Leuten Sprüche, etc. die er mit seinem Edding auf sein weißes T-Shirt schreiben ließ, für jeweils einen Kuss (auf den Mund). Das hat wohl auch tatsächlich funktioniert, zumindest ab und an. Ich schrieb ihm „Geilster Tag ever“ auf das Shirt, zusammen in dem Club zu tanzen war einfach kolossal und hat echt Riesen-Spaß gemacht. Dann die Überlegung – noch etwas machen, oder ab nach Hause. Mich wollte eine Motor-Taxi-Lady mitnehmen, echt ganz niedlich, aber am Ende haben wir uns dann doch entschieden, noch woanders hinzufahren.

Da Lee am nächsten Tag früh raus musste, verabschiedeten wir uns von ihm und suchten dann ohne Lee ein Tuk-Tuk.

Der Tuk-Tuk-Fahrer machte dann den Vorschlag ins Forever zu fahren. Es stellte sich als vollkommen überteuerter Karaoke-Schuppen mit Girls-Begleitung heraus, das jeden mindestens einen Tausender (Baht) gekostet hätte. Nach langem hin- und herdiskutieren, verließen wir diesen Karaoke-Schuppen ohne was zu bestellen um mit dem immer noch wartenden Taxi dann ins nächste Etablissement zu fahren. Das hieß gleich, sah fast genauso ähnlich aus, allerdings ohne Karaoke und hier konnte man auch „nur trinken“, ohne gleich das ganze Paket zu nehmen. Wir tranken dann jeweils ein Getränk, die anderen quatschten mit zwei Mädels, irgendwann wurde mir das zu langweilig und ich machte dann den Abgang, fuhr mit dem Tuk Tuk ins Hotel, war dann kurz vor 4 im Hotel, machte noch schnell meine Steuer und schlief bis 6:30 also maximal 2,5 h, fühlte mich danach aber wieder extrem munter und wach (zumindest geistig).

Ich lief dann zum Chiang Mai Airport Plaza Einkaufszentrum, wo ich erst mal viel zu früh war – es war erst ca. 10:30, das Plaza machte aber erst 11:00 Uhr auf, quatschte noch ein wenig mit Ida, einer Schwedin, die gerade eine Detox-Kur nach der anderen in verschiedenen Ländern gemacht hatte und nun in Chiang Mai nach einer 10-Tages-Kur im Detox-Gefängnis shoppen wollte, man tauschte sich so ein wenig aus, ich gab ihr noch meine Nummern, ging relativ lustlos durch das viel zu europäisch aussehende Einkaufszentrum, aß dort noch relativ günstig etwas im Santa Fe-Restaurant und nahm anschließend wieder ein Tuk Tuk ins Hostel, wo ich mich noch ca. 1 h ausruhte. Irgendwann fing ich den Blog-Eintrag über den Dschungel an, bis mal irgendwann eine Whatsapp von Felix kam, dass sie Hunger haben, wann ich denn da sein könne. Ich machte mich fertig, lief zu ihnen hin, irgendwann kam auch John und wir gingen noch einmal in die Burger-Bude.

Danach noch einmal auf den Night-Bazar, wo zwar viele Leute, die Musik aber nicht gerade gut war. Ruben und Felix waren von der Nacht zuvor noch ziemlich fertig, waren auch noch Ziplining gewesen, so dass ihnen die Müdigkeit quasi in den Knochen steckte. So waren alle bereits gegen 21:30 Uhr irgendwie zu müde, wir verabschiedeten uns noch voneinander und jeder ging dann seiner Wege.

Eigentlich wollte ich mir noch ein T-Shirt mit DJ Bruce Lee holen, lief aber irgendwie in die falsche Richtung, weg vom Night-Market. Dann beschloss ich, ins Zoe in Yellow zu gehen, welches ziemlich gut bewertet und wohl der Schuppen für Backpacker ist. Nach etwa 20 min laufen, bin ich rein, war eine ziemlich gute Location – mehr so ein richtiges kleines Viertel von zusammengehörigen Kneipen, mit verschiedenen Dance-Floors – ein Main-Floor mit typischer Charts-Mucke, ein recht kleiner Floor mit Techno, getrennt von einer kleinen Gasse dann ein Rock-Schuppen. Echt cool. Getränkepreise waren auch mehr als angenehm – ein großes Bier für 100 Baht ist ein Spitzen-Preis. Ich tanzte dann bis 0 Uhr auf dem Techno-Floor fast durchgängig durch, danach schloss dann leider der Club.
Einer auf dem Techno-Floor sah so krass nach meinem Cousin Steffen aus, als wäre er sein Klon. Nicht nur das Aussehen, auch die Bewegungen, etc. erinnerten mich sehr an ihn. Vielleicht ist ja Luca-Phillipp auch in Thailand? Wer weiß.

Glücklich und nach ca. 2 Stunden richtig schön abtanzen habe ich dann ein Tuk-Tuk genommen, bin ins Hostel und schlief glücklich ein. Zwei echt tolle Party-Nächte in Chiang Mai.

Morgen gehts nach Pai für zwei Tage, dann wieder kurz zurück nach Chiang Mai und dann mal sehen. Leider sind nach meiner Pai-Tour Ruben und Felix schon im Süden, vielleicht treffe ich mich ja aber noch mal mit John und wir gehen was unternehmen. Es ist so genial, so schnell neue Freunde kennenzulernen.

อยู่ในป่า – Xyū̀ nı p̀ā – Im Dschungel

Ich habe lange nicht geschrieben, da ich, wie im vorherigen Post angekündigt hatte, auf eine 3-Tages-Trekking-Tour in den Dschungel im Norden von Chiang Mai zu gehen. Inzwischen bin ich zurück und es war eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.

Aber der Reihe nach…

Los ging es am 8.05. wo uns gegen 9 Uhr ein „Bus“ abholen sollte. Wie erwartet, war das nicht 9 Uhr Farang-Zeit (also pünktlich) sondern der Bus kam ca. 10-15 min später. Vorher noch kurz gefrühstückt, ausnahmsweise mal im Hostel, ein Frühstück mit etwas Toast, Marmelade, Butter und ein paar Früchten. Gar nicht mal schlecht.

Der „Bus“ war dann einfach ein Pickup mit Aufbauten, hier nennt man das dann Songthaew oder eben auch Sammeltaxi. Ich war mit einigen Leuten zusammen, 4 Franzosen, die aber nicht allzu gesprächig waren.

Auf dem Weg wurden dann noch mehr eingeladen, zwei nette Blondinen, ein Pärchen, ein einzelner blonder junger Mann und dann – tatsächlich, die beiden Deutschen, die ich auf dem Weg zum Bus von Ayutthaya nach Sukhothai kurz kennengelernt hatte. Strike!

Zu zwölft saßen wir dann im Sammeltaxi, eigentlich war es wahrscheinlich nur für 10 Personen ausgelegt. So fühlte man sich, wie eine Sardine in der Büchse. Die Fahrt ging so ca. 30 – 45 min, durch dieses beengt sein, fühlte sich das wie eine Ewigkeit an.

Man kam etwas ins Gespräch, die Blondinen kamen aus Dänemark, der junge blonde Mann war Engländer, das Pärchen aus dem französischen Teil Kanadas.

Erster Stopp: Wasser, Insektenschutzmittel, Toilettenpapier und Sonnenschutz (Sonnencreme) einkaufen. Das meiste hatte ich eingepackt, also holte ich mir nur noch einmal etwas Wasser und Toilettenpapier. Was ich aber ganz vergessen hatte – eine Badehose – irgendwie ging das Buchen der Dschungeltour in der Touristen-Info so schnell, dass ich überhaupt nicht wusste, was darin überhaupt enthalten war. Nach dem kurzen Stopp, dann auf bis zum „Absetz-Punkt“ irgendwo im Wald. Das war glücklicherweise nicht allzu weit. Dann das Kommando – alle ausziehen – und schwimmbereit machen. Tja, da merkte ich keine Badehose mitzuhaben – verdammt. Naja, so dann halt in Unterhose – ging ja nicht anders. Glücklicherweise habe ich ja diese Retro-Shorts, die man durchaus auch als Badehose durchgehen lassen kann. Dann sind wir ein paar Meter an einen Fluss gegangen, auf dem schon Bambusflöße bereitgestellt waren. Im Endeffekt waren das nur ein paar dicke Bambusrohre, notdürftig zusammengehalten.

Mit jeweils einem Flößer (oder „Kapitän“) ging es dann den Fluss hinunter. Am Anfang recht ruhig, zwischendrin mal mit leichten Stromschnellen – das war so entspannend, ganz leicht in dem optimal temperierten Wasser zu sitzen, die Seele baumeln zu lassen und ab und zu einmal von einem anderen „Kapitän“ mit seinem „Ruder“ oder den anderen Mitreisenden nassgespritzt zu werden. Mal setzte sich eine Zeit lang eine Libelle auf mein Bein und reiste eine Zeit lang mit.

Unterwegs fuhr man dann auch an einigen Leuten vorbei, die alle freundlich winkten oder total begeistert waren.

Einfach der Hammer. Zwischendrin gab es dann mal recht heftige Stromschnellen, bei denen das Floß fast gekentert wäre, aber mit ordentlich festhalten ging das dann.

Gleich lernten sich die beiden Deutschen und ich auch etwas näher kennen – Felix und Ruben heißen die beiden. Ruben hat so eine Spontanität und so ein Charisma allen Leuten gegenüber – man kann ihn eigentlich nur mögen. Felix ist von beiden dann eher der überlegtere, aber irgendwie ergänzen sich beide als beste Freunde echt gut.

Irgenwann sind wir abgestiegen, die Flöße wurden aufgeladen und kurze Zeit später wieder nach oben gebracht. Auf uns wartete unser Songthaew, wir zogen uns alle halbwegs was drüber und eine kurze Fahrt später wurden wir dann endgültig abgesetzt und kamen nur noch zu Fuß weiter.

Nach ca. 1/2 h Wanderung sind wir dann an einen Wasserfall gekommen mit einer kleinen Hütte auf Stelzen, in der wir dann erst einmal Mittag gegessen haben – jeder bekam eine Tüte Reis mit verschiedenem Gemüse drin, dazu ein Plastiklöffel. Wieder fiel mir auf, dass die Spannung zwischen den meisten nicht passte, die Franzosen und Kanadier blieben unter sich – Essen nahm sich jeder erst einmal selbst – bis ich irgendwann eingriff und alles verteilte. Tztztz.

Dann haben wir erst einmal ca. 1h am Wasserfall gechillt – ein Traum von einem Wasserfall.

Ruben und Felix haben echt totalen Unsinn gemacht – spontan eben und so erfrischend unbeschwert:

Der Wasserfall war echt rutschig, man musste tierisch aufpassen, sich nicht alle Knochen zu brechen.

Dann ging die Tour richtig los – Wandern, ca. 3-4 h. Fast ausschließlich bergauf, bei ziemlicher Hitze. Zwischendrin immer mal eine Pause von 10 min für Wasser trinken, kurz durchschnaufen. Unser Guide war echt einer von der lustigen Sorte, trällerte immer Lieder vor sich hin und hatte Adler-Augen, hielt mal hier und mal da an, um uns eine Stabheuschrecke zu zeigen, die man mit ungeübten Auge gar nicht für wahr nimmt, so gut getarnt, wie diese sind. Ab und zu dann mal größere Spinnen, Ameisen, was halt im Dschungel so kreucht und fleucht.

Zwischendrin lernte man sich zumindest ein wenig kennen – der Engländer heißt Lee wohnt eigentlich in Spanien und war die letzten 8 Monate als Service-Crew auf zwei verschiedenen Kreuzfahrtschiffen unterwegs gewesen – erst auf einer Karibik-Kreuzfahrt von Miami über diverse Inseln z.B. Jamaica bis nach Mexico und anschließend mit einem Schiff von Australien über Neuseeland, Tasmanien, Fiji, Polynesien, Hawaii bis nach Vancouver, wo er einen direkten Flug nach Thailand nahm, um sich etwas zu erholen.
Als Single ist das vermutlich echt ein Traumjob – man reist in der Welt herum und wird dafür sogar bezahlt – genial.

Ca. 1/2 h bevor wir dann unser Ziel erreicht hatten, ging unserem Guide langsam die Puste aus – immerhin – er war 47, sah aber aus wie Anfang – Mitte dreißig. Er hat sich also auch irgendwie jung gehalten, so wie ich – alle staunten, dass ich schon 41 bin – die meisten dachten, ich bin so um die 30. Was für eine Ehre. Zwischendrin einfach nur kolossale Landschaften – so traumhaft schön, dass ein Foto diese Schönheit gar nicht einfangen kann.

 

Kurz vor unserem Endziel – quasi im Tal des letzten Bildes trafen wir dann auf ein paar Kühe, wo Rubens Spontanität und Unbekümmertheit mal wieder eine Traum-Vorlage für ein lustiges Bild lieferte.

Dann endlich am Ziel – ein Dorf, extrem abgeschieden – alle lebten sehr einfach – es gab zwar Strom und auch fließendes Wasser, aber das meiste wurde einfach noch traditionell gemacht – Abwaschen am kalten Wasserhahn, Bauen ohne große Maschinen, Ackerbau mit Handwerkzeugen. Alles so einfach und aufs nötigste reduziert – ein Ort, an dem man bestimmt keine der Zivilisationskrankheiten, wie Depressionen, Burnout, Workaholism kennt. Super-idyllisch.

Jedes Haus hatte einige Hühner, meist noch mit einer Menge Küken, mindestens ein Schwein, einige hatten auch noch Hund, die Hunde extrem zutraulich und sehr gut gepflegt. Auf der Erkundungstour haben wir dann auch noch eine Schule gefunden, in der ein paar Kinder Fußball spielten, Lee und Ruben sind dann ganz klischeehaft in das Fußballspiel eingestiegen und haben dann ein paar Tore mitgespielt.

Echt lustig – wieder einmal habe ich mich gefragt, warum mir das nicht so eingefallen ist, und ich nicht so aus mir herausgekommen bin, um so eine Situation zuzulassen.

Irgendwann gab es dann Abendessen, bis dahin haben wir verschiedene Kartenspiele gespielt. Nach dem Essen ging das Kartenspielen dann weiter, wir spielten „Shithead“- ein Spiel, das relativ einfach geht und wirklich Spaß macht, bis spät in die Nacht, das Eis zwischen den Leuten taute dadurch etwas auf, zumindestens zwischen denen, die mitspielten.

Als es dunkel wurde, kamen die ganzen Insekten, schwirrten wie wild um die Lampe herum. Viele bekamen tüchtige Panik, komischerweise behielt ich komplett die Ruhe – meine Abneigung gegen Insekten hat sich irgendwie ziemlich gelegt – warum auch immer.
Abends haben wir dann einen Nashorn-Käfer gesehen, ca. Handteller-groß, der hielt auf der Ebene quasi Wache. So ein schönes Tier.

Spät abends unternahmen Felix, Ruben und ich dann noch eine kleine Nachtwanderung, man sah kaum etwas, trotzdem haben sich die beiden so gut zurecht gefunden, als würden die schon Jahre in dem Dorf wohnen. Es war echt ein schöner Abend.

Die Nacht verbrachten wir in einer der Hütten, alle zusammen mit spärlich ausgestreuten Matratzen, einigen Moskito-Netzen, war es dann ziemlich beengt – richtig gut schlafen konnte ich auch nicht – entweder klapperte die Tür, die Zikaden zirpten einfach so laut, schnarchte einer oder mehrere recht laut (ja ich auch!!!), gegen 4 fingen die Hähne an zu krähen, richtig viel Platz hatte ich auch nicht, hing immer so halb im Moskito-Netz.

Das Klo einfachste Art und Weise – eine flache Keramikschüssel zum hinhocken – also ohne Sitzmöglichkeit,  immerhin mit Wasser und automatischen Abfluss, aber ohne laufendes Wasser, man musste halt mit einem „Topf“ spülen – Camping-Klo-Atmosphäre, irgendwie. Aber irgendwie ging es halt trotzdem.

Am nächsten Morgen dann Frühstück, jede Menge Toast, mehr oder weniger gut gekochte Eier – eines der dänischen Mädels erwischte ein kaum gekochtes Ei – es floss alles quasi weg – etwas Margarine, eine undefinierbare Multifrucht-Marmelade. Wieder nur Löffel, aber es ging schon einigermaßen. Dann war Trennung angesagt, hatten einige nur eine 2-Tages-, Felix, Ruben, Lee und ich die 3-Tagestour gebucht. Die 2-Tagestourgruppe ging zeitiger los als wir, hatten wohl ein strafferes Programm, so verabschiedete man sich vom Guide herzlich, ebenso von den beiden dänischen Mädels, irgendwie hatte das Kartenspielen einfach die Barriere gebrochen – von den anderen, per Handschlag, teilweise auch gar nicht – nur kurz Hand heben und weg waren sie. Wir bekamen dann einen neuen Guide – der uns gleich mal einen „Zaubertrick“ zeigte – ein Blatt im Dorf abmachte, etwas den Stengel knickte und auseinanderzog und pustete. Und siehe da:

er machte Seifenblasen – aus einem Blatt – der absolute Wahnsinn. Gegen 10 sind wir dann los, etwas gewandert, er zeigte uns laufend neue, echt coole Dinge – richtig harte getrocknete Blätter, die zum Fächer umfunktioniert wurden, Löcher in den Bäumen, aus denen Spinnen krochen, Thermitenbauten, einen Baum, auf denen Ameisen irgendeine Art Gummi-Haut gebaut hatten – so extrem interessant. Zwischendrin bei einer weiteren Pause, lief er kurz etwas in den Dschungel rein, nahm sein großes Buschmesser, hackte damit ein Stück Bambus ab, setzte sich hin und bearbeitete den Bambus mit seinem großen Messer. Gespannt schauten wir zu – er saß da bestimmt so 20 min und bearbeitete das Stück, schnitt verschiedene gleichdicke, fingergroße Stücke aus dem Bambus, schälte die Rinde ab, schnitzte und schnitzte und baute uns Essstäbchen. Die ersten zwei Paar vor Ort, die anderen dann auf dem Weg zur nächsten Station. Die Stäbchen hebe ich mir auf, so ein absolut tolles Andenken findet man selten.

Außerdem bastelte er sich aus einem Blatt und ein paar Zweigen eine Schüssel, zeigte uns, wie man mit einer bestimmten Blättersorte „Spinnennetz-Muster“ machen konnte, zeigte uns Bäume mit leckeren Beeren, die teilweise etwas bitter – so als würden sie Chinin enthalten – teilweise auch sehr süß schmeckten. Viele pflückten wir dann, er legte Sie in seine selbst gebastelte Schale.

Zwischendrin sahen wir dann auch noch Bäume, die ineinander verwachsen waren, oder eben Lianen, die sich um Bäume gewickelt hatten. Das war echt ein interessanter und lehrreicher „Walk“.

Mittags waren wir dann in einem anderen Dorf, ähnlich, aber doch anders als das, in dem wir untergekommen sind. Zum Mittag gab es dann Yum Yum Nudeln – etwas verfeinert mit Chinakohl – irgendwie wird hier an alles Chinakohl gemacht – zumindest ans Touristen-Essen. Das war jetzt nun nicht das, was wir uns unter einem traditionellen Mittagessen vorstellten, ein bisschen enttäuscht waren wir dann schon. Der Guide verschwand dann, um etwas anderes zu essen – wohl nix für europäische Mägen.

Dann etwas chillen am Reisfeld, am Ende trafen wir dann eine runzlige, alte Dame, die ihre Kühe aufs Feld brachte, sie sah so zerbrechlich aus, hatte aber so eine Energie und machte alles mit einer Leichtigkeit und Freude – ich war echt beeindruckt davon.

Dann ging es weiter, es tröpfelte schon leicht und der eine oder andere Donner war schon zu hören. Unser Guide zerrte uns dann quasi durch den Dschungel, vermutlich hätte die Tour wohl locker 2 Stunden gedauert, durch diverse Abkürzungen und echt krasse Steilhänge runter, haben wir dann lediglich 45 min gebraucht. Mir taten dann schon langsam die Knie weh, dann kamen wir an unserem Ziel an – einem Wasserfall, anders, aber genauso schön, wie der erste. Das Camp – noch viel minimalistischer als im Dorf, lediglich ein Dach – quasi ein komplett offenes Haus, mit ein paar schon ziemlich schrägen Liegeflächen, eine noch minimalistischere Toilette – mitten im Dschungel, ein einfacher Tisch mit harten, ungemütlichen Bänken. Noch eine Plattform, auf der diverse Koch-Utensilien und die Zubereitungsfläche für das Essen war, ein kleiner ausrangierter Topf diente als Herd – es wurde einfach etwas Holz darin entzündet und diverse Töpfe drauf gestellt – echt irre.

Während des Regens chillten wir etwas, Lee und Felix schliefen ein bisschen, Ruben und ich unterhielten uns etwas – unter anderem auch über meine Depression bzw. meinen Burnout – es war echt ein deepes Gespräch.

Als  der Regen dann aufhörte, gingen wir zum Wasserfall uns erfrischen:

Bis zum Essen spielten wir wieder Karten – Shithead – aßen dann ein leckeres Kürbis-Curry mit geschmortem Chinakohl und Reis. Hätte ich nicht gedacht, dass das Curry so gut schmeckt, mag ich doch gar keinen Kürbis.

Der Guide und derjenige, der uns an der Station entgegen genommen hatten, machten sich eine (wohl superscharfe) Chilli-Sauce aus Massen von Chillies und brieten sich Frösche in einem Rost auf der Feuerstelle. Der Wahnsinn.

Abends spielten wir noch etwas Karten, unser Guide schnappte sich dann Bambusgras, rupfte zuerst einige Stücke ab, bis ich ihm mein Taschenmesser anbot und das dann viel schneller ging und machte mit uns dann verschiedene Streichholz-Rätsel, die wir allesamt nicht lösen konnten. Es war ein lustiger Abend, auch wenn wir zeitig ins Bett gingen.

Mit dem Wasserfall einzuschlafen war echt super, die Nacht war ziemlich kalt, laufend fror ich – ich hätte nie gedacht, hier zu frieren, da ich sonst eigentlich die ganze Zeit immer in der Nacht schwitze.

In der Nacht hatte ich einen Albtraum – träumte davon wieder mit tonnenweise Arbeit zugekippt zu werden und davon wieder komplett zusammenzusacken – echt ein Scheiß-Gefühl, zumal es sich wirklich extrem echt angefühlt hat. Gruselig.

Wieder bin ich relativ zeitig aufgewacht, irgendwann gab es Frühstück, ich ging auch noch einmal an den Wasserfall, einfach um die Ruhe und das Plätschern zu genießen. Unser Guide verabschiedete sich gegen 8 ließ uns erst mal komplett alleine. Oh mein Gott – gestrandete Touristen mitten im Nirgendwo im Dschungel Thailands. Etwa 1,5h später kam dann wieder derjenige, der uns am Vorabend empfangen hatte und brachte uns dann mit ziemlicher Eile an eine Stelle, an der wir auf die Leute der 2-Tagestour trafen, die am Tag nach uns gestartet sind. Und dabei war der Italiener, den ich am Busbahnhof von Sukhothai nach Chiang Mai getroffen hatte – Zufälle gibt es.

Der Guide dieser Gruppe war schon ein recht alter Mann, der komplett auf Zack war, wirklich eine extreme Kondition hatte, sogar etwas Deutsch konnte und laufend Späße machte. Nach dem Treffen, wanderten wir noch ca. 1/2 h und kamen an den dritten Wasserfall.

Der war wieder komplett anders – hier lief das Wasser eigentlich komplett nur die steile Wand herunter.

Danach ca. 2 h laufen, zwischendrin wieder mit tollen Naturschauplätzen. Die anderen Reisenden waren bis auf den Italiener, den ich bereits kennengelernt hatte, alles Kanadier, wenn auch diesmal aus dem englischen Teil und wirklich gut drauf.

Irgendwann kamen wir in einem kleinen Rast-Häuschen an, warteten einige Zeit und wurden dann von einem Pickup aufgelesen, mit dem wir dann zur nächsten Station sind. Die Ladefläche war kochend heiß, festhalten ohne irgendwelchen Stoff dazwischen war echt kaum möglich.

Beim Schießen des Fotos musste ich wieder an die Situation vor Jahren in Portugal denken – „mach mal ein Foto“.

Nach 10-15min dann das Ziel erreicht – Elefanten-Camp. Da ich die Reise ja quasi ziemlich spontan und ohne großartige Nachfrage in Bangkok, dazu noch todmüde und kaputt vom Flug gebucht hatte, wusste ich nicht, dass die letzte Station eine Elefanten-Station war. Ruben hatte das zwar mehrfach erwähnt, aber ehrlich gesagt, glaubte ich bis zum Ende nicht so richtig dran. Anstatt Elefanten-Pflege-Station dann ein „normaler“ Elefanten-Park:

Typischer Touristen-Ort halt. Erst haben wir Mittag gegessen – es gab mal wieder Nudeln, diesmal aber gebratene, also kein Fertiggericht, auch mal endlich mit Gabel, wenn auch nur Plastik. Ich nutzte aber natürlich meine liebgewonnenen vom Guide geschnitzten Essstäbchen.

Die Elefanten alle angekettet, bereits an den Ohren und Augen konnte man den Elefanten ansehen, dass Sie überhaupt nicht glücklich waren. Der Elefantenbulle wurde separat gehalten, wohl weil er relativ aggresiv ist – bei so einer Tier-Haltung kein Wunder.

Ruben wollte am Anfang den Elefant reiten, nachdem er aber gesehen hat, dass die nicht glücklich sind und wohl Elefanten-Reiten auch inzwischen nicht mehr so oft angeboten wird, hat er dann nicht mehr darauf bestanden, so dass wir dann in den Fluss gingen und mit den Elefanten badeten und sie wuschen. Das war eigentlich ganz nett, wenn auch ein etwas befremdliches Gefühl, weil die Elefanten eben nicht gerade glücklich aussahen.

Danach ging es dann wieder in ein Songthaew, diesmal war wenigstens genug Platz und wir waren dann alle froh, endlich im Zimmer zu sein, uns zu duschen, eine richtige Toilette zu nutzen und mal die Beine hochzulegen. Auf der Fahrt beschlossen Ruben, Felix, Lee und ich am Abend mal nicht Reis zu essen, sondern in eine Burger-Bar zu gehen.

Mehr dazu aber im nächsten Post.

ไปเชียงใหม่ – Pị cheīyngh̄ım̀ – Auf nach Chiang Mai

Heute gibt es mal wieder nicht allzuviel zu erzählen – ok, ein kleiner Nachtrag von gestern noch. Darf ich vorstellen, meine neue nóng sâaw – meine kleine Schwester: Kung. Ich hatte ja gestern geschrieben, dass ich mich mit einer Thailänderin unterhalten hatte, wir uns zuammen fotografieren lassen haben und Whatsapp-Freunde wurden.

Nunja, in Thailand gibt es kein richtiges Wort für Freunde in dem „Freunde“-Sinne, nur Freund quasi als „girlfriend“ / „boyfriend“. Zu Freunden sagt man dann entweder Bruder oder Schwester, wenn man nicht im gleichen Alter ist, ist das dann der große/ältere Bruder / die ältere Schwester, oder eben die jüngere Schwester oder der jüngere Bruder.

Hier mal das Foto von uns beiden:

Natürlich bleibt das bei einer reinen Freundschaft – was sonst … . So schreibt man sich halt über Whatsapp erschiedene Nachrichten, lernt sich etwas kennen und eben auch Kultur, Gepflogenheiten, Sprache, Orte und bekommt Insiderwissen – echt cool.

Gestern Abend nach dem Blog-Schreiben war ich dann doch noch mal in Sukhothai quasi im Stadtzentrum und habe noch ein schönes Foto von einem der Kreisverkehre schießen können, leider ist das Foto etwas blass, aber ich hoffe, man kann es trotzdem sehen:

Die Straße war voll mit bunten Wimpeln behängt, ein herrliches Bild, wenn auch nicht ganz so schön wie bei Hectors Reise. Ich bin dann noch einmal durch die Gassen gelaufen und habe noch eine etwas größere Markthalle gefunden, aufgrund der recht fortgeschrittenen Zeit, waren die meisten Stände aber leider schon zu. Als ich denn dort an den Wimpeln vorbei bin, musste ich mir fast die Ohren zuhalten. Auf den ganzen Stromleitungen, die hier ja oberirdisch verlegt werden – saßen tausende von Vögeln und zwitscherten im Chor wie wild. Das war ein Krach!! Und dann habe ich sogar noch etwas von ihrer … naja ihr wisst schon, auf den Arm bekommen – pfui.

Dann bin ich  noch etwas essen gegangen, um anschließend ins Zimmer zu gehen. Hier habe ich dann noch die beiden Depressions-Blog-Einträge verfasst und mal an alle möglichen Leute noch einen schönen Gruß geschickt. Ich war überrascht dann sogar etwas von meinem ehemaligen Arbeitskollegen zu hören, der mich zu 100% verstand, weil er auch schon mehrere Depressionen hinter sich hat, mir nur nicht auf die Mails antworten wollte, weil es ihn wohl sehr mitgenommen hat. Es tut gut, sich den Leuten zu öffnen, überhaupt mal die Kraft und den Mut gefunden zu haben, das zu machen. Endlich die perfekte Fassade abwerfen zu können und zu zeigen, dass man Mensch ist.

Die Nacht habe ich wieder sehr unruhig geschlafen, wieder haben mitten in der Nacht die Hunde angefangen zu bellen, haben um 4 Uhr Morgens die Hähne gekräht, wobei die klingen, wie ersten Akkorde von Wiggle Wiggle. Die Vögel haben urst laut gezwitschert, die Tauben Sukhothai gerufen, Geckos oder Kröten ihre typischen Geräusche gemacht – alles in allem war es wieder viel zu laut.

Dazu sind durch verschiedene Ritzen im Boden, in der Wand oder durch die Dusche Mücken ins Zimmer gekommen, wodurch ich heute morgen ziemlich zerstochen war.
Trotz des schlechten Schlafens hielt meine schlechte Laune deswegen gerade mal ein paar Minuten (oder vielleicht auch nur Sekunden??) an, plötzlich ging es mir schon wieder richtig gut, ich habe Lieder geträllert, ich war / bin einfach glücklich.
Kurz nach 9 wurden wir (meine Nachbarn – zwei Jungs – anders kann man es nicht sagen – aus Berlin) und ein Italiener, den ich leider nicht nach dem Namen gefragt habe, abgeholt und zum Busbahnhof gefahren. Endlich habe ich auch mal den Schritt gewagt und etwas weggeworfen, die grüne Jeans-ähnliche Hose und das weinrote V-Ausschnitt-T-Shirt, das sowieso schon aus dem Leim ging. Dafür habe ich mir jetzt ein neues Polo-Shirt auch in weinrot – schwarz geschippert geholt, das so ein bisschen wie ein Adidas-T-Shirt aussieht.

Vom Busbahnhof ging es dann 10:10 Uhr los, diesmal in nicht so einem modernen Bus wie vorgestern, leider auch ohne Service, d.h. ohne Getränke und ohne Inklusiv-Essen. Da ich darauf gehofft hatte, habe ich nichts zu trinken mitgenommen und dann bis es dann glücklicherweise doch einen Mittags-Stopp gab, mit meinem Durst aushalten.

Mit dem Italiener habe ich mich ganz gut unterhalten können, die Berliner, hatten irgenwie nicht so richtig Bock dazu, wahrscheinlich war ich ihnen einfach zu alt – wer weiß.

Auf dem Weg nach Chiang Mai sind wir durch diverse Berglandschaften gefahren, leider konnte ich nur ein Foto erhaschen, dass noch nicht mal richtig gut geworden ist:

Naja, besser als nichts. Die Fahrt dauerte reine Fahrzeit 6 h zuzüglich einer Mittagspause von 20min, in der das Essen diesmal nicht enthalten, aber ziemlich günstig war (40 Baht glaube ich – etwas mehr als 1 Euro).

Angekommen in Chiang Mai wurde man gleich umringt von diversen Fahrtunternehmen – die extrem anhänglich und lästig waren – einem einfach nicht vom Pelz rücken wollten. Ich verzog mich dann schnell, rief dann mein Hostel an, diesmal war die Abholung inklusive und wartete dann, nachdem der ganze Wust von Tuk-Tuk, Taxi- und sonstigen Fahrern aufgelöst war, auf meine Abholung. Nach 20 min Fahrt, war ich dann im Hostel – zumindest ist das Bett ganz gut und die Wände zumindest etwas weniger hellhörig als im Bungalow, auch die Wände und der Boden nicht voller Löcher und ich hoffe mal, dass auch der Geräuschpegel hier, nicht so hoch ist. Dafür ist alles ziemlich vergammelt und kaputt, die ganzen Steckdosen teilweise schon auseinandergegangen, die Handtuchhalterung im Bad hält nur noch an zwei fast komplett durchgerosteten Schrauben, … .

Wlan gibt es … auf den Zimmern eher nicht, wenn, dann so schlecht, dass die meisten Seiten mit einem Timeout abbrechen. Na toll. Irgendwie hätte ich für den Preis, den mir diese blöde Touristen-Info abgeknöpft hat, tausend mal bessere Übernachtungsmöglichkeiten, wahrscheinlich noch zu einem besseren Preis gefunden – also wurde ich wohl ziemlich abgezockt. Naja, jetzt muss ich halt damit leben.

Nachdem ich mich geduscht hatte, es ist doch wieder mal extrem heiß hier, bin ich dann noch einmal in die Stadt, Kung hatte mir ans Herz gelegt, auf den Nachtmarkt von Chiang Mai zu gehen, da es dort wohl echt Klasse sei. Und was soll ich sagen, sie hat Recht. Eine ganze Straße voll mit Ständen über Ständen, auf beiden Fußwegseiten. Und dazu dann noch eine wirklich große Halle mit wieder hunderten Ständen – der absolute Wahnsinn. Natürlich bin ich wieder durchgelaufen – einfach um wieder die Energie aufzunehmen – wieder war es ein Genuss das getan zu haben – einfach die vielen Menschen zu sehen und ohne Kaufverlangen einfach durchzuschlendern.

Hier mal noch ein Bild davon (von außen fotografiert):

Am Ende habe ich mir noch einen Trekking-Hut geholt, leider habe ich meinen schönen Jack-Wolfskin-Hut wohl gestern in Sukhothai verloren und es erst heute morgen in meinem Zimmer überhaupt gemerkt. Schade. Naja, jetzt habe ich einen, der knapp 8 Euro gekostet hat, sieht aber ähnlich aus und passt auch gut. Dann habe ich noch etwas beim Inder gegessen, relativ teuer für insgesamt 400 Baht, was etwas mehr als 10 Euro sind, mit 1 großen Bier und einem Menü.
Nung meinte, dass sie gerade mal 350 am Tag verdient, für sie wäre soetwas also der blanke Luxus und für uns Europäer günstig. Tja, so tickt die Welt halt.

So, das wäre es dann wieder für heute – die nächsten drei Tage bin ich unterwegs, meinen Tagesrucksack habe ich schon gepackt, alles andere dann in den großen Rucksack – ich bin froh, dass er gerade so zu geht. Dass in den kleinen Tagesrucksack ein Gepäck für 3 Tage Platz findet, inkl. Taschenlampe, Medikit, Schlafsack, Reisehandtuch, Dusch- und Zahnputzzeug, dreimal Klamotten (U-Hose, T-Shirt, Socken) und auch noch Kompass, Flip Flops und Regenjacke finde ich schon beeindruckend. Ich hätte echt gedacht, dass ich da nicht alles rein bekomme, super.

Während der Wanderung werde ich nicht bloggen können, mein Notebook lasse ich hier, lediglich die Kamera und zur Not das Thailand-Handy nehme ich noch mit. Ich hoffe mal, dass ich unterwegs nicht schlapp mache bzw. mich die Hitze umbringen wird :-). Wasser habe ich erst mal besorgt, zumindest 2 kleine Flaschen und eine Flasche für nachher noch, ich denke mal unterwegs werden wir wohl auch noch was bekommen.

Drückt mal die Daumen, ich bin echt gespannt.

สันติสุขภายในสุโขทัย – S̄ạntis̄uk̄h p̣hāynı s̄uk̄hothạy – Innere Ruhe in Sukhothai

Nachdem ich gestern das Blog-Schreiben beendet hatte, war ich uneins, ob ich schon schlafen gehen sollte (es war ja gerade mal ca 19:00 Uhr Ortszeit) oder noch etwas unternehme. Ich schaute kurz, was man hier so machen kann, dann entschied ich mich, in die Choppers Bar zu gehen. Ich hab mich da wohl viel zu „förmlich“ angezogen, langes Hemd und Jeans und mich dann halb zu Tode geschwitzt, obwohl es ja eigentlich Abend war, war es doch noch sehr warm – zu warm für lange Klamotten. In der Bar war relativ wenig los – die meisten Tische leer, 2 kleinere Tische belegt und eine große Tafel, wo wohl ein Einheimischer Geburtstag gefeiert hatte.

Einer der jüngeren Herren am Nachbartisch bestellte dem Geburtstagskind einen guten Whisky auf seine Rechnung, was vom Geburtstagskind hoch anerkannt wurde – irgendwie war das eine schöne Geste, auch die Reaktion fand ich echt Klasse. Ich wünschte, mir wäre das eingefallen, vielleicht ja das nächste Mal.

Am Ende war es ein wirklich schöner Abend.

Ich bin dann auch jeder Menge Geckos begegnet – solchen Geckos, die ihren Namen rufen – „Gecko“, so wie es M. als Klingelton eingestellt hatte. Und es gibt hier Tauben, deren Gurren klingt wie: Sukhothai, Sukhotei. Echt lustig. Allgemein machen hier die Vögel sehr komische Laute – teilweise echt superlustige.

Die Nacht jedoch wurde nicht so prickelnd, das Haus gegenüber feierte bis spät in die Nacht eine Karaoke-Party, so dass ich bestimmt bis Mitternacht kaum schlafen konnte. Zwischendrin bellten dann noch die Hunde, manchmal war mir dann zu kalt, manchmal zu warm – irgendetwas passte in dieser Nacht nicht so wirklich. Relativ grummelig bin ich dann gegen 8 aufgestanden, hab dann noch meine Schmutzwäsche geschnappt und zur Reinigung gegeben – gerade mal 102 Baht für 1,7 kg Wäsche ist echt ein Spottpreis, nicht mal 3 Euro für fast alle T-Shirts und Unterhosen, da kann man echt nicht meckern. Im Hotel in Bangkok hätte ich wohl schon allein für zwei TShirts mehr bezahlt, daher bin ich ganz happy, zumal meine T-Shirts echt zu Ende gehen, heute habe ich das letzte noch saubere angezogen. Ich könnte jetzt zwar die Hemden anziehen, aber das wäre mir dann viel zu warm.

Nach dem Wäsche-Abgeben bin ich dann zur Bushaltestelle gegangen, wo bereits ein Pärchen aus Frankreich wartete. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier 4 von 5 Ausländern Franzosen sind – überall hört man französisch – komisch.

Statt des erwarteten Busses hielt dann ein Tuk-Tuk an – kein offizielles, sondern ein privates. Das wollte uns dann für 40 Baht für jeden mitnehmen, was gar nicht so schlecht war, wahrscheinlich hätten wir sonst noch eine Stunde auf den Bus gewartet. 14 km weiter, in der Altstadt – haben wir uns dann jeder ein Fahrrad für 30 Baht / Tag gemietet – wieder ein Preis, der für deutsche Verhältnisse einfach lächerlich ist – noch nicht mal einen Euro. Dann in die Tempel-Anlage, die im Endeffekt aus mehreren Tempeln mit einer riesigen Parkanlage drum rum besteht.

Es tat echt gut, mit dem Fahrrad rumzufahren, man hätte sicher auch laufen können, aber mit dem Fahrrad war es viel unkomplizierter. Dann die Tempel-Ruinen abgeklappert, die wirklich schön sind, keine Frage, sehr erhaben wieder, man spürt quasi wieder die Geschichte in diesen Mauern. Am Eingang eines der Tempel war es merkwüdigerweise ziemlich kalt, ich habe eine richtige Gänsehaut bekommen, obwohl das eigentlich nur zwei freistehende Mauern waren – sehr komisch. Heute habe ich auch mal die Remote-Funktion der Kamera ausprobiert, die kann man über WLAN, dass die Kamera bereitstellt auch mit dem Smartphone fernsteuern, echt eine coole Funktion. Leider steht die Kamera meistens nicht allzu stabil, wenn dann die Linse ausfährt, fällt die Kamera in der Regel um, man muss sie dann noch einmal nachbalancieren. Vielleicht hole ich mir ja noch mal so ein Mini-Stativ, aber da ich gerade überhaupt keinen Platz mehr habe, müsste ich mir vorher vermutlich noch einen etwas größeren Tagesrucksack kaufen. Mal schauen.

Die Fotos sind aber gar nicht mal schlecht geworden, hier mal ein paar Fotos von den Tempeln:

 

Dann ging es weiter, zwischendrin habe ich immer mal angehalten, bin ich mich gegeangen, um einfach alles auf mich wirken zu lassen.
Irgendwann radelte ich dann an eine Stelle, an der man eine Insel sehen konnte, die nur durch eine längere Brücke mit dem Rest verbunden war. Die Insel war aufgrund einiger Bäume sehr schattig – ein optimales Plätzchen, um sich niederzulassen und etwass zu entspannen, war es doch schon bereits ziemlich heiß.

Ich setzte mich hin und genoss den Anblick, schaute einfach nur auf diesen wundervollen Ort, ließ alles andere egal sein. Der Moment wurde zur Ewigkeit und die innere Unruhe in mir, die mich nicht rasten ließ, war verschwunden. Tränen des Glücks und der Erleichterung schossen aus mir heraus, es fühlte sich echt unglaublich gut an, nicht mehr alles unter Kontrolle halten zu wollen, sondern es freien Lauf zu lassen.

Dieser Ort hat so etwas magisches, denn auch eine jüngere Frau aus einer 3-Personen-Reisegruppe, die kurze Zeit später auf die Insel kamen, fing anscheinend an zu weinen, ich hörte sie schluchzen und sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Diesen Ort auf Kamera einzufangen ist einfach schwierig, erfasst es doch gar nicht alles, den Moment, die Schönheit, sondern ist immer nur ein klitzekleiner Ausschnitt.

Trotzdem mal die Bilder davon.

Ich bin so dankbar, diese Reise zu machen, dass S. es zugelassen und mich dabei unterstützt hat, solche Momente erleben zu können. Danke.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und einer Erleichterung in mir, bin ich dann noch etwas weiter geradelt, habe mir noch einige weitere Tempel angesehen, irgendwann war es einfach so heiß, dass ich nicht mehr konnte. Ich holte mir noch eine neue Flasche Wasser, setzte mich auf eine Bank und ruhte mich noch etwas aus. An der anderen Bank saß eine Thailänderin, man ist irgendwie ins Gespräch gekommen, obwohl Sie laut ihrer Aussage nicht ganz so gut Englisch konnte, hat man sich doch irgendwie verständigt, sich über dies und das unterhalten und am Ende wollte sie sich mit mir fotografieren lassen. Dann haben wir noch Telefonnummern getauscht und nun habe ich einen neuen Whatsapp-Freund. Das tut echt gut. Sie meinte irgendwann, ich soll was essen, weil ich irgendwie müde aussehe, ja, auf dem Foto sehe ich wirklich müde aus. Innerlich fühlte ich mich aber so wach, wie lange nicht mehr.

Ich fuhr dann noch eine Runde durch den Park – irgendwie tat das echt gut, folgte dann aber dem Rat der jungen Lady, mal etwas zu essen, verließ den  Park und bestellte mir mal wieder Tom Ka Ghai. Wieder mal echt lecker, diese Mischung aus den vielen Gewürzen, Zitronengras, Ingwer, Basilikum, der Schärfe des Chilli und der leichten Säure und Sahnigkeit der Kokosmilch. Dazu habe ich noch etwas Reis bekommen – perfekt, so habe ich mich richtig satt gegessen. Danach bin ich zum Fahrradverleih, habe das Fahrrad zurückgegeben und bin dann mit dem Bus wieder zurückgefahren, um mit einem Nickerchen noch meinen nächtlichen fehlenden bzw. zu unruhigen Schlaf etwas nachzuholen. Morgen geht es dann nach Chiang Mai, von der aus ich dann übermorgen zu einer 3 tägigen Trekking-Tour aufbreche. Ich bin ja mal echt gespannt.

 

ขับไปสุคนธ – K̄hạb pị s̄ukhnṭh – Die lange Fahrt nach Sukkhothai

Hallo Welt da draußen. Zumindest von der Reisefront gibt es heute eigentlich nicht so viel zu berichten, bestand doch der größte Teil des heutigen Tages aus Busfahrt – ganze 6 Stunden von Ayutthaya nach Sukhothai.

Aber der Reihe nach….

Gestern Abend, nach Schreiben des Reiseblogs, war ich noch einmal etwas zum Abendessen. Da mein Hostel das wohl aber nicht anbietet – Küchenschluss bereits um 17:30 Uhr bin ich dann noch einmal losgestiefelt, um etwas passendes zu suchen. Direkt neben dem Wat Ratchaburana habe ich dann eine Kneipe / Restaurant entdeckt, wo ich dachte, dass ich es mal ausprobieren könnte. Das Flair war eigentlich nicht schlecht, ein paar Tische waren mit fröhlichen Thais belegt, die fröhlich aßen und tranken. Ich bestellte ein Bier und ein rotes Curry – leicht scharf (little spicy). Das Bier kam ziemlich schnell, das Essen dauerte noch etwas. Irgendwann bemerkte ich, dass die Kneipe wohl auch eine Bühne hat und dementsprechend Live-Musik spielt, vielleicht sogar an dem Abend. Umso schöner. Entsprechend füllte sich das Restaurant mehr und mehr. Irgendwann kam mein Essen – ohne Reis, nicht nur leicht scharf, sondern Inferno-scharf. Es dauerte eine Weile, bis ich dann einen Kellner herzitieren konnte, der mir auch mal noch etwas Reis bringt, es scheint wohl so zu sein (habe ich danach in einer Tripadvisor-Bewertung gelesen), dass Touristen grundsätzlich erst mal kein Reis serviert wird. Irgendwann war die Bude echt voll – ausschließlich Thais – ich als einziger Farang. Noch während ich mein zweites Bier getrunken habe, wurde ich quasi aufgefordert zu gehen, der Kellner brachte mir unaufgefordert die Rechnung, ein Zeichen für mich, dass ich nicht mehr erwünscht bin.
Tja, thailändische Gastfreundschaft scheint bei denen nur für Thailänder zu gelten und nicht für Ausländer. Entsprechend sauer bin ich dann gegangen und hab noch etwas am Depressions-Blog geschrieben, weil ich doch ziemlich in Rage war. Während des Schreibens beschloss ich dann, heute morgen noch einmal zum Wat Ratchaburana zu gehen, noch einmal zu meditieren und den Rausschmiss von gestern Abend auszublenden.

Nach etwas Meditation war wieder alles soweit gut, ich erkundete noch einmal die Ruinen und schoss noch zwei Fotos, danach gönnte ich mir noch einen Eiskaffee und ging noch ins 7-eleven um etwas Reiseproviant zu holen.

Hier mal die beiden Fotos:

Dann wieder auf meinem Zimmer angekommen, musste ich nicht allzu lange warten, bis es an der Tür klopfte und ich für den Anschlussbus nach Sukhothai abgeholt wurde. Moment mal – es wa ja erst 10:38 – der Bus fuhr doch erst 11:30 Uhr ab? Ja, vom Busbahnhof. Daher wurde ich dann mit einem Pickup und zwei anderen Gästen gefahren. Die zwei anderen Gäste stellten sich auch als Deutsche heraus, die aus Kassel kamen, sie sind wohl auch auf den Weg nach Chiang Mai (mit dem Zug) und machen wie ich eine Trekking-Tour mit. Vielleicht sehe ich die beiden ja wieder – wäre echt cool.

Dann am Busbahnhof musste ich noch ein paar Minuten auf den Bus warten, dann ging es rein und der Bus fuhr los. Zuerst gab es gleich mal ein bisschen Proviant – Kekse, Wasser, Zucker (warum auch immer). Nach ca. 1h Fahrt dann Zwischenstopp an einer Raststätte, an der man mit dem Busfahrschein gratis ein Essen bekommen hat. Wow und das für einen Fahrpreis von gerade mal 310 Baht, das sind umgerechnet nicht einmal 10 Euro – für 380 km und 6h Fahrt. Spottbillig, da sollte sich bei uns die Bahn mal eine Scheibe abschneiden.

Die Fahrt war sonst recht ereignislos – meistens habe ich aus dem Fenster geschaut, viele Reisfelder, leichte Wälder und auch mal die ein oder andere Stadt gesehen. Und das hier:

Eine riesige Statue mit Buddha als Greis – genau so eine, wie ich auch an meinem ersten Tag in dem einen Tempel gesehen habe. Musste ich einfach mal fotografieren.

Nach einigen Stunden tat mir irgenwann der Hintern weh, glücklicherweise stieg meine Sitznachbarin nach 3/4 der Strecke dann aus, dann konnte ich mich etwas breiter machen und es war angenehmer.

In Sukhothai dann von einem Tuk-Tuk-Fahrer angesprochen. Statt 20-40 Baht, wie von der Touristen-Info angegeben, hat mich der Spaß 80 Baht gekostet. Also den Preis gleich mal mehr als verdoppelt. Es war ein großes Tuk-Tuk, dann hat der Fahrer / die Fahrerin auch gleich noch mal ein paar andere Leute eingesammelt, so dass ich dann geschlagene 15 min warten musste.

Als ich dann in meinem „Happy Guest House“ angekommen bin, gleich das nächste – niemand war da, um mich irgendwie entgegen zu nehmen, we have a break – please call… OK, angerufen, das Gegenüber verstand aber nicht so wirklich gut englisch. Nach 10 min warten ist sie dann gekommen, hat mich dann zu einem Bungalow geschickt und mich dann mit wenigen Worten stehen lassen. Essen – irgendwo in der Stadt. Hier mal die Bilder des Bungalows.

Ziemlich klein, das Bad hat noch nicht mal Licht – zwar sind an allen Fenstern Mückengitter eingelassen, im Bad aber gibt es nur Lüftungsschlitze in die Mauer eingeritzt – ohne Fliegenschutz. Na super, dann nützen auch die Fliegengitter nix. Lasse jetzt die Badezimmer-Tür einfach zu, dann kommt auch kein Viehzeugs rein. Im Bad war noch alles nass, vermutlich vom Vorgänger – 🙁 . Handtuch habe ich auch erst mal nicht gefunden. Relativ frustriert bin ich dann erst mal auf die Hauptstraße gegangen, um mal abzuchecken, was da alles ist, hab dann in der Ferne ein 7-eleven gesehen, bin da erst einmal hingestiefelt und hab mir noch eine große Flasche Wasser und ein paar Chips geholt.

Als Abendbrot habe ich dann den restlichen Reiseproviant gegessen, hab dann aber doch noch das Handtuch gefunden – immerhin etwas. Leider sind die Bungalows sehr hellhörig – ich höre die normalen Gespräche der (deutschen) Nachbarn deutlich, lautes Grillen-Zirpen und auch ab und zu mal die Geckos, die ihren Namen rufen :-).

Ich werd mal schauen, ob bzw. was ich noch so machen kann. Bis morgen dann.

ถึงกรุงศรีอยุธยา – T̄hụng krung ṣ̄rīxyuṭhyā – Auf nach Ayutthaya

Nach den 4 Tagen Bangkok ging heute die Fahrt nach Norden mit der ersten Station: Ayutthaya los. Da ich mal die Kontrolle abgegeben und das die Touristen-Info buchen lassen habe, habe ich mich mit gemischten Gefühlen auf den Weg gemacht. Wie wohl das Zimmer ist – ist ja kein Hotel, sondern ein Hostel, aber mit Einzelzimmer, also nicht im Schlafsaal. Auch nicht schlecht, hat man so das Feeling des Hostels aber zumindest etwas Ruhe und ich störe nicht alle Leute mit meinem Geschnarche. :-).

Als ich gestern die Reiseunterlagen abgeholt hatte, hab ich erst einmal einen Schreck bekommen – Abholung Richtung Ayutthaya um 6:20 Uhr in der Frühe. Mir ist da halb das Gesicht eingeschlafen, aber so ist das halt, da muss man durch. Also 5:15 Uhr aufgestanden, kurz geduscht, den Rest noch zusammengepackt und dann in die Lobby, um kurz auszuchecken. Dann schnell noch in den Frühstücksraum gehetzt, mir 10 min noch schnell einen verwässerten Espresso (mit kaltem Wasser, damit ich ihn sofort trinken konnte) und etwas Soja-Milch reingepfiffen, ein paar süße Teilchen und ein Brötchen (welche wohl anscheinend immer schnell vergriffen sind) in aller Eile reingestopft, um dann 6:15 Uhr schon am Mini-Bus zu stehen und auf den Fahrer zu warten. Dann wurden erst einmal verschiedene Stationen angefahren, der Bus mit Leuten voll gestopft und dann zu einem zentralen Sammelpunkt in Khao-San gefahren. Dort wurden dann alle mit bunten Aufklebern „gebranntmarkt“, um anschließend wieder neu gewürfelt zu werden und auf verschiedene andere Busse verteilt zu werden.

Die Fahrt nach Ayutthaya war eigentlich ganz OK, ich hab mir, da die Franzosen hinter mir sehr laut und die Nachbarn wohl nicht mal den Ansatz machten, irgendein Wort zu sagen, die Kopfhörer aufgesetzt und mit Candle Thieves und Death Cab For Cutie die Zeit vertrieben.

Nach ca. 1 1/2 Stunden, so gegen 10 kamen wir dann in Ayutthaya an, ich war der zweite, der rausgeschmissen wurde, nach den Franzosen hinter mir, die wohl nur zum Bahnhof wollten.

Angekommen im Hostel dann erst mal das Formelle, was mit einem Foto mit der Gastgeberin endete. Dann ging es ins Zimmer – recht spartanisch ausgestattet, aber immerhin Klimaanlage, Doppelbett und sogar einem eigenen Mini-Badezimmer. Alles in allem hätte es durchaus schlimmer kommen können. Ist ja auch kein Luxus-Urlaub, sondern ich möchte zu mir finden, das geht, wenn man auf gewisse Dinge verzichtet, viel besser.

Ich hab dann kurz die Sachen abgestellt, etwas meinen Tages-Rucksack umgepackt und weiter ging es. Erst mal die Gastgeber gefragt, wie ich am besten zu den verschiedenen Tempeln komme. Sie haben mir dann das auf der Karte aufgezeigt, wie ich wohin am besten komme, was ich erlaufen kann und wo ich besser ein Tuk Tuk oder so nehmen sollte. Ich hab mich entschieden, erst mal die nähere Umgebung und die nahegeliegenen beiden Tempel zu erkunden. An den ersten Tempel-Ruinen angekommen, habe ich erst einmal den Eintritt gelöhnt und mir die Tempel-Ruine erst einmal angeschaut. Was mir sofort auffiel: Alles war so ruhig, so friedlich, so harmonisch. Überall zwitscherten die Vögel in den verrücktesten Tönen, sprangen Vögel und Eichhörnchen durch die Gegend, hörte man kaum Lärm, manchmal nur das eine oder andere Motorrad, aber das doch nur relativ gedämpft und wenig störend. In der Anlage kein Gestank und Smog, sondern frischer Duft von Natur. Außerdem kaum Menschen in der Tempelanlage, lediglich vielleicht eine Handvoll Touristen und einige Leute, die die Anlage in Schuss hielten. Ich setzte mich auf einen Mauervorsprung, machte die Augen zu und atmete tief ein und aus – endlich hatte ich Zeit und Ruhe mal etwas zu meditieren.

Es tat echt gut, eine innere Ruhe kehrte in mir ein, wie ich es mir eigentlich bereits gestern gewünscht hatte. Diese Ruinen strahlten eine komplett andere Energie aus, als Wat Pho gestern. Die erhabene Ruhe eines alten Mannes, der schon viel in seinem Leben gesehen hat und zu seinem inneren Frieden gefunden hat. Von diesem möchte ich lernen :-).

Nach dem Meditieren, nahm ich mein Tagebuch und fing an, auch mal den „Offline-Blog“ zu schreiben. Mein Blick fiel auf das Foto, das S. zusammen mit den Kindern gemacht hatten, auf denen Sie glücklich und lachend sich fotografieren ließen. Wie schön – irgendwie vermisse ich Sie schon sehr. Aber es tut auch gut, mal komplett ohne irgendwelche äußerlichen Zwänge und Erwartungen mal in mich rein zu horchen.

Einfach so, nahm ich mir die Zeit, meinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen und diese auf Papier zu bringen. Es war so eine Situation, die hätte endlos gehen können.

Irgendwann kam aber wieder die innere Unruhe in mir hoch, dieses Gefühl, irgendetwas zu verpassen, wenn ich hier noch länger verweile.

Irgendwie muss ich das endlich mal abstellen, endlich mal wirklich runter kommen, mir Ruhe, Gelassenheit und einfach nur Zeit gönnen, ohne irgendetwas sehen zu wollen.
Vielleicht ja, wenn das „Pflicht“-Programm durch ist ;-).

Ich ging dann zur nächsten Tempel-Anlage, die direkt daneben war. Auf dem Weg dahin begegnete ich folgendem:

Es war irgendwie überhaupt nicht scheu, ich konnte ihm quasi auf Augenhöhe in die Augen schauen. Echt niedlich.

Die Tempelanlage die dann kam ist einen Tick größer, gewisse Dinge sind noch etwas besser erhalten, gewisse Dinge auch schlechter und sie hat den Buddha im Baum – quasi ist ein Baum um einen Buddha-Kopf herumgewachsen, was schon extrem interessant ist.


Ich lief etwas herum, stellte mich hinter eine der Ruinen und ging wieder etwas in mich, sog die umgebende Energie in mich auf. Ich stellte mir vor, wie das wohl war, als hier alles noch stand, wie der Tempel benutzt wurde, was für eine Stimmung hier wohl geherrscht hatte. Irgendwie eine lustige Vorstellung – ein paar schöne Bilder.

Da es immer heißer wurde, ging ich noch den Rundgang zu Ende – irgendwie schienen wohl auch Werbefotografen in der Anlage gewesen zu sein, da viele Fotos von verschiedenen Leuten mit diversen Kostümen geschossen wurden. Irgendwann verließ ich dann die Anlage, wollte noch zum liegenden Buddha laufen, irgendwann haben die Füße aber nicht mehr mitgespielt und ich beschloss, erst einmal etwas essen zu gehen, mich zu stärken und vielleicht danach noch zum liegenden Buddha zu laufen.

Ich habe dann leckeren Reis mit gebratenem Schweinefleisch in Pfeffer-Knoblauch-Soße gegessen, das war echt lecker, nicht so viel und auch ziemlich günstig (zusammen mit einem Getränk für 85 Baht, was etwa 2,25 Euro entspricht). Echt der Hammer hier die Preise.

Dann stiefelte ich weiter, merkte aber irgendwie, dass heute gar nichts mehr geht. Ich stattete noch kurz einem 7-eleven einen Besuch ab, um vielleicht irgendeine Salbe zu finden, da sich imeine Augenlieder in den Ecken aufgesprungen sind, fand aber leider nichts, so holte ich mir nur noch etwas zu trinken und ging wieder gen Hotel. Irgendwie war es auch einfach zu heiß geworden. Gegen 13:45 war ich dann im Zimmer und habe mir erst mal die so nötige Pause gegönnt. Irgendwie hat das so zeitige Aufstehen tüchtig geschlaucht.

Nach der Siesta, wollte ich mir dann noch Socken holen (blöderweise hatte ich nur EIN paar Socken mitgenommen, ich hab mir zwar in Bangkok noch zwei paar teuer gekauft, die aber inzwischen auch nicht mehr fit sind. Zum Waschen bin ich leider noch nicht gekommen.

Also ein Tuk-Tuk gechartert, das mich eigentlich zu einem ganz bestimmten Shopping-Zentrum bringen sollte – er hat mich dann aber zum erstbesten gefahren und für knapp 1 km gleich mal 100 Baht eingesackt. Leicht verdientes Geld für ihn. Naja, in D hätte man nur fürs einsteigen soviel bezahlt, sogesehen, ok. Irgendwie habe ich mich trotzdem geärgert.

Ich habe nun endlich auch Flip Flops gefunden, die mir gefallen, mir passen und auch nicht komplett aus Gummi sind. Eine Wohltat für die Füße.

Zurück bin ich dann wieder gelaufen, bin dabei wieder an so kleinen Ständen vorbeigelaufen, und konnte wieder einen kleinen Hauch dieses Bangkok-Feelings dabei einfangen. Aber alles irgendwie verhaltener, mit etwas weniger Lebendigkeit. Trotzdem tat es ganz gut.

Jetzt sitze ich hier und schreibe Blog, nachdem ich festgestellt habe, dass in meinen sowieso viel zu vollen Rucksack die Flip-Flops wohl gar nicht mehr reinpassen werden. Ich werde wohl etwas hier lassen, wahrscheinlich meine hellgrüne kurze Hose, die ich sowieso seit Jahren nicht mehr angezogen habe. Irgendwelchen Ballast muss man halt mal abwerfen, nicht dass mir noch der Rucksack irgendwann kaputt geht.

Morgen geht es dann, glücklicherweise erst 11:30 Uhr nach Sukothai, da habe ich dann zwei Übernachtungen, also etwas mehr Zeit für Sightseeing. Schade, dass der Tag in Ayutthaya so schnell vorüber ging, ich hätte gern mehr gesehen. Da ich ja aber nicht zum Sightseeing, sondern zum Emotionen einfangen und mich selber kennenlernen in Thailand bin, ist das am Ende nun nicht so schlimm, habe ich doch gleich am Anfang genau das erleben können, was ich brauche.

ค้นหาจิตวิญญาณ – Kĥnh̄ā cit wiỵỵāṇ – Die Suche nach Spiritualität

So, nun ist der letzte Tag in Bangkok auch schon wieder fast rum – morgen geht es dann Richtung Norden mit der ersten Station Ayyutthaya einer Stadt, die vor vielen Jahrhunderten mal Hauptstadt war und die wohl prächtige Tempelanlagen bieten soll. Dazu aber wahrscheinlich morgen mehr.

Obwohl ich mit gestern eigentlich vorgenommen habe, heute einen ruhigen zu machen, trieb mich meine innere Unruhe doch wieder raus in die Stadt. Da ich gegen 18 Uhr die Reiseunterlagen für meine Weiterreise abholen sollte, dachte ich mir, entsprechend in die Richtung zu fahren, so dass ich dann die Zeit vorher halt mit anderen Dingen verbringe.

Das beschloss ich dann gegen 9. Da ich am Montag so müde gewesen, es regnete, und ich das ganze Gepäck rumschleppen musste, konnte ich die zwei Tempel irgendwie gar nicht genießen. Also wollte ich heute Wat Pho, die wohl größte Tempelanlage Bangkoks mit dem liegenden Buddha besuchen. Moment mal – liegender Buddha, hatte ich den nicht schon am Montag besucht? Zumindestens nicht den bekanntesten, so wurde ich also am Montag tüchtig reingelegt. Aber egal. Da mir laufend noch irgendetwas einfiel, bin ich dann erst gegen 9:30 Uhr aus dem Zimmer gekommen, was aber so gar nicht schlimm war.
Prompt ein Tuk-Tuk gechartert – wieder kurz verhandelt, erst nenne ich meinen Preis, er dann seinen, dann einen Preis dazwischen, usw. Heute wollte ich mal das letzte Wort haben und so einigten wir uns auf 270 Baht, was für 10 km und knapp 20 min Fahrt soweit OK ist. Sicherlich wäre ich mit dem Taxi günstiger gekommen, aber TukTuk fahren, ist einfach ein Erlebnis. Ziemlich schnell kam das TukTuk durch die Stadt – wieder genoss ich wie gestern diese chaotische Energie, die mich lächeln ließ.

Am Tempel angekommen löhnte ich dann die 100 Baht Eintritt und war gespannt, ob ich vielleicht so etwas wie ein spirituellen Moment erlebe, ein Erlebnis, bei dem meine innere Ruhe und Kraft gestärkt wird. Leider war es in Wat Pho relativ voll, so dass es eigentlich nur wie eine Massenabfertigung war. Sicherlich, die Tempelanlage ist extrem beeindruckend, auch die Buddha-Figuren sind unheimlich beeindruckend, so viele Buddha-Statuen auf einmal habe ich noch nie gesehen, aber vielleicht war es ja auch genau das, was das spirituelle Erlebnis hemmte.

Ein Shrein mit einer Buddha-Figur, in komplett abgeschiedener Atmosphäre, dort hätte ich vermutlich viel mehr in mich gehen und etwas meditieren können, als zwischen den vielen hundert Touristen, die nur mit dem Blick, möglichst das nächste Foto zu erwischen, durch die Gegend wuseln. Es gab 2-3 Momente, an der ich versucht habe, mal in mich zu gehen, Ruhe und Kraft aus der Umgebung zu ziehen, aber irgendwie war da nichts – klappte es einfach nicht. Also ließ ich mich von dem Foto-Wahnsinn mitreißen und habe ein paar Fotos gemacht.

Ein kleiner Brunnen am Eingang mit Figuren, die verschiedene Yoga bzw. Ertüchtigungsübungen aufzeigen.

Blick auf das Pagodendach und die verschiedenen Spitztürme (Chedis) aus Kacheln.

 

Eine relativ große Buddha-Statue (schätzungsweise 6-7 m hoch) in einem der Nebengebäude.

Weitere Bilder erspare ich Euch mal, sonst scrollt man stundenlang durch den Beitrag.

Vielleicht ist da Bangkok mit seiner Wuseligkeit, seinem ganzen Chaos, dem Lärm, dem Smog, den vielen Menschen und Touristen einfach nicht der richtige Ort, um in Ruhe mal zu meditieren und in sich zu gehen. Sicherlich ist es immer wieder interessant, die Leute zu sehen, wie sie innehalten, in sich gehen und wohl zu Buddha beten. Nicht das ich das jetzt auch machen wollen würde, aber eine gewisse Kraft erwarte ich mir aus der Situation doch zu holen, einfach mal lange und tief durchatmen und die Energie spüren. Ich weiß das klingt jetzt total abgehoben bzw. komplett spirituell, aber anhand der Situationen der letzten Tage glaube ich schon, dass es so etwas gibt, das man sich von einer Situation und der entsprechenden Umgebung Kraft, Energie, Ruhe oder auch Zufriedenheit holen kann.

Aber durch die Erlebnisse der letzten Tage und auch Bangkok selbst, ist in mir aktuell noch keine innere Ruhe eingekehrt, wohl aber eine Zufriedenheit und Freude, die ich gern konservieren würde, die ich dann herausholen kann, sollte es mir mal wieder schlechter gehen. Das wünsche ich mir echt.

Aber egal, zurück zum Wat Poh. Der liegende Buddha ist schon echt beeindruckt, er nimmt nahezu das komplette Gebäude ein und ist 50 m lang und bestimmt um die 10m groß.

Was mich am meisten aber daran interessiert hat, waren die Füße von Buddha. Spannenderweise waren auf den Fußsohle verschiedene Bilder angelegt worden, irgendwie sah das etwas aus, als wäre das mit Perlmutt oder so gemacht worden.

Dann konnte man spenden, man hat 20 Baht gespendet, hat dann eine Schale voller Münzen bekommen, die man dann in andere, der Reihe nach aufgestellte größere Schalen verteilen konnte. Wenn man geduldig ist, kann man bestimmt in jede Schale mindestens eine Münze werfen. Das habe ich zwar gemacht, leider haben hinter mir ein paar Touristen ziemlich gedrängelt, so dass ich am Ende die ganzen Münzen auf die erste Hälfte verteilt habe und für die zweite Hälfte gar keine Münzen mehr da waren. Echt schade – warum lasse ich mich schon wieder von etwas / jemanden drängeln – ich muss langsam lernen, das auszublenden und mein eigenes Ding zu machen!

Irgendwann hatte ich genug – Buddhas so viel das Auge reicht (die haben dort über 870  Buddha-Statuen), war dann wie oben geschrieben doch zuviel des guten. Viel interessanter fand ich dann eigentlich das drum herum, die vielen Stein-Wächter, seien es Drachen oder Figuren aus chinesischen Opern.

Einige Schnappschüsse habe ich dann noch gemacht und bin dann aus der Anlage raus, um schon ein Stückchen Richtung der Touristen-Info zu gehen, wo ich 18:00 Uhr mein Termin gehabt hätte.

Ich bin wieder zu Fuß gegangen, wollte wieder die Energie und das Leben in den Straßen spüren. Und kam dadurch in eine Halle, in der geschäftiges Treiben war, jede Menge Säcke mit Salat, Gemüse, Zwiebeln und Blumen durch die Gegend getragen wurden, ich war wohl also auf so etwas wie einem Lebensmittel-Großmarkt gelandet. Aber nicht so, wie man es sich jetzt in Deutschland vorstellt – das waren hunderte von Leuten, die alle ihrem eigenen kleinen Geschäft nachgingen, Bohnen schälten, Blumen auseinanderlegten, Salat putzten. Das war ein absolut unglaubliches Gefühl – mitten drin zu sein im alltäglichen Gewusel der Leute, in ihrer alltäglichen Arbeit. Dazwischen stand mal einer und schweißte von verschiedenen Lebensmitteln umgeben an einem Regal rum – so ist das halt. Ich saugte wieder diese Energie, die von den Leuten kam in mich ein und ging wieder mit einem breiten Grinsen durch die Stände und Gassen durch. Echt faszinierend. Hier mal ein Bild davon, auch wenn das die Situation in keinster Weise erfassen kann.

Spannend ist auch wieder diese Kontraste zu sehen – alt und neu direkt aneinander.

Auf der einen Seite ein ziemlich modernes schickes Café – auf der anderen Seite

recht runtergekommene, total dreckige nur mit Blechdach versehene Häuserschluchten – ein Gegensatz, wie es krasser wohl gar nicht sein kann.

Irgendwann kam ich dann aus diesem kleinen Viertel wieder heraus, stiefelte gemütlich weiter, bis irgendwann meine Füße nach Pause schrieen. Ich trieb sie noch etwas weiter an, suchte mir noch ein kleines gemütliches Restaurant, bei dem ich dann Pad Thai bestellte. Das sind Nudeln in einer süßen Chilli-Sauce mit gebratenem Tofu, verschiedenem Gemüse, Shrimps und Nüssen. Durch diese Chilli-Sauce, die ich ja über alles liebe, war das echt total lecker.
Das Restaurant war echt winzig, am Ende gab es 5 oder 6 Tische, eine kleine Theke und im Hinterzimmer dann die Küche. Aber WLAN gab es gratis 🙂 .
Und eine Toilette gab es auch – da ist man dann durch die Küche, vorbei an einer Treppe, auf der die ganze Verwandschaft / Kinderschar der Restaurantbesitzer saß. Alles extrem klein, aber wieder ein absolutes Erlebnis.

Etwas gestärkt und die Füße ein wenig ausgeruht, bin ich dann weiter gelaufen, habe noch in einige Tempel-Anlagen geschaut, aber nicht mehr ganz so interessiert, obwohl die bedeutend ruhiger waren.

Ein richtig schöner Tempel, alles toll verziert. Für meine müden, wunden Füße dann aber nicht interessant genug, um ihn komplett zu erkunden.

Aber irgendwie war bei Tempeln dann heute die Luft raus.

Irgendwann war ich dann fast beim Touristen-Büro, auf einer Brücke über den Fluss, auf dem auch einige Boote fuhren. Wieder einmal quasselte mich ein Tuk-Tuk-Fahrer an, irgendwie bin ich dann trotzdem mal wieder ins Gespräch mit ihm gekommen, er wollte mir wohl mal wieder eine Tour andrehen, für 50 Baht verschiedene Stationen anfahren, natürlich hat er dabei nicht erwähnt, bei einem Juwelier oder Schneider „zufällig“ anzuhalten. Bei dem Preis war mir das aber klar, also vertröstete ich ihn auf später und lief weiter. Irgendwann brachten mich meine Füße fast um, und so setzte ich mich eine Weile auf so einen Sockel und versuchte meine Füße zur Ruhe kommen lassen. Es war jedoch so schwül, dass ich vom Sitzen extrem anfing zu schwitzen. Beim Laufen gab es wenigstens immer etwas Wind, sobald man stehen blieb, floß einem der ganze Saft überall hin.

Also überlegte ich – ins Khao-San-Viertel laufen – nein, meine Füße taten so weh – ich hatte meine Blasen noch etwas verschlimmert – das war mir zu weit (1 – 1,5 km ging nicht mehr). Tuk Tuk oder Taxi ins Hotel ist unsinnig, dann muss ich später noch einmal hinfahren.

Ich schaute in Google Maps, ob ich vielleicht ein Cafe finde und Flux war dort, direkt an der Brücke, wo mich der Tuk Tuk-Fahrer angesprochen hatte, das Kitty Kat Café. Ich schaute kurz nach Bewertungen und traute meinen Augen nicht – ein Café, das einige Katzen beherbergt. Das musste ich mir ansehen.

Flux zurück – na, wer sprach mich wieder an – der Tuk Tuk Fahrer – wimmelte ich ihn wieder ab – möchte ins Kitty Cat Café, was ja auch stimmte. Zuerst war ich etwas skeptisch, als ich reinschaute, einmal kurz vorbei gelaufen dann kehrt gemacht und am Ende doch rein. Überall Katzen – kleine, große, Perser, Perser-Mischungen, Hauskatzen und auch noch ganz junge. Gleich stürmte ich auf eine der jungen Katzen zu und streichelte Sie – noch bevor mir etwas Desinfektionsmittel auf die Hand gegeben wurde – ups.

Es war echt lustig, Kaffee zu trinken, dabei Katzen zu beobachten und zu streicheln. Eine echt geniale, süße Sache. Kurz nach mir kam dann auch noch ein Pärchen, wenn ich es recht identifizieren konnte, Franzosen, die sich auch köstlich amüsierten und sich eine der Katzen auf sie fixierte. Bei mir spielte eine der beiden jüngeren Katzen mit meinem Rucksack, das war echt so niedlich und lustig, das einem das Herz aufging.

Nachdem ich dann eine Weile gesessen hatte, sah ich draußen wieder meinen aufdringlichen Tuk-Tuk-Fahrer, der mir zuwinkte und sich wohl auch amüsierte.
Als es dann gegen halb 5 war, bin ich dann raus – meine Füße wurden aber nicht besser, deshalb beschloss ich, gleich in das Touristen-Büro zu gehen, auch wenn das vielleicht etwas zu früh ist. Wieder sprach mich der Tuk-Tuk-Fahrer an, wollte weiter mit mir die Tour machen. Da bei mir aber komplett die Luft raus war, überredete ich ihn dann mich für 250 Baht zum Hotel zu fahren, ich würde bloß mal schnell zur Touristen-Info rein, um meine Reiseunterlagen abzuholen. Er hat mich da sogar hingefahren und gewartet. Da hat er wohl verstanden, dass ich die 50 Baht-Tour schon „kannte“.

Flux holte ich die Unterlagen ab, bedankte mich, checkte kurz alles durch – Abfahrt morgen um 6:20 Uhr – ach Du meine Güte. Da muss ich mich echt beeilen mit Frühstück. Ja, so ist das halt. Als ich dann raus bin, hat mich mein Tuk-Tuk-Fahrer gleich nochmal gefragt, ob ich nicht die Boots-Tour mitmachen wolle, oder noch mal zum Schneider möchte – nein nur zum Hotel. Hotel gezeigt, plötzlich schienen ihm 250 Baht zu wenig – egal, dann habe ich ihm 300 Baht angeboten, dann hat er mich ohne zu mucken auch in die Richtung gefahren. Eigentlich war der Tuk Tuk-Fahrer ganz lustig drauf, hat so seine Scherze gemacht. Als er gehört hat, dass ich nach Chiang Mai fahre, hat er sein Handy gezückt, seine Frau angerufen, die wohl in Chiang Mai lebt und ich sollte mit ihr telefonieren. Was???
War am Ende halt nur ein Scherz – jaja, so sind die Tuk-Tuk-Fahrer. Am Ende hat er mich zwar nicht ganz vor dem Hotel abgesetzt, weil er eine zu früh gewendet hat, so bin ich dann die restlichen Meter unter Schmerzen ins Hotel gelaufen.

Tja, das war es wohl erst einmal mit Bangkok. Ich werde diese stinkende, dreckige, laute, volle und chaotische Stadt echt vermissen, aber wir sehen uns wieder – am Ende der Reise noch einmal. Es wird Zeit den nächsten Schritt zu gehen und das nächste Kapitel meiner Reise anzufangen.